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Ersteindruck Honda Accord 2.2 i-DTEC 180 Type S

Honda Accord Type S 2012 Blau: Ersteindruck

Seit gut einer Woche steht der Honda Accord Type S nun bei mir. Also gut Halbzeit. Grund genug mal meine bisherigen Eindrücke an euch weiterzugeben.

Ich mag Japaner. Immer mehr: Von Testfahrzeug zu Testfahrzeug. Bevor ich gebloggt habe bin ich nie Japaner gefahren. Es gab einfach nie den Anlass. Ich war genauso voreingenommen wie vermutlich alle anderen Leser einschlägiger Zeitschriften. Sieht dann so aus: Deutsch ist Premium, alles andere ist Mist. Stell sich heraus: Es ist gar nicht so! So ein Accord zum Beispiel fährt recht selten rum, aber kann wirklich was. Was man nämlich nicht vergessen darf ist auch noch der Preisunterschied zu Modellen europäischer Hersteller. Gut, mit knapp 40.000€ ist der von mir getestete Accord Type S nicht wirklich günstig. Er ist allerdings auch mit vielen Komfortfeatures ausgestattet. Die Details dazu gibt es erst im fertigen Hauptartikel zum Pressetestfahrzeug.

Also nur eine Art kurzer Steckbrief: Von außen finde ich ihn super, wurde auch schon von Passanten gelobt ob des tollen Autos. Von Innen gefällt der Platz, die Sitze, Lenkung und – natürlich – die Schaltung. Weniger gefällt die Haptik und das User-Interface des Infotainment-Systems. Der Motor ist kraftvoll, will diesel-typisch viel geschaltet werden. Das muss ich auch sagen: Ich gebe mir wirklich Mühe immer aggressiver zu fahren. Doch der Durchschnittsverbrauch geht nur immer weiter runter. Aktuell bin ich bei 6,9 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Ärgerlich finde ich nur den Kofferraumdeckel der beim Öffnen bis nach oben gehoben werden will um nicht von alleine zuzufallen, dann aber beim Schließen natürlich von alleine zufällt. Aus Gewohnheit werfe ich ihn jedoch mit Schwung zu wodurch es einen unglaublichen Knall gibt. Zugeschlagende Tür eben. Man kennt es von den pubertierenden Kindern im Haus :) (Nicht dass ich welche habe)

Wirklich begeistert bin ich von den Langstreckenqualitäten. Es ist ruhig im Innenraum, selbst bei 200km/h hat man das Gefühl absoluter Kontrolle und die Sitze sind bequem.

Soviel für’s erste zum Honda Accord Type S. Demnächst gibt es dann den ausführlichen Fahrbericht. Wenn ihr nicht so lange warten wollt könnt ihr ja bei Björn alles über die “sportliche Dienstwagen-Alternative” lesen.

Kann auch als Vorbereitung auf meinen Artikel nicht schaden, denn Björn und ich haben grundlegend andere Herangehensweisen an und Sichtweisen auf ein Auto.
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10 Responses to “Ersteindruck Honda Accord 2.2 i-DTEC 180 Type S”

  1. Marc Gutt

    7 Liter sind auch später der Schnitt bei der Limousine. Wer sparsam fährt, vielleicht 6,5 Liter.

    Die Bedienung ist reine Gewohnheit. Ein VW Fanboy, wie es bei Autobild und Co. der Fall ist bewerten das immer negativ. Am Anfang habe ich mich aber ehrlich gesagt auch ständig vertan wie jeder der mal eben die Lautstärke ändern will. Alle drehen am großen Rad, dabei ist das kleine für die Lautstärke und das große fürs Menü. Aber wenn man es gewohnt ist, macht man es nie mehr falsch. Der Fahrer sowieso nicht, der dann die Lautstärke am Lenkrad ändert.

    Womit man auch ganz gut klar kommt ist das Durchforsten von MP3s oder hast Du die Version mit dem Navi? Ohne Navi hat man nur das Rad. Aber man kann auf das Rad drücken, so dass man in den Root wechselt und von da aus kann man drehen und klicken je nachdem wo man landen möchte. Das ist ganz passabel.

