Nissan Leaf Fahrbericht

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E-Mobilität mit dem Nissan Leaf: Zusammenfassung nach zwei Wochen

Zwei Wochen hatte ich mit dem Nissan Leaf und habe mich an der rein elektrischen Fortbewegung versucht. Ich möchte nicht wiederholen was ich bereits geschrieben habe und verweise deswegen an dieser Stelle erstmal an die drei bereits veröffentlichten Artikel:

E-Mobilität mit dem Nissan Leaf: Tag 1 – klappt es?
E-Mobilität mit dem Nissan Leaf: Tag 2, 3 und 4 – Routine
E-Mobilität mit dem Nissan Leaf: Tag 9 – Wenn der Akku morgens leer ist…

Wenn ihr diese Artikel gelesen habt seid ihr offiziell up-to-date und bekommt jetzt meine letzten Randnotizen, was die Erfahrung mit dem Nissan Leaf angeht.

Das Feeling der elektrischen Fortbewegung mit dem Nissan Leaf.

Nachdem ich die ersten paar Tage ein wenig Skepsis und Zweifel an meinem Projekt hatte, war bereits nach der ersten Woche jegliche Berührungsangst verschwunden. Ich kannte den Leaf und der Leaf mich. Das führte dazu, dass ich damit genauso locker unterwegs war wie mit einem Benziner. Einzig die Frage wie genau die Restkilometer tatsächlich sind ließ mich irgendwie nie in Ruhe. Ich musste immer an den Notebook-Akku denken, der erst 10% Restkapazität anzeigt nur um Sekunden später auszugehen. Nur einmal bin ich wirklich so lange gefahren, dass vor Ankunft zuhause eine Warnung eingeblendet wurde. Allerdings schienen mir die noch fahrbaren Kilometer realistisch. Pro echt gefahrenen Kilometer sank die fahrbare Reststrecke maximal ebenfalls um einen Kilometer. Ich gehe also davon aus, dass man sich recht genau auf die Anzeige verlassen kann. Wie sich das nach 3 Jahren verhält, kann ich nicht beurteilen.

Jegliche Vorbehalte waren somit geklärt und ich konnte mich auf das Fahren konzentrieren. Probieren und Routine geben einem bald ein Gefühl wie oft man den Eco-Modus für ein Überholmanöver deaktivieren kann ohne in Schwierigkeiten zu kommen. Grundsätzlich gilt: Auf der Rückfahrt konnte ich mehr Gas geben, mit der Sicherheit der Steckdose im Hinterkopf.

Das Fahren denn ist nicht sonderlich erbauend sondern eher ernüchternd. Ich sage das natürlich als jemand der viel Freude am Fahren empfindet. Ich habe immer noch jeden Tag Spaß an der Pendelerei und der knappen Stunde auf der Straße im Auto. Für mich ist das relaxen. Der Leaf erstickt jegliche Fahrfreude leider im Keim. Einzige Ausnahme: Am Wochenende, wenn man nur ein paar Kilometer fahren muss und komplett auf Eco verzichten kann. Zwar sind dann immer noch die über 10 Sekunden von 0 auf Hundert alles andere als berauschend. Doch beeindruckt der konstante Durchzug bedingt durch den Elektromotor. Ähnlich wie man es von der S-Bahn kennt. Hat was! Unter der Woche jedoch muss man einen so kontrollierten Gasfuß an den Tag legen, dass einem nix anderes übrig bleibt als zur Ablenkung Blättchen an Bäumchen zu hängen (der Leaf bewertet mit einer Displayanzeige die Fahrweise). „Soll ich den LKW überholen? Hm, vermutlich besser nicht.“ „Fahren die hinter mir zu schnell als dass ich rüber komme? Vermutlich schon.“ Mal eben beschließen dass einem die Autos um das eigene Fahrzeug herum nicht gefallen und beschleunigen um ihnen zu entfliehen ist nicht.

Doch vernünftig ist es allemal. Die A59 zwischen Köln und Bonn ist sowieso auf 100 km/h limitiert, teilweise darf man 120 km/h fahren. Wozu da Gas geben? Der Verkehr ist meist auch so dicht, dass man sowieso mit gleichbleibender Geschwindigkeit mitschwimmt. Auf der Rückfahrt über die unlimitierte Autobahn hingegen tut man sich auf Dauer schon schwer schneller als 120 km/h zu fahren. Zu angestrengt wirkt der Leaf bei diesen Geschwindigkeiten. 2 Tonnen Leergewicht wollen eben auch erstmal beschleunigt werden. Trotz allem. Alle Karten auf den Tisch. Hatte ich Spaß daran den Leaf zu fahren? Leider nicht.

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Fahrwerk und Fahrgastzelle des Nissan Leaf.

Der Leaf lässt sich für sein eben erwähntes gewaltiges Leergewicht erschreckend einfach fahren. Wie auch immer Nissan es geschafft hat ihn kurvenfähig auszulegen ohne dabei das Fahrwerk zu hart zu machen. Es ist komfortabel im Leaf und vor normalen Kurvengeschwindigkeiten braucht man sich auch nicht zu scheuen. Lässt man es etwas zu schnell angehen macht sich schnell das drückende Gewicht bemerkbar. Die Lenkung ist butterweich, leichtgängig und vermittelt nur sehr eingeschränkt Feeling. Das passt ziemlich gut zum Fahrzeug und macht das Manöwrieren des Leaf zu einem leichten. Über die Landstraße wird schließlich niemand mit dem Leaf heizen.

