Dem Himmel so nah am Col du Pourtalet | #thepluses3 (Tag 6)

Am sechsten Tag unserer Pyrenäendurchquerung ging es endlich wieder nach Spanien. Irgendwie sind mir die Spanier lieber. Sie haben den besseren Asphalt und auch die meinem Gemüt besser entsprechende Art. Doch vor der Grenzüberquerung am letzten Pass des Tages müssen wir noch zwei andere Pässe überqueren.

Mit dem Caterham von England bis Spanien – unsere heimlichen Verfolger.

Morgens direkt nach dem Aufräumen unseres Campingequipments nach – mal wieder – einer äußerst nassen Nacht, mussten wir als erstes tanken. Und wie es der Zufall so will, fährt gerade in dem Moment ein blauer Caterham ebenfalls an die gleiche Tankstelle. An Bord ein Britisches Pärchen. Den gleichen Caterham hatten wir bereits am Col du Tourmalet angetroffen. Und nach kurzem Nachdenken: Auch schon am Viaduc de Milau auf unserer Anreise in die Pyrenäen stand er – sicher verschlossen mit einer Persenning – auf dem Parkplatz. Während ich an der Tankstelle der Besatzung nur ein „Daumen hoch“ schenkte, sollte es oben auf dem ersten Pass des Tages – dem Col du Soulor (1.474m) – anders kommen. Bei dickem Nebel fanden wir uns dort auf der Passhöhe in einer Herberge ein und tranken gemütlich Kaffee. Und als ich mit Sonat von den Toiletten zurück komme, sitzt da wieder das Britische Pärchen. Wir haben uns reghaft über die Route ausgetauscht. Über die Autos, über das, was Sebastian und ich machen und auch über das Camping auf solchen Reisen. Ich hoffte, dass wir sie später wiedertreffen würden. Doch wollten sie wegen dem Nebel lieber für den Tag heraus aus den Pyrenäen und direkt campen. Wenn man mit einem Caterham ohne Dach oder anständige Windschutzscheibe unterwegs ist: Verständlich.

Col d’Aubisque von der sonnige Seite – Ford Transit included.

Doch schon auf dem Weg zum nächsten Pass sollte sich das Wetter schlagartig ändern. Vorbei der Nebel, herein mit der Sonne. Der Soulor ist sofort vergessen. Hinab vom Col d’Aubisque (1.709m) halten wir rechts und lassen uns von einem weißen Ford Transit überholen, der dem Mercedes von Sebastian bedrohlich nahe kam. Danach beginnt eine Verfolgungsjagd den Pass hinunter. Der eindeutig von den Rennfahrergöttern abstammende Pilot des Ford Transit legt einen verdammt heißen Reifen vor, fährt Ideallinie und bremst kurz und punktgenau nur vor den Kurven, bei denen er unbedingt bremsen muss. Im Formationsflug mit dem Transit rauschen wir über Kilometer den Pass hinunter. Als sich unsere Wege trennen, verabschiedet sich der Transit-Fahrer mit einem Hupkonzert. Scheinbar hatte er ähnlich viel Spaß daran von einem Nissan X-Trail, einem Nissan GT-R und einem Mercedes C450 AMG verfolgt zu werden wie wir daran, ihn zu verfolgen.

Dem Himmel so nah am Col du Soulor.

Nicht nur der Himmel, auch Spanien war plötzlich wieder ganz nah. Am Col du Soulor hatten wir Zeit, ausgiebig den Pass zu filmen. Die Straße führt an Bergrücken entlang, mit vielen 90 Grad Kurven und weit einsehbaren, lang gestreckten leicht kurvigen Passagen. Also genau mein Ding. Die Mischung macht es: Die karge Landschaft und der dunkle Asphalt ergeben ein himmelsgleiches Ambiente für das fahrerische Paradies. Was noch besser ist: Bevor man sich den maximalen 1794 Metern nähert, führt die Straße vorbei an einem alten, hohen Staudamm durch eine Galerie an einen Stausee. Ausgehend vom See schmiegt sich das Asphaltband an den Fluss, der den Stausee speist. Hunderte Meter weit kann man die Straße sehen und entspannt Höhenkilometer sammeln.
Hier war es auch, dass wir über die Drone, mit der wir die Filmaufnahmen machen, die Kontrolle verloren. Zu stark war der hier herrschende Höhenwind. Die Szenen waren wie aus einem Science Fiction Film: Unkontrolliert hing die Drohne am Himmel, nachdem wir sie mit unseren Fahrzeugen in die Enge getrieben hatten. Sie flog Kreise und war scheinbar bemüht, den Kontakt wiederherzustellen. Uns blieb nichts anderes übrig, als zuzusehen und die Daumen zu drücken, dass sie nicht in unwegsamem Gelände herabstürzt, im Fluss verschwindet oder beim Stürzen zerstört wird. Eigentlich hatten wir viel Glück, dass wir sie tatsächlich nach der Landung wieder finden konnten – Bis auf ein paar Blessuren unverletzt.
Nachdem ich auf dem Pass noch einen französischen GT-R Fan in seinen Besten 50ern auf eine kurze Tour mitnahm, ging es rüber nach Spanien und hinab nach Formigal.

Spanische Gaumenfreude – Danke Vidocq Restaurante.

Ein kleiner Tipp für die Gaumenfreude soll hier nicht unerwähnt bleiben. Nachdem wir Tagelang mit dem Essen nur Pech hatten und eigentlich seit Beginn der Tour nichts Anständiges zu uns genommen hatten, haben wir in Formigal den Fluch gebrochen. Ihr müsst wissen: Es war bisher das Gegenteil von #thepluses2. Vergangenes Jahr hatten wir nämlich – egal wo wir waren – unerwartet spektakuläres Essen bekommen.

Doch in Formigal hat ein Besuch im Vidocq Restaurente alles verändert. Ein kleines gemütliches Restaurant, eine Bedienung im Nachthemd und ein junger Koch in der Küche. Ein Fünf-Gänge-Menu mit jeweils mehreren Auswahlmöglichkeiten. Jeder Gang davon auf Sternelevel. Jede probierte Speise ein Kopfkino auf der Zunge. Großartiger Wein und ungewöhnliche Zutatenkombinationen beim Essen. Alles liebevoll und detailversessen komponiert. Am Ende eine Rechnung für acht Personen über 207 Euro. Wir hatten mit mehr gerechnet und wären auch bereit gewesen locker das Dreifache zu zahlen. Was ich damit sagen will: Solltet ihr in der Nähe von Formigal sein, oder überhaupt in Spanien sein, besucht unbedingt das Vidocq!

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Fahrzeug: Nissan GT-R Black Edition MY15

Lackierung: Sunset Red
Felgen: Geschmiedete RAYS Superleichtbau-20″ Aluminiumfelgen im 10 Speichen Design
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz/Rot

Motor: V6-Bi-Turbo-Motor
Hubraum: 3.799cm3
Leistung: 404 kW (550 PS)
Drehmoment: 632 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungs getriebe
Antrieb: Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km
CO2-Emission: 275 g/km

Preis Testfahrzeug: ab 98.000,- €

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

3 Antworten auf „Dem Himmel so nah am Col du Pourtalet | #thepluses3 (Tag 6)“

  1. Geile Bilder und eine echt coole Story. So eine Reis ewürde ich gerne auch mal machen. Ich bin begeistert.

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