Der Wanderer über dem Nebelmeer | #thepluses3 (Tag 4)

Der Col du Tourmalet war der Pass, den man getrost als das Highlight der gesamten Reise definieren könnte. Bekannt aus der Tour de France und in seiner Schönheit kaum in Worte fassbar. Er war es, den wir für heute Vormittag auf dem Plan stehen hatten.

Nass, klamm, dunkel und neblig.

Doch hatte der Wettergott etwas anderes für uns parat. Schon morgens beim Aufstehen begrüßte uns eine feuchtnasse Umgebung. Die Zelte plitschnass und wir durch die Trübheit energieloser als sonst. Schon kurz nach der Abfahrt und dem ersten Kaffee in einer Boulangerie fing der Anstieg Richtung Col du Tourmalet an. Doch waren wir umgeben von einer dicken, undurchdringlichen Nebelsuppe, die die Aussicht nach keinen 5 Metern gnadenlos versperrte. Alle paar Kilometer wippten schemenhaft die Sitze der Skilifte als dunkelgraue Schatten hoch oben über uns, verbunden durch die gigantischen Masten. Das Gefühl für Neigung und Steigung geht völlig verloren. Der Col du Tourmalet, bis auf 2.270 Metern Höhe befahrbar, ist in jeder Kurve gesäumt von Radfahrern, die der Passhöhe entgegenstreben. Trotz der widrigen Bedingungen. Dazwischen langsame Citroen und Renaults. Mit viel Geduld schafften wir es an den höchsten Punkt und wussten – während wir uns mit unseren viel zu dünnen Klamotten dem eklignassen Windmassen stellten – dass wir hier nicht drehen können. Der Tourmalet weigerte sich mit uns zu spielen.

Erst campen, dann Felswandkessel „Port du Boucharo“.

Also fuhren wir, nach einem kurzen Aufenthalt in einem wundervoll urigen Bergcafé, in dem wir eine Gruppe gut gelaunter türkischer Motorradfahrer trafen, direkt zu unserem Campingplatz. Für die kommenden zwei Tage werden wir vom gleichen Campingplatz am Lac Peffabet in Arcizans-Avant aus die Umgebung erkunden. Die Planänderung um einerseits den Nebel zu umgehen und andererseits uns doch noch einen Besuch des Tourmalets zu ermöglichen: Heute soll die Auffahrt zum Port du Boucharo auf 2.270m Höhe stattfinden. Ein Felswandkessel mit 2km Durchmesser und 1.700 Meter hohen Felswänden.

Drift it, Baby!

Und die zeigte sich, völlig unerwartet, als eine der schönsten Strecken unserer bisherigen Reise. Auf dem Weg vom Sockel zur Höhe durchfuhren wir ungefähr vier Phasen, die sich gegenseitig toppten: Zuerst die Fahrt an einem wilden Fluss, durch einen Canyon. Die Straße gleicht einer Nut im massiven Berg, hier und da ergänzt durch Galerien. Dann durch das Grüne, mit einer wilden Mischung aus halbgaren Kurven und steilen 180-Gradern. Danach in vegetationsmüde Regionen, die Straße führt hier nah am Abgrund am Berg entlang. Sie schnürt sich einem Gürtel gleich an den Fels, gemeißelte Trassen am Abgrund streben weiter den Höhenmetern entgegen. Zuletzt völlig karge, stark erodierte Landschaften mit Weitblick, luftig atmende Gebirgsformationen und durch den Nebel stechende Felsraumschiffe. Beim Blick nach oben nicht endend. Auf allen Seiten der Straße von den Natureinflüssen ausgespucktes feines bis grobes Geröll, das gefühlt jederzeit das Asphaltband überfluten könnte. Es zu vernichten im Stande wäre.

Die Schafe hocken hier gemütlich auf der Straße und bilden schmale Gassen zum durchfahren. Und wo nicht gerade Schafe einem das Leben schwer machen, dort ist der Weg teilweise stark gewellt und mit Vorsicht zu genießen.

Hier verbringen wir mehrere Stunden, versuchen vergeblich durch den aufkommenden Nebel die Felswände oder die 422m hohen Gavarnie-Wasserfälle zu sehen, filmen immer wieder neue Passagen und lassen am Ende die Reifen ein wenig rauchen. Spät, nachdem alle Touristen den Kessel verlassen haben und es keinen Verkehr mehr gibt. Die Haarnadelkurve ist einfach zu schön, als das wir es nicht versuchen könnten. Ein paar Anläufe im Allradler-Driften. Geht doch.

← Zurück zu Tag 3. | → Weiter geht’s mit Tag 5.

 

Fahrzeug: Nissan GT-R Black Edition MY15

Lackierung: Sunset Red
Felgen: Geschmiedete RAYS Superleichtbau-20″ Aluminiumfelgen im 10 Speichen Design
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz/Rot

Motor: V6-Bi-Turbo-Motor
Hubraum: 3.799cm3
Leistung: 404 kW (550 PS)
Drehmoment: 632 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungs getriebe
Antrieb: Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km
CO2-Emission: 275 g/km

Preis Testfahrzeug: ab 98.000,- €

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove