E-Mobilität mit dem Nissan Leaf: Tag 2, 3 und 4 – Routine

E-Mobilität mit dem Nissan Leaf - Elektroauto, Tag 1

Nachdem ich am ersten Tag mit dem Nissan Leaf dann abends doch noch auch eine andere Sache in Köln erledigen konnte (Umweg von 15km) fuhr ich abends in unsere Tiefgarage. Der Zeitpunkt der Wahrheit: Klappt das Laden per Steckdose so problemlos wie gehofft? Und auch die wichtige Frage ob am nächsten Tag der Akku voll geladen sein wird. Wir hatten inzwischen ca. 20 Uhr Abends, Morgens um 7:30 geht es wieder raus. Also 10,5 Stunden Ladezeit. Aber ich hatte zwischenzeitlich auch ein paar andere tolle Dinge entdeckt…

Da wäre ein in den Menus versteckter Punkt, der sich „Klimatimer“ nennt. Für jeden Tag kann man eine Uhrzeit einstellen, wann man losfährt. Ich bin mal einfach davon ausgegangen (Bedienungsanleitung habe ich immernoch nicht gelesen), dass das ähnlich wie eine Standheizung dafür sorgt, dass das Auto beim losfahren wohlig warm ist. Die Gewünschte Temperatur lässt sich leider nur an ganz anderer Stelle in einem anderen Menu einstellen. Trotzdem gefunden und auf 23 Grad eingestellt. Eigentlich ganz klug: Per Hausstrom hat das Fahrzeug die gewünschte Temperatur. Es anschließend auf genau dieser Temperatur zu halten dürfte kaum Energie kosten. Genauso war es dann auch: Am zweiten Tag hat das Ein- und Ausschalten der Heizung keinen Unterschied bei der Restreichweite gemacht.

Auf ähnliche Weise lassen sich auch Ladezeiten definieren – falls man einen Stromanbieter mit Nachttarif hat beispielsweise.

Das Anschließen an die Steckdose ging ganz einfach: Per Taste im Innenraum das Kläppchen für die Anschlüsse vorne unterm Logo aufschließen, anschließend das Kabel an das Auto und die Steckdose an der Wand. Grellblaue LEDs unter der Windschutzscheibe geben über den Ladezustand Auskunft.

Der nächste Morgen und der erste Tag mit voller „Pendler-Power“

Morgens war der Leaf voll geladen (Yipie!) und hat mir eine Restreichweite von 148km angezeigt. Deutlich weniger als 199km, aber er wird da wohl auf Nummer sicher gehen und sich über mehrere Zyklen an die Fahrweise des Lenkers anpassen. Tageskilometerzähler genullt und los ging es.

Nissan Leaf Pendeln- Displayanzeige 148km restreichweite - Start in Köln, 100% Ladung

Ich bin am ersten Tag wirklich übervorsichtig gefahren. Nie linke Spur, nur mittlere oder rechte. Nie schneller als 125km/h und bis auf ein, zwei Ausnahmen (kurze Überholmanöwer) immer im Eco-Modus. Bei Ankunft in Bonn sah es so aus:
55,3 km gefahren, Restreichweite 81km. Theoretisch hätte ich mit der am Startpunkt angezeigten Restreichweite noch 92,7 statt 81km Spielraum haben müssen. Trotzdem: Die 81 Kilometer reichen locker für die Rückfahrt.

Nissan Leaf Pendeln- Displayanzeige 81km restreichweite - Zwischenstopp in Bonn

Abends ging es zurück nach Köln. Nicht viel Verkehr, immer schön auf der rechten Spur mit einem sehr zahmen Gasfuss. Tempomat ist auf den Bildern zwar aktiviert, tatsächlich habe ich ihn immer nur kurz aktiviert und dann lieber wieder deaktiviert. Die Restkilometer leiden sonst…

Auf unserem Stellplatz geparkt sah die Restreichweite so aus: 34km. Gefahren war ich 101,7 Kilometer. Bedeutet eine Abweichung von 12,3 Kilometern zum morgens angezeigten Wert. Ganz ok eigentlich.

Nissan Leaf Pendeln- Displayanzeige 34km restreichweite - Nach Rückfahrt nach Köln

Der durchschnittliche Energieverbrauch hat sich bei mir zwischen 14,8 und 15,1 kWh eingependelt. Umgerechnet in Euro bedeutet das bei unserem Stromtarif (Grundgebühr lasse ich mal aussen vor, müssen wir ja auch ohne Auto zahlen) 3,47 Euro pro 100 Kilometer (wir zahlen 23,15 Cent für den Ökostrom).

Unser Z3 und auch der Corsa verbrauchen um die 7-8 Liter. Mit 7,5 Litern und einem Literpreis von 1,60 Euro für Superbenzin gerechnet sind das 12 Euro pro 100 Kilometer.

Die darauf folgenden Tage

Die nächsten Tage habe ich schon Routine bekommen. Heizung ist immer auf einem bestimmten Level an, Anlage, Licht und alles so wie es eben nötig ist und ich bin locker geworden. Zwischendurch mal den ECO-Modus raus und den einen oder anderen überholen ist immer drin. Allerdings blicke ich immernoch öfter auf die Restreichweite als auf den Tacho. Mit ausgeschaltetem ECO-Modus ist der Leaf auch wirklich flink, vor allem wenn man sein Gewicht von knapp 2 Tonnen (!!) bedenkt.

Neben dem D-Modus zum Fahren gibt’s im Leaf auch noch den B-Modus. Ich wusste schon dass der eingeführt wurde und irgendwo aktiviert werden musste, hatte es aber nicht gefunden. Auf dem Wählhebel steht D/B. Erst beim zweiten Anlauf kam ich darauf den Wählhebel (eigentlich eher ein „Knubbel“) nach dem Einlegen der Fahrstufe nochmal auf „D“ zu ziehen. Und siehe da: Der Bremskraftrückgewinnungs-Modus ist aktiviert. Die Bremswirkung des Motors ist dadurch nochmal deutlich höher und man muss im normalen Verkehr fast gar nicht bremsen. Die Energie wird wieder in den Akku eingespeist.

Aktuell probiere ich aus wie weit ich den Leaf bei meiner Distanz (und den verbleibenden Restkilometern) treiben kann. Kann ich vielleicht doch die kompletten letzten 10 Kilometer ohne ECO-Mode fahren? So…. als Belohnung für die extreme Zurückhaltung während der Fahrt? Im Moment verzichte ich auf zuviel Fahrspass als dass ich dem Pendeln etwas anderes abgewinnen könnte als das effektive Fahren von A nach B. Mal sehen was ich alles am Wochenende anstellen kann.

Der erste Artikel aus dieser Reihe: Tag 1 mit dem Nissan Leaf
3. Teil der Serie: Tag 9 mit dem Nissan Leaf – wenn der Akku morgens leer ist

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