Bang & Olufsen Advanced Sound System HiFi-Anlage im Audi A7 Sportback

Was erwartet man von einer Audio-Anlage in einem Auto die allein für sich genommen schon den Wert eines Kleinwagens hat? Absolut feinauflösende Darstellung und einen auch für den Laien hörbaren Unterschied zu der Basisvariante. Eines direkt vorweg: Die Bang & Olufsen Anlage schafft das.

Allein die Begrüßung durch die Hochtöner auf dem Armaturenbrett nahe der A-Säulen hat Showfaktor: Sie fahren beim Starten des Fahrzeugs sanft aber mit Nachdruck aus dem Armaturenbrett und strecken den Insassen anschließend ihre Köpfe entgegen. Die anderen 17 Lautsprecher des 19 Lauttsprecher umfassenden Systems sind hingegen unauffällig und kaum sichtbar.

Ich möchte euch nicht mit technischen Daten der Anlage wie Verstärkerleistung, Kanäle und ähnlichem nerven. Denn am Ende spielen sie alle keine Rolle, wenn die Anlage nicht gut abgestimmt ist. Bei Autos wiederrum ist die Abstimmung speziell an das entsprechende Fahrzeug die eigentliche Kunst. Dass die Bang & Olufsen Anlage im A7 gut klingt heisst also nicht, dass sie es in anderen Audi-Modellen ebenfalls tut.

Zwei Eigenheiten haben hochwertige Hifi-Komponenten:

1. schlechtes Soundmaterial wird sofort als schlechtes Material entlarvt (macht Sinn, führt aber dazu dass man sich oftmals schlecht gemasterte Popmusik oder Anderes kaum anhören kann)
2. Man muss nicht erst an Bässen, Höhen oder gar dem Equalizer rumhantieren um einen guten Sound zu bekommen (tatsächlich haben die meisten Highend-Anlagen die Regler gar nicht)

Beide Punkte gelten auch für die B&O Anlage im A7. Meistens gehe ich bei den Fahrzeugen erst ins Audioeinstellungsmenu und probiere die Auswirkung der Änderungen aus. Beim A7 hab ich nur kurz reingeblickt, gesehen dass alles auf Nullposition steht, gehört was dabei aus den Lautsprechern kommt und gar nicht das Bedürfnis gehabt nachzuregeln. Auf Standardeinstellungen ist alles richtig. Daran merkt man wieviel Mühe sich B&O mit dem Grundsetting gegeben haben muss.

Wenn man nun noch ausreichend gutes Material hat – glücklicherweise spielt dabei die Abspielquelle CD oder USB keine hörbare Rolle – steht dem Hörvergnügen nichts im Weg.

Die Anlage trumpft wie es sich gehört schon bei sehr niedrigen Lautstärken voll auf und überzeugt mit einer detaillierten und filigran gezeichneten, sehr ausgewogenen Klangcharakteristik. Gerade Jazz oder klassische Stücke kommen so voll zur Geltung. Die Instrumente sind klar voneinander getrennt und auf der abgebildeten Bühne genau ortbar.

Es macht einen riesen Spaß über die Anlage verschiedenste Musikrichtungen zu hören und neue Aspekte an den Stücken zu entdecken, die einem auf anderen Anlagen gar nicht auffallen. Einen ärgerlichen Nachteil hat die Anlage allerdings dann doch: Die Lautstärkeregelung erfolgt in für meinen Geschmack sehr groben Schritten. So habe ich mir oft einen Lautstärkepegel gewünscht, der genau zwischen zwei Stufen liegt. Warum nicht eine analoge, fein oder gar nicht abgestufte Lautstärkeregelung?

Und wenn man dann im wahrsten Sinne des Wortes in Fahrt ist, kann man auf rockigere Musik oder Metal umsteigen und den ordentlichen Kick der Bass Drum oder die genaue Differenzierung der verschiedenen Schlagzeugbecken genießen. Mit der Anlage kann man sich vornehmen selbst ein Schlagzeugsetup eines Mike Portnoy von Dream Theater am Klang aufzulisten. Mit Erfolg.

 

Mehr Informationen bekommt ihr auf der Website von Bang & Olufsen.