    Was mich bis heute nervt ist die Tatsache, dass der ein Smartphone nicht als Wechsellaufwerk erkennt. Vermutlich irgendwelche NICHT-MP3-Dateien, die dann zum völligen abbrechen des Lesevorgangs führen. Absolut unnötig und schmerzhaft, da der Accord kein Bluetooth-Audiostreaming unterstützt.

    Aktuell habe ich auch ein Phänomen, das ich aber noch verifizieren muss. Ich habe die Zündung auf II, also nicht gestartet und stecke einen Ladeadapter fürs Handy (KFZ auf USB) in die Buchse und dann geht die Motorkontrollleuchte an, die nach ca. 5 weiteren Fahrten (Startvorgänge) wieder verschwindet. Ich werde das aber nochmal genau testen in dem ich den Ladeadapter mehrfach rein- und rausstecke. Aktuell fahre ich ohne Adapter um zu sehen ob es an was anderem lag.

    Gruß

    Antworten
    • bycan

      Hallo Marc,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich muss zugeben mit der Bedienung an sich habe ich gar kein Problem. Auch wenn ich einen kleinen Verbesserungsvorschlag auf Anhieb hätte: Wieso schiebt man beim großen Rad nur den oberen Ring statt die ganze Bedieneinheit? Dass die Lautstärkeregelung das kleine Rad ist wird bei immer mehr Herstellern normal. Teilweise wandert der Lautstärkeregler sogar neben den Schalthebel.

      Ich habe die Version mit Navi, finde aber dass auch das durchforsten ohne Bildschirm ganz gut funktioniert. Dann eben über die “Folder”-Taste. Allerdings bin ich auch jemand der nur komplette Alben und meist auch nur 5-6 verschiedene mit sich rumträgt. 20GB unsortierte Musik und dergleichen ist mir ein Graus.

      Beim CR-Z hatte ich übrigens nur die Laufschriftzeile zum Navigieren (kein Navi) und fand die Anzeige der Ordner leicht verständlich.

      Mit dem Smartphone tut man sich wirklich schwer. Auch die Bedienung der Freisprecheinrichtung nur über Audiocommands ist meines Erachtens zu umständlich. Also lieber gar kein Smartphone koppeln sondern einen kleinen USB-Stick mit Musik vollpacken und fertig. :)

      viele Grüße
      bycan

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      • Marc Gutt

        >Freisprecheinrichtung
        Ja die Spracherkennung kann man vergessen. Du hast zum Glück das Navi, das automatisch das Telefonbuch auslesen kann. Ich (ohne Navi) muss Nummern per Sprache abspeichern und das geht so gut wie gar nicht 0151.. und 00151 steht im Display. Es war ein Graus da ein paar Nummern reinzubekommen. Und nach dem letzten Werkstattbesuch wo alle Nummern durch ein Software-Update gelöscht wurden (!), hatte ich nicht mal mehr Lust die noch mal einzupflegen. Nur das Telefon gepairt und das wars. D.h. ich nutze auch nur noch das Smartphone, wenn ich irgendwo anrufen will. Die Gespräche selbst über die Freisprecheinrichtung laufen ja gut. Wobei bei mir (Tourer) der Dachbereich schlecht gedämmt ist, so dass der Gesprächspartner bei Regen die Tropfen als Klopfgeräusche wahrnimmt. Das sind aber wirklich Kleinigkeiten.

        Der Wagen sieht gut aus, hat meiner Ansicht nach keine Mängel, fährt sich toll und hat ausreichend Druck. Er macht so viel Spaß, dass die ganzen Tester von Magazinen ihn als Spritfresser titulieren. Da kam nämlich keiner auf unter 8 Liter. Habe ich in der ersten Woche auch nicht geschafft :D

        Nach 40.000 km hat mein Tourer – und ich habe immer noch Spaß – im Schnitt 7,2 Liter Verbrauch.

        Und noch ein Argument ist übrigens der Preis. Damit meine ich nicht den UVP, sondern das was man aushandeln kann. Auf Grund der eher mäßig Absatzzahlen bekommt man da schon gute Rabatte.

