Erste Erfahrungen mit unserem Ford Mustang GT Fastback 2017

Liebe Leser

Belgin und ich haben uns endlich einen Traum erfüllt. Nachdem ich bereits 2011 mit dem Gedanken gespielt hatte und auch darüber geschrieben hatte, einen Ford Mustang GT zu kaufen (das ist schon 7 Jahre her!!), haben wir Anfang des Jahres die Gunst der Stunde genutzt und einfach mal „Ja“ gesagt.

Unser 2017er Ford Mustang GT Fastback

Eigentlich haben wir die Diskussion (natürlich, Weihnachten ist immer die Zeit für solche Gespräche) ganz harmlos angefangen. Eigentlich waren wir beide auch immer noch zufrieden mit unserem spritzigen Abarth 500. Aber ich halt nicht so ganz, wie das so ist. Denn da wir dieses Jahr gleich zwei Roadtrips planen – einen im Mai in die Alpen und einen im August nach Mallorca – dachte ich an ein bis zwei Dinge, die sich seit 2010 beim Abarth verbessert haben. Und die ich unterwegs auf so langen Strecken sehr gerne haben würde.
Wie das halt so ist bei uns hat Belgin relativ schnell die Überlegungen in die Richtung gebracht: „Warum nochmal Geld investieren, wenn du doch sowieso nicht dieses Auto für immer fahren willst?“. Denn so war es auch: Der Abarth macht zwar Spaß, aber ich habe es nie gemocht Geld in ihn zu investieren. Er war für mich nie so wirklich das eine Auto, mit dem ich gerne eine langfristige Beziehung eingehe.
In den vergangenen Jahren sind wir so ziemlich jedes Auto in der Preisspanne zwischen 20.000 und 200.000 Euro gefahren und wissen daher auch ziemlich gut, was wir haben wollen. Über alle Fahrzeuge hinweg hat es uns beispielsweise der Nissan GT-R sehr angetan, mit dem wir vor zwei Jahren einmal quer durch die Pyrenäen gefahren sind.

Aber immer schon hatte ich eine gewisse Liebe auch zum Ford Mustang. Im Januar habe ich mich dann auf die Suche begeben. Erst gestartet mit dem 2014er Modell (Vorgänger zum aktuellen), starke Bedenken wegen der Starrachse Hinten gehabt und welchen Einfluß das auf meine Fahrweise auf den engen, schmalen und kurvigen Bergstraßen haben würde und mich mehr und mehr für den LAE (aktuelles Modell) erwärmt. Wie das oft so ist bei uns, kam es dann ganz gelegen, dass gerade das Facelift bzw. die Modellpflege an den Start geht und deswegen das Vor-Facelift preislich täglich attraktiver wurde. In der Anfangsphase haben wir noch zwischen einem 997er Porsche 911 Carrera und dem Mustang verglichen und ich hab mir ein paar Fahrzeuge angesehen. Preislich sind sie auf ähnlichem Level, wenn man bei 997er 100.000km auf dem Tacho akzeptiert. Die Nebenkosten sind overall beim Porsche sogar etwas niedriger.