 

 

Kostenpunkt des Bang & Olufsen Advanced Sound Systems: 6.000,- €

Voraussetzung für die Bang & Olufsen Anlage ist das MMI Navigation plus mit MMI touch für 3.500,- €

 

Fahrbericht zum Audi A7 Sportback 3.0 TFSI quattro

Artikel zur Ambientebeleuchtung im Audi A7 Sportback 3.0 TFSI quattro

 

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

10 Antworten auf „Bang & Olufsen Advanced Sound System HiFi-Anlage im Audi A7 Sportback“

  1. Und spätestens hier muss ich schon sagen, dass dein neues Konzept voll und ganz aufgeht! Toller Artikel!

    Hatte das System in unseren Film-A6 gehört. Im (fast) direkten Vergleich gefiel mir das B&O im M550d aber etwas besser, konnte meiner Meinung nach den Dynamikumfang irgendwie besser und fülliger abdecken. Aber dir unterstelle ich da fraglos das bessere Gehör 🙂 Wäre mal spannend, was du zu dem System sagen könntest.

    Was sind denn so eine Referenz-Musiktitel, gerade wenn es um rockiges oder Schwermetall geht?

    1. Hi Sebastian,

      danke danke für die Blumen. Wenn man sich vorher über die Besonderheiten der Autos Gedanken macht geht das so auch flink von der Hand… 😉
      Dass es im BMW noch ne Ecke besser ist glaube ich dir eigentlich sofort, denn aus meiner Erfahrung hat BMW sowieso die besten Anlagen. Würd ich mir gerne mal anhören. Wer weiss, vielleicht ist BMW irgendwann soweit.

      Referenz Musiktitel die mir gerade in den Kopf kommen:
      – The Ocean: Pelagial (sehr geile Soundqualität, gut gemastered, gut aufgezeichnet)
      – Metallica: Black Album (weil ich es seit den 90ern höre und jedes Detail kenne
      – Tool: 10.000 Days (sehr gut gemastert, meist einen tick zu Basslastig)
      – Soen: Cognitive (gut gemastered)
      – Metallica: Death Magnetic (fürchterlich gemastered)
      – Pink Floyd: Echoes (damals war eben doch alles besser)
      – Long Distance Calling: Avoid the Light (Sehr stimmiger wuchtiger Sound)
      – Crippled Black Phoenix: [Mankind] The Crafty Ape (sehr hochwertig gemastered un aufgezeichnet und eine Fülle an Instrumenten – typisch Briten. Die können was!)
      – Opeth: Ghost Reveries (kenn ich alle kleinsten Details)
      – System of A Down (egal welches Album, alle soundtechnisch fürchertlich)
      – Human Abstract: Digital Veil (sehr gute Produktion mit Dauerbeschallung)

      1. Hmn.. müssen wir wohl mal schauen, wie wir dich ans Steuer von so einem 5er oder so kriegen 😉

        Danke aber schon mal für die Musiktipps. Was ich noch empfehlen kann, weil ziemlich cool gemastered und vom Stil her auch recht nett: Animals as Leaders. Insb. z.B. „Physical Education“ von denen.

        1. Totally! Animals as Leaders 🙂 Keine Frage sehr gut gemastered aber ist auch nicht so schwierig mit so viel Synthesizer-Krams.
          Ehrlich gesagt bin ich kein sonderlicher Fan von Bandrecordings bei denen die Drums rein elektrisch sind. Ich meine bei Animals as Leaders ist das auch der Fall. Klingt halt übelst künstlich, gerade die Toms. Aber auch da gehe die Meinungen auseinander 😉 Und was soll man anderes machen wenn man Quatruple-Bass will 😉

  2. So, jetzt habe ich auch hierher gefunden, und was für ein schönes Thema Du Dir da vorgenommen hast. 😉

    Ich darf das B&O ja seit mittlerweile 39.000km im A7 durch die Gegend bewegen, mein Fazit lautet stets:
    1. Man muß verrückt sein um so viel Geld für ein Soundsystem auszugeben
    2. Wenn man das aber tut, wird man zumindest im A7 dafür sehr verwöhnt.