Der Innenraum ist auf Standardniveau. Hartplastik, gut bedienbare Tasten und ein Design, das am ehesten als Straight Forward zu bezeichnen ist. Das Armaturenbrett ist in zwei Ebenen angeordnet, auf der oberen wird die Geschwindigkeit angezeigt und das eigene Fahrverhalten bewertet. Der Schaltknauf für die Automatik ist eher ein Discus, den man in einer L-förmigen Bewegung in die Gewünschte Position drückt. Zweimal auf die Fahrstufe „D“ wechselt in den Rekupationsmodus („B“) mit Bremskraftrückgewinnung. Dadurch verringert der Leaf spürbar mehr die Geschwindigkeit wenn man vom Gas geht. In der Stadt muss man so kaum noch bremsen.

Überraschend ist das Platzangebot im Heck. Hier haben selbst Erwachsene genug Platz. Warum die Anschnallgurte allerdings eine Ecke zu kurz für den Cybex Pallas sind, verstehe ich nicht. Nur mit äußerster Kraft ließ sich der Kindersitz befestigen. Ich hatte aber auch schon andere Fahrzeuge mit zu kurzen Gurten. Da wird scheinbar immer an der falschen Stelle gespart. Für den Komfort der Fondpassagiere gibt’s im Winter Package Sitzheizung hinten.

Abschließende Worte zum Nissan Leaf.

Ich hatte es bereits vorgerechnet:

Der durchschnittliche Energieverbrauch hat sich bei mir zwischen 14,8 und 15,1 kWh eingependelt. Umgerechnet in Euro bedeutet das bei unserem Stromtarif (Grundgebühr lasse ich mal aussen vor, müssen wir ja auch ohne Auto zahlen) 3,47 Euro pro 100 Kilometer (wir zahlen 23,15 Cent für den Ökostrom).

Unser Z3 und auch der Corsa verbrauchen um die 7-8 Liter. Mit 7,5 Litern und einem Literpreis von 1,60 Euro für Superbenzin gerechnet sind das 12 Euro pro 100 Kilometer.

Umgerechnet auf den Monat bedeutet das für meine Fahrstrecke von 111km pro Tag (bei 20 Arbeitstagen):
Nissan Leaf 77 Euro, BMW Z3 266 Euro

Umgerechnet auf das Jahr bedeutet das (NRW, 2013, 250 Arbeitstage):
Nissan Leaf 963 Euro, BMW Z3 3.330 Euro

Ergibt also eine Ersparnis (ja, natürlich habe ich hier nur die Treibstoffkosten berechnet; Verschleiß, Reparaturen und Ersatzteile bleiben aussen vor sowie alle weiteren etwaigen Kostenpositionen) von 2.367 Euro pro Jahr. Ob sich für diese Differenz und für das ruhigere grüne Gewissen die Anschaffung eines Nissan Leaf lohnt, muss ab diesem Punkt jeder für sich selbst berechnen.

Thomas Endriß vom Greenmotorsblog schreibt zum Nissan Leaf übrigens:

Auch die optimierte und bei weitem nicht mehr so hektische Reichweitenanzeige, sowie die gegenüber dem Vorgänger zusätzlich gewonnene Reichweite tragen zu einem noch entspannteren Fahrerlebnis bei.

Jetzt findet ihr hier neben der Tabelle mit den technischen Daten noch ein paar Detailbilder, zu denen ich jeweils noch ein paar Randnotizen formuliert habe.

Fahrzeug: Nissan Leaf Acenta Cold Solar

Lackierung: Weiss
Felgen: 16 Zoll Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/55 R16
Polster/Leder: –

Motor: Elektromotor, Batteriekapazität 24kWh
Hubraum: – cm3
Leistung: 80 kW (109 PS)
Drehmoment: 280 Nm
Getriebe: Automatik
Antrieb: Frontantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,5s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 177 km/h

Türen/Sitze: 5/5
Verbrauch kombiniert: 15,0 kWh/100 km
CO2-Emission: – g/km
Preis: 33.320,- €

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

5 Antworten auf „Nissan Leaf Fahrbericht“

  1. Hmm sehr interessant dein Bericht. Die Ersparnis sieht gar nicht mal so schlecht aus. Mich würde ja jetzt erfreuen, wen du den i3 nochmal zum Vergleich bekommen würdest. Ob der wohl mehr Freude verbreitet?

    1. @Jan:
      Freut mich dass auch der letzte Teil bei dir auf Interesse gestoßen ist.
      Nun, der i3 im Vergleich wäre natürlich auch für mich ziemlich interessant. Aber BMW ist leider was Blogs angeht noch nicht soweit (bzw. es wird so gaaaanz gaaaaanz langsam). Deswegen befürchte ich dass es in absehbarer Zeit den Vergleich bei mir leider nicht geben wird.

      Bei der Ersparnis muss man wohl auch noch bedenken, dass ein Elektrofahrzeug auch sehr viel weniger Fehleranfällige Teile hat. Die Inspektion ist auch entsprechend günstig.

      Viele Grüße
      PS: Sind denn bei dir noch Fragen offen geblieben?

      1. Soweit ist alles beantwortet. Ein Elektroauto hat zwar weniger Teile, was den Motor angeht, allerdings den Akku als Verschleißteil… nicht so viel besser als bei einem Benziner vermutlich.

  2. Wenn das mit Ersparnis tatsächlich so ist, aber auch im Vergleich zu den evtl. andern höheren Kosten muß man halt abwägen und das ganze im Gesamtpaket betrachten, vorallem auch preislich gesehen, Anschaffung, Verschleißteile, etc., sonst echt eine Überlegung wert, sich evtl. Gedanken über so eine Anschaffung zu machen.

  3. Der Leaf hat ein Leergewicht von rund 1,6 Tonnen, du hast sicherlich das zulässige Gesamtgewicht zitiert.

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