Ford Mustang GT in Saphirblau, gefunden in einem Monat

Es folgten viele Gespräche mit verschiedenen Händlern um ein Gefühl dafür zu kriegen, wo wirklich der wahre Preis für ein aktuelles Fahrzeug liegt. Angefangen haben wir mit der Suche nach einem Cabrio, weil wir einfach Cabrios lieben und auf unseren Reisen auch sehr schätzen. Zusätzlich ist ein Vorteil, dass sich die hinteren Fenster runterfahren lassen – mit Kind hinten drin eine tolle Sache. Aber der Fastback macht optisch einfach dermaßen viel mehr her, gerade wegen der fließenden Linie vom Dach zur Heck-Abrisskante und den dadurch viel deutlicher wahrnehmbaren hinteren Kotflügel, dass Belgin mir eine Woche später beigepflichtet hat: Ja, es soll ein Fastback sein. Dass es die V8-Motorisierung sein muss stand sowieso fest. Ob Automatik oder 6-Gang-Reißer, da hab ich eingangs noch etwas überlegt. Aber auch da stand relativ schnell fest, dass es ein Handschalter sein muss.
Zum Schluss blieb nur die Frage nach der Farbe. Aber aufgrund der Ähnlichkeit des Ford-Saphirblau zum Porsche-Saphirblaumetallic (ha, sogar die Namen sind gleich!) und der Tatsache, dass ich mich bei der 4. Staffel von thepluses in diese Farbe bei meinem Porsche verliebt habe, war auch diese Frage schnell geklärt. Trotzdem pendelte ich immer zwischen Atollblau und Saphirblau hin und her.
Nun war die richtige Zeit gekommen. Statt gebrauchten Fahrzeugen mit 10.000km Laufleistung, statt Vorführwagen mit 1.000km Laufleistung (und fragwürdiger Nutzung) kamen Tageszulassungen mit 10km Laufleistung in greifbare Nähe. Jedenfalls blieb ein saphirblauer 2017er Ford Mustang Fastback mit manuellem Getriebe und Performance Paket I beim Fordhändler Autohaus Kreissl in Bad Homburg im Raster übrig. Der Preis war völlig in Ordnung für das Fahrzeug, einige Tage später fuhr ich mit dem Zug die 300km nach Bad Homburg, um mir das Fahrzeug selbst anzusehen.

Autohaus Kreissl in Bad Homburg

Als ob der eine perfekte Kandidat, der in meinen Merklisten bei autoscout24 und mobile verblieben war, nicht Grund genug zur Freude wäre, kam noch eine Sache dazu: Bei Ankunft war ich überrascht davon, wie perfekt und kundenorientiert das Autohaus Kreissl geführt wird. Keine Sekunde halbherzige Versuche mir etwas anderes anzudrehen. Stattdessen kompetenter und fachlich sehr versierter Austausch über das Auto. Dass das Fahrzeug so preislich ein sehr gutes Angebot ist, war ihnen genauso klar wie mir. Fein für mich, da weiss man woran man ist und braucht gar keine Worte zu verlieren über den Preis. Stattdessen kann man sich über die wichtigen Dinge beim Autokauf austauschen.
Also fuhr ich nach dem ersten Besuch, bei dem ich direkt den Vertrag unterschrieb, mit einem sehr guten Gefühl nach Hause, das in den folgenden Wochen in der Kommunikation mit dem Autohaus sogar noch und noch besser wurde. Ich halte es für sehr wichtig beim Autokauf, bei dem auch viel Geld im Spiel ist, eine gute Beziehung zum Verkäufer aufzubauen.

Eine harte Vorfreude-Woche später gehört der Ford Mustang GT uns!

Beim ersten Besuch hatte ich nicht mal den Motor angelassen. Ich hatte den GT schon bei der Pressevorstellung gefahren und wollte mir diesen Moment aufheben für die Fahrt nach Hause (ist ja eh ein Neuwagen, also no Problem).
Das Gefühl, ein Fahrzeug zu fahren, das vor einem noch niemand anderes gefahren ist, bei dem wirklich alles in der eigenen Hand liegt, war im nach hinein doch sogar noch besser, als ich gedacht hätte. Bisher hatte ich ausschließlich immer nur Gebrauchtfahrzeuge – der Mustang ist mein erster echter Neuwagen. Die Pressetestfahrzeuge lasse ich mal außen vor, auch wenn das immer im Grunde Neuwagen waren.
Eine Woche nach der Vertragsunterzeichnung konnte ich unseren Mustang GT vor Ort abholen. Kennzeichen und alles weitere hatte ich dabei und natürlich auch die Lust, die 300km zurück nach Köln zu fahren – auch wenn es nur Autobahn ist. Und auch wenn ich 3000 Umdrehungen pro Minute nicht überschreiten will, bis der Motor eingefahren ist.