    Zu beachten sind natürlich auch die Folgekosten, denn mit bissel Streaming aus dem Internet, am besten noch via Bluetooth oder auch Musik aus fragwürdigeren Quellen mit schlechter Qualität geht hier gar nichts mehr. Wer nur Radio hört, kann sich den Aufpreis eh gleich sparen.
    Ausschlaggebend ist auch etwas der Musikgeschmack, Connaisseure extrem basslastiger elektronischer Musik, die vielleicht sogar mit einem (ebenfalls basslastigem) Bose-System aufgewachsen sind, werden dem B&O kaum etwas abgewinnen. Es kann zwar sehr gut Bass, bleibt dabei aber immer sehr natürlich und weit weg von “Disco-Mucke”.

    Zum Thema BMW habe ich mich ausführlich mit einem der dortigen Mitarbeiter unterhalten und durfte deren B&O auch in einem 6er Gran Coupé probehören. Hatte mich im Vergleich zu Audi ehrlich gesagt nicht vom Hocker gerissen, das System war damals aber noch ganz neu (bei BMW), mag sein daß danach noch mehr Abstimmungsarbeiten erfolgt sind.
    Sowohl bei Audi als auch bei BMW sitzt B&O aber klar mit im Boot, und bei beiden wird auch aktiv an diesen Systemen gearbeitet und eingestellt. Im neuen Q7 kommt ja die nächste Stufe dieses Systems, ich bin gespannt was dabei rauskommt. 🙂

    MfG,

    Robert

    1. Hallo Robert,

      es freut mich dich hier wiederzusehen. Ich dachte mir schon dass ich dich mit einem A7 als Testwagen und dann auch noch der B&O Anlage (von der ich ja weiss dass du sie hast) zum Sprung bewegen kann. Ich hoffe es gefällt dir hier. 😉

      Das was du ansprichst meinte ich eigentlich mit der Sache dass schlechte Audio-Qualität von guten Anlagen blossgestellt wird. Um so eine Anlage zu genießen muss man schon auf die richtige Quelle wert legen und sich beispielsweise von Musik fernhalten, die sich am „Loudness War“ beteiligt – was so ziemlich 60% der aktuellen Musik sein dürfte.

      Da die Anlagen auch wirklich sehr vom Volumen und der Gestalt des Fahrzeuginnenraums abhängig sind könnte es durchaus auch sein dass immer noch der Klang im 6er Gran Coupé schlecht und im 5er besser ist. Ich kann es leider nicht beurteilen. In beiden Fällen nicht. Glaube aber natürlich euch beiden in eurem Urteil.

      Setze also auf die Liste: Neuer Q7, BMW 5er und BMW 6er – jeweils mit Bang & Olufsen 🙂

      1. Ahoi Can,
        stimmt, ein schönes und oft zu wenig beachtetes Thema, das Du hier beackerst. 🙂

        Bang&Olufsen hatte ich bisher nur im Audi A3 aktiv angetestet. Dort fand ich sie gut bis sehr gut, aber auch nicht berauschend.
        Highlight für mich war bisher die Mark-Levinson-Anlage im Lexus IS 220d. Da hat einfach alles gepasst. Absolut klarer Sound, satte Bässe, die jedoch den Rest der Musik nicht übertünschen. Sehr fein und fein teuer …

        Um mal auf Sebastians Frage einzugehen: Referenz-Musik ist für mich meist Haggard, mit mit „Per Aspera Ad Astra“ (Eppur Si Muove) oder „Upon Fallen Autumn Leaves“ (Tales of Ithiria). Da kommt alles zusammen: Klassik, Mittelalter, Metal. Gibt ein gutes Bild. 🙂

        1. Hi Mario,

          Was Lexus soundtechnisch anbietet ist schon Hammer.. Die Mark Levinson Anlagen sind richtig richtig gut! Ich glaube Lexus war auch eine der ersten Marken, die ein Auto auf den Innenraum-Sound hin optimiert haben. Das war damals beim SC 430. Schwer enttäuscht war ich bisher von Bowers&Wilkins bei Jaguar und eigentlich auch ein wenig von der Bang&Olufsen Anlage bei Mercedes im CLS Shooting Brake – wobei ich da eindeutig zu wenig Zeit hatte sie mir ordentlich anzuhören.
          Natürlich ist die Burmester-Anlage bei Porsche auch nicht zu vergessen. Die kann auch ordentlich was!
          Gibt also noch genug Anlagen über die man etwas schreiben kann 😉

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