8 Tipps zum Reisen mit Kind im Nissan GT-R

Zwei Wochen mit Kind und Sportwagen durchs Gebirge? Eigentlich bin ich doch positiv überrascht, wie wenige Leute mich mit einer kritisch in die Höhe gezogenen Augenbraue angesehen haben. Auch ein „Ihr seid doch verrückt! Das arme Kind!“ blieb aus.

Das mag an der Tatsache liegen, dass alle Personen in unserem direkten Umfeld wissen, wie sehr unser 4-jähriger Sohn Sonat das Autofahren liebt. Und ganz besonders die sportliche Fahrweise. Seit Wochen spielt er unsere Fahrt mit seinem Spielzeug-GTR nach und freut sich auf den 20. Juli. Denn dann geht es los: 4.000km in 14 Tagen oder kurz gesagt: #thepluses3

Generationenfrage.

Überflüssig zu sagen: Bedenken gegenüber dem Reisen mit Kind wären sowieso völlig fehl am Platze. Ich selbst war meine gesamte Kindheit über irgendwie immer im Auto unterwegs, mindestens jedoch ein- bis zweimal pro Jahr. Damals noch ohne besondere Sorgfalt bei der Sicherheit. So saß ich mit meinen beiden älteren Schwestern meistens hinten im Kofferraum unseres VW Passat B2 Variant.

VW Passat B2 Variant Familie Struck Passau Röhrnbach

Der Grund für die Reisen: Fliegen war damals einfach zu teuer. Und die vielen Geschenke für Verwandte und Freunde hätte man auch nicht transportieren können. So kam es, dass ich auf Achse aufwuchs. So kam es, dass ich bis heute das Schlafen im Auto mit einem sehr positiven Gefühl verbinde. Dass ich es liebe, den vorbeiziehenden Lichtschwertern des Gegenverkehrs auf dem Dachhimmel zuzusehen. Und am wichtigsten: Dass ich es zu schätzen weiß, wie sich Kulturen fließend miteinander mischen und man plötzlich nach wenigen Kilometern in einer anderen Welt ist. Alles das soll unser Sohn auch erleben. Doch erfordert eine solche Reise mit Kind ein wenig Vorbereitung. Hier meine Tipps für euch, falls ihr ähnliches plant.

1. Allgemein – Großzügig planen!

Mit Kind reisen ist anders als ohne Kind. Während wir sonst in so kurvigem Gelände wie den Pyrenäen um die 200-300km pro Tag und rund 4 Stunden reine Autofahrt einplanen (wohlgemerkt mit Fotosessions und Videodreh pro Tag) haben wir uns wegen Sonat auf 100-150km pro Tag und idealerweise 2 Stunden Fahrzeit beschränkt. Dadurch nehmen wir viel Anstrengung und Stress raus und gestalten die Reise angenehmer. Allerdings wächst dadurch ein solcher Trip auch in die Länge. Die 14 Tage Dauer kommen nicht von ungefähr.
Für die Anreise und Rückreise aus den Pyrenäen haben wir jeweils zwei Tage eingerechnet, an denen dann jeweils ca. 600km zurückgelegt werden wollen. Aus Erfahrung ist das eine Autobahnstrecke, die wir Sonat problemlos zumuten können.

2. Allgemein – Puffer planen!

Die Lust auf die Fahrt kann jederzeit vorbei sein. Auch krankheitsbedingt natürlich. Da kann es schnell problematisch werden, wenn man die Reise exakt vom ersten bis zum letzten Tag durchgetaktet hat. Hotelreservierungen und ähnliches treiben einen schnell dazu, keine Ausweichmöglichkeiten zu sehen und gestresst dem Ziel entgegenzustreben. Besser ist es sich zusätzlich zur eigentlichen Reise Puffertage zu planen. So könnten wir bereits an Tag 6 von 10 am Ziel in Biarritz sein. Die restlichen vier Tage können wir spontan für eine Pause bei sinkender Reisemoral nutzen oder aber auch Pässe in Angriff nehmen, an denen wir sonst vorbei fahren würden. Hotels haben wir auch nicht gebucht. So können wir jederzeit stoppen.

3. Allgemein – Pausen – Pausen – Pausen!

Einmal kann man „ach, fahren wir doch die letzten 20 Kilometer noch“ sagen. Zweimal sollte man das nicht machen. Sonst würde Sonat am nächsten Tag nicht mehr ins Auto steigen wollen. Wichtiger ist es, dass wir ausgiebige Pausen machen. Regelmäßig und unabhängig vom Reisefortschritt. Denn eines darf man nicht vergessen: Während wir uns früher als Kinder frei im Auto bewegt haben, ist ein Kind heutzutage regelrecht eingepfercht zwischen Sitzwangen und Prallbock. Ohne jegliche Bewegungsfreiheit. Der einzige Grund, warum sich Kinder nicht darüber beschweren ist, dass sie es nicht anders kennen.

Um das mehrere Tage lang zu ertragen, muss Sonat zwischendurch die Möglichkeit haben, sich zu bewegen. Dazu gehört bei den Pausen auch: Sonat durch die Gegend scheuchen. Ballspielen. Wettrennen machen. Auch einen Abstecher weg von viel befahrenen Straßen in Kauf zu nehmen lohnt sich. Auf dem Foto waren wir eigentlich mit dem Citroen C4 Picasso am Brenner unterwegs. Um eine Pause zu machen sind wir runter von der Autobahn und in einen abgelegenen Ort gefahren.