Die erste Reise beginnt

Kaum habe ich den Hof vom Autohaus Kreissl verlassen und bin abgebogen, steht plötzlich ein älterer Herr in einem Maserati Quattroporte neben mir an der Ampel, sieht zu mir herüber und ruft durch das offene Fenster, dass der Mustang eine wirklich tolle Farbe habe. Und als ob das nicht die möglicherweise positivste Art ist, den Besitz eines Autos zu starten, gehen meine Erfahrungen ähnlich positiv weiter.
Sämtliche eventuell noch vorhandenen Vorbehalte und oder Skepsis sind wie weggefegt, als ich endlich den 5,0 Liter V8-Motor hören darf, die knackigen 6 Gänge schalten darf und auf diese ewig lange Motorhaube starre. Die Kraft dieses Motors ist einfach wahnsinnig beeindruckend, „bärig“ hatte ich es damals genannt. Und die Überforderung der Hinterachse ist auch wahnsinnig beeindruckend. Es gibt nur noch wenig Fahrzeuge, die einem Respekt beibringen. Der Mustang GT zählt auf jeden Fall dazu.

Warum? Darum: Die meisten anderen sportlichen Fahrzeuge mit ähnlichen Fahrleistungen sind heutzutage allradgetrieben, mit Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet und dank extrem feinfühlig programmierter Elektronik sehr gut beherrschbar. Bei einem Audi R8 oder auch Nissan GT-R spricht wenig dagegen, jederzeit das Gaspedal einfach durchzudrücken oder einfach mal einen 0-100 km/h Beschleunigungsversuch zu unternehmen. Selbst ein AMG V8 findet sich immer häufiger in 4matic-Fahrzeugen. Und ein Lexus RC-F ist zwar nur Heckgetrieben, aber mit einem extrem guten Heckdifferenzial ausgestattet und ebenfalls mit ordentlich programmierter Elektronik beherrschbar gemacht.

Der Mustang GT kennt das alles nicht. 275er Walzen hinten und beim zweiten Gang reißt trotzdem schon mal spontan die Haftung an der Hinterachse ab. Greift das eigentlich vorhandene ESP ein, weil man sich im normalen Fahrmodus befindet statt beispielsweise in „Race“? Quatsch. Wird schon schief gehen!
Man lernt also relativ schnell, was 421PS noch mal genau bedeuten und früher mal bedeutet haben. Man lernt auch relativ schnell die witterungsangepasste Nutzung des Gaspedals. Und man lernt relativ schnell die gewisse Vorsicht bei den Gangwechseln vor allem zwischen 1., 2. und 3. Gang, wenn man eine sportliche Fahrweise bevorzugt. Das ist aber das Tolle an dem Ford Mustang GT: Man kennt die Leistung, man weiss worüber diese Leistung ihren Weg auf die Fahrbahn findet (Hinterräder, klar) und man hat nach einer gewissen Eingewöhnung die Sicherheit, das man nur sich selbst Rechenschaft schuldig ist. Plötzlich entdeckt man den Spaß an der recht rohen Art zu Fahren wieder und merkt, dass es nicht schlimm ist, wenn jeder 20-jährige ohne Fahrerfahrung in einem R8, RS, AMG oder M einfach nur nach den Kurven das Gaspedal durchdrücken muss, um voraussichtlich deutlich schneller zu sein.

Jetzt, knapp 5 Wochen später, freue ich mich einfach nur noch auf unsere erste Tour mit dem GT und die erste echte Möglichkeit, ihn ordentlich zu fahren. Denn nach so einer Tour kennt man jedes Fahrverhalten des eigenen Autos.
Im Mai (um Pfingsten) geht es mit unserem Mustang GT gemeinsam mit Robins und ihrem GT-R und Cem&Milena mit ihrem TT durch die Alpen vorbei am Gardasee in die Toskana.