Erste Pyrenäen-Luft mit dem GT-R| #thepluses3 (Tag 1)

Die Anfahrt in die Pyrenäen hat uns zwei Tage gekostet. Nach dem Zwischenstopp in Lyon sollte es geradewegs über die Autobahn nach Perpignan gehen. Wenn da nicht was dazwischen gekommen wäre…

Denn wir hatten kurzfristig beschlossen, eine andere Autobahn zu fahren. Die A75 statt der A7. Eigentlich ein Umweg von nur einer Stunde, dafür aber mit abwechslungsreicherem Panorama und einer Überfahrt des Viaduc de Millau. Irgendwo direkt südlich von Lyon haben wir allerdings den Anschluss verpasst, wurden von den Navis über eine Landstraße gelotst und wussten irgendwann, während wir über alte schmale Landstraßen fuhren nicht mehr, wo wir sind und wo wir eigentlich hin wollten. Rund um Mende zogen so drei Stunden ins Land – auch wenn der Umweg eigentlich was den Fahrspass betrifft eine lange ersehnte Abwechslung zur Autobahn darstellte.

Spät Abends fragten wir uns in Perpignan durch die verschiedenen Campingplätze und wurden bei dritten fündig. Ein kleiner familiärer Campingplatz abseits der sehr touristischen Megacamps mit Wasserrutschen. „La Bosque“ ist kompakt und glänzt mit einem tollen Strand. Endlich Mittelmeer!

#thepluses sind nun vollständig.

Am Nachmittag des folgenden Tages trafen dann auch Sebastian und Katrin mit ihrem Mercedes C450 AMG ein. Endlich wiedervereint. Fast ein Jahr nach der letzten Ausgabe von thepluses. Da wir diesmal mit jeweils eigenen Fahrzeugen antanzen wollten statt zwischendurch durchzuwechseln, hatten wir uns vorher ein paar Eckdaten als Ziel gesetzt: Familientauglich sollte das Auto sein (wir wollten ja Sonat mitnehmen), dann noch Allrad (schließlich wollen wir nicht mit der durch quattro begründeten Tradition brechen), aufgeladene Motoren (wir haben ja immer betont, wie schwer sich Sauger auf Höhen jenseits der 1.800er Marke tun) und ein Kaufpreis unter 100.000 Euro. Während ich den Nissan GT-R als voll familientauglich bezeichnen würde, hat Sebastian mit seinem Kombi den Vogel abgeschossen. Aber zumindest hätte er genug Platz um einen Satz Ersatzreifen mitzunehmen – bei seiner Fahrweise…

Col de Paillères.

Welch eine Wohltat! Schon der erste Pass, der uns erwartet, ist über 2.000 Meter hoch. Die Anfahrt dort hin führt über kurvige Landstraßen, die sich ab und an an Flüsse schmiegen, hier und da auch an giftige Felsvorsprünge. Diese Straße von Ost nach West gibt uns endlich einen Vorgeschmack auf die Gegenden, die uns in den kommenden 9 Tagen erwarten. Kleine französische Örtchen, die so wirken, als seien sie schon immer dort gewesen. Zeitgleich mit den Pyrenäen entstanden und beliebig an der Straße verstreut.

Unvermittelt startet hinter Rouze der eigentlich Anstieg zum 2.001 Meter hohen Col de Paillères. Auf den letzten Kilometern wird er einspurig, verliert sämtliche Bäume und Blätter und zeigt eine in Limettengrün und Strohgelb getauchte Landschaft, die so typisch für die Pyrenäen ist. Hier und da brechen durch die weiche Grasdecke Fremdkörpern gleich kalte, spitze Felsen und geben der Umgebung ein fremdartigere Grundtonalität, als es in den Alpen der Fall ist.

Der GT-R schnappt aus den spitzen Serpentinen heraus nach Luft, muss erst den Drehzahlkeller durchwaten um dann die Schubraketen zu zünden und kurz darauf mit Nachdruck nach vorne zu ziehen. In den fast schon zu engen Kurven ist es von bedeutender Wichtigkeit, den GT-R immer auf Zug zu halten. Nur dann – typisch für Allrad – zieht einen die Vorderachse durch die Kurve. In den klappmesserartigen Serpentinen ist dafür aber kaum Platz. Das bestraft der GT-R sofort mindestens mit Vorderreifen am Haftungslimit oder gar mit Untersteuern. Bei dem Lebendgewicht des GT-R keine Situation, die man mit Leidenschaft verbindet. Doch wenn die Kurven ihm etwas Luft bieten, um Schwung mitzunehmen und die Kurvenscheitel sauber anzuvisieren, die Straße sich hebt und senkt und die Oberfläche eine Mischung aus zig Asphalten ist, dann ist der Nissan in seinem Element und zieht schneller gen Horizont als der eigene Verstand. Welch eine diebische Freude! Ich habe es so sehr vermisst…

→ Weiter geht’s mit Tag 2.

 

Fahrzeug: Nissan GT-R Black Edition MY15

Lackierung: Sunset Red
Felgen: Geschmiedete RAYS Superleichtbau-20″ Aluminiumfelgen im 10 Speichen Design
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz/Rot

Motor: V6-Bi-Turbo-Motor
Hubraum: 3.799cm3
Leistung: 404 kW (550 PS)
Drehmoment: 632 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungs getriebe
Antrieb: Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km
CO2-Emission: 275 g/km

Preis Testfahrzeug: ab 98.000,- €

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

4 Antworten auf „Erste Pyrenäen-Luft mit dem GT-R| #thepluses3 (Tag 1)“

  1. Sehr geiles Video, sehr geil geschriebener Text! freue mich schon auf den nächsten Teil! Weiterhin viel spass #Neidischaufeuch

    1. Danke dir Christian! Am nächsten Teil sitze ich gerade… 😉
      Hättest du denn noch Anregungen oder Wünsche? Bei Liveberichten ist ja alles möglich… 😛

      Liebe Grüße
      Can

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