Citroen C4 Picasso 150: Kind spielend vor Auto

4. Allgemein – Die Übernachtungen!

Selbst wenn man – so wie wir es machen – ohne Reservierungen los fährt, sollte man sich im Vorfeld gründlich informieren. Sowohl bei Campingplätzen als auch bei Hotels sollte man im ersten Schritt versuchen herauszufinden, welche Beschäftigungsmöglichkeiten diese für das Kind bieten. Spielplätze, Pools, Seen, Flüsse und und und. So kann man den Abend dann wirklich nutzen, um Abstand von der Fahrerei zu bekommen. Daneben haben wir darauf geachtet, dass es rund um das Hotel/den Campingplatz weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Das spart viel Zeit, falls das Hotel ausgebucht ist: Wir wissen dann direkt, wo wir in der näheren Umgebung das nächste Hotel aufsuchen können.

5. GT-R spezifisch – perfekter Platz für bis ca. 6-jährige!

Der GT-R bietet hinten doch mehr Platz als man denkt. Während ich im Audi TT Coupé hinten nicht sitzen kann, ohne mir den Kopf zu stoßen, passe ich im GT-R mit meinen 172cm rein. Das Reinbugsieren des Kindersitzes braucht zwar etwas Übung, aber dann ist auch das schnell erledigt. Einzig nerviges Detail bei Nutzung unseres Cybex Pallas 2 fix: Mit Prallbock ist der Sicherheitsgurt ohne Gewalt nicht in das Gurtschloss zu kriegen. Wenn alles erledigt ist, sitzt Sonat mit Blick aus dem hinteren Dreiecksfenster so hinter dem Beifahrersitz, dass er auch noch Platz für die Beine hat. Vorne wird’s natürlich etwas kuschelig. Vor einem Jahr waren wir mit GT-R und Sonat schon mal in Brügge:

Nissan GT-R R35 MY14 Weiss: Kindersitz auf dem Rücksitz

6. GT-R spezifisch – Mit Kind auf der Passhöhe!

Mit dem Nissan GT-R fahren wir Beileibe nicht einfach die kürzeste Strecke von A nach B. Viel mehr geht es um die kurvigsten Straßen und höchsten Pässe. Das Schöne an solchen Straßen: Mindestens 50% sind tendenziell von der restlichen Welt vergessen und damit kaum bis gar nicht befahren. So wird jede Rast auf einer Passhöhe zu einer Möglichkeit, gemeinsam mit unserem Sohn die atemberaubende Natur zu genießen. Ein wenig zu wandern und uns ohne den sonst in Köln gebotenen Stadt-Verkehrsstress zu bewegen. Darauf freue ich mich dieses Jahr mitunter am meisten.

7. GT-R spezifisch – Gran Tourismo „Fake“ fürs Kind per GoPro Hero4 und Bildschirm!

Auch darauf, dass es Sonat bei manchen Streckenabschnitten dann hinten sitzend doch zu kurvig werden könnte, sind wir vorbereitet. Er erhält seine eigene Fake-Spielekonsole mit Gran Tourismo. 🙂 Wie das funktioniert? Die GoPro Hero4 befestigen wir mit Stativ an der Windschutzscheibe. Per Micro-HDMI auf HDMI Kabel wird diese dann an einen kleinen Video-Bildschirm angeschlossen. Der ist an der Sitzlehne befestigt und damit auf Augenhöhe für Sonat. Über die GoPro wird das Livebild von der Straße nach hinten übertragen und für Sonat ist es so, als würde er vorne sitzen. Da er so Kurven schon früh kommen sieht, sind die Fliehkräfte nicht ganz so überraschen wie ohne Bildschirm. Ganz abgesehen davon, dass er seinen Spaß dran hat. Eine Art Live Videospiel eben.

8. Entspannt reisen – für Alle!

Wenn wir alles richtig machen und auch ein wenig auf unser Bauchgefühl achten, sollten wir uns alle am nächsten Morgen wieder auf die Weiterfahrt freuen. Und nur so bleibt langfristig der Spaß erhalten. Und wenn man zwischendurch eine Strecke doch mal „durchbrettern“ muss – beispielsweise weil man auf der langweiligen Autobahn unterwegs ist und die schnell hinter sich bringen will – schadet es nicht ein Tablet oder ein Smartphone mit ein paar Filmen oder Spielen zur Hand zu haben. Denn eines wissen wir sicher: Deutsche Autobahnen bieten beim Blick durch die Seitenscheibe nur immergleiche grüne verwischte Linien.

Nissan GT-R R35 MY14 Schwarz: Kind am Lenkrad

LIVE Berichte thepluses3:

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

 

Bildquelle: Headerbild – Can Struck / Driver’s Groove; Alle anderen Bilder – Nissan Deutschland

5 Antworten auf „8 Tipps zum Reisen mit Kind im Nissan GT-R“

  1. Ach wie schön, der Kleine hat es gut 🙂 Die Fake-Spielekonsole vor allem. Vll. kommt sowas ja bald standardmäßig in die Zubehörliste einiger Hersteller … 😀

    1. Hi Jaro,

      ich muss sagen der Kleine schlägt sich bisher auch ganz wacker. Beim ersten Heizen über den Pass ist er direkt mal eingeschlafen. Warum auch nicht… 😀
      Bei BMW gibt es immerhin schon eine Anzeigemöglichkeit für GoPro-Kameras über das iDrive. Ich fände das ja grundsätzlich ein sinnvolles Feature für Kinder…

      Liebe Grüße
      Can

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