        Antworten
        • bycan

          Wenn die Freisprecheinrichtung eingerichtet ist, dann tut sie was sie tun soll. Es wäre aber deutlich besser wenn alle Features voll in das Navidisplay integriert wären. Sonst kommt es eben zu solchen Problemen wie du sie nennst. Außerdem ist das Display wirklich nicht übersichtlich. Da sollte mal ein UI-Designer ran!

          Viele Grüße
          bycan

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  2. Ciro

    Gefällt mir, wie Du hier über Autos aus Japan berichtest. Die von Dir zitierte Haltung kann man aber nicht nur lesen, sondern hier und da auch schon mal aus Gesprächen raushören. Das über-gestrige Reiskocher-Image ist nicht totzukriegen. Man hat das Gefühl man müsse sich entschuldigen, dass man kein Auto aus D oder wenigstens aus EU fährt. Die meisten halten die japanischen Autos für hässliche Blechkisten für Leute, die anspruchslos oder geizig sind, während die wahren Connaisseure sog. Premium-Autos fahren. Ok, das Design war eine Zeit lang wirklich nicht soooo prall. Aber es tut sich was.

    Was ich bei den Japaner interessant finde, dass jeder Hersteller ein bestimmtes Spezialgebiet hat. Ich könnte das jetzt hier aufzählen, aber das würde den Rahmen sprechen… Es eint sie aber der Wunsch nach technischer Perfektion, die bezahlbar ist und im Alltag funktioniert. Siehe Hybrid etc.

    Nissan hattest Du ja schon einige. Bin gespannt, was bei Dir noch so an Japanern vorgestellt wird. Ich bleibe am Ball ;-)

    Antworten
    • bycan

      Hallo Ciro,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Lob. Ich gebe mir Mühe etwas an der allgemeinen Sicht auf Fahrzeuge aus bestimmten Ländern oder Regionen zu ändern. Grundsätzlich kann man ja inzwischen schon sagen: Egal woher das Auto kommt, die Qualität ist immer hoch und das Produkt ausgereift. Es ist mehr Image und Geschmack der einen zu einem bestimmten Auto greifen lässt. Richtig schlechtes gibt es nicht.

      Ich hatte auch schon interessante Gespräche mit anderen Import-Herstellern wie z.B. Citroen über genau dieses Thema. Eines haben sie alle gemeinsam: Fusszufassen und sich auf dem deutschen Markt zu behaupten ist wirklich schwierig. Nicht zuletzt da eben von den Medien propagiert wird es gäbe nichts außer deutsche Hersteller.
      Die Deutschen sind wirklich hochwertig, das würde ich nicht bestreiten. Aber sie lassen es sich auch teuer bezahlen.

      Du kannst gespannt bleiben: Demnächst gibt es ein paar Fahrzeuge von Mitsubishi. Eventuell gesellt sich gegen Ende des Jahres auch noch Suzuki zu den Testfahrzeugen.

      Ich muss zugeben: Die Spezialgebiete würden mich sehr interessieren! Wenn dir also mal die Zeit nehmen kannst, kannst du sie gerne hier posten.

      viele Grüße
      bycan

      Antworten
  3. Ciro

    Vielen Dank für Dein Interesse.

    Ich will mal versuchen, meine Sicht zu teilen. Natürlich ist das alles höchst subjektiv. Denn ich kann Diesel (laut, dreckig, unmodern) nicht leiden und glaube nicht daran, dass mich ein teueres Auto zu einem besseren Menschen macht. Was nicht heißt, dass man nicht auch preiswerteren Autos Fahrspass erleben kann. Aber das ist ein anderes Thema. Hier ein paar Zeilen zu japanischen Herstellern:

    TOYOTA hat sich in den letzten besonders in Richtung Hybrid entwickelt und nach und nach hält die Technologie in der gesamten Modellpalette Einzug .Ohne dabei die berühmte Zuverlässigkeit zu vernachlässigen. Dadurch zeigt sich, dass Hybrid nicht nur eine Nischenlösung sein muss und durchaus bezahlbar sein kann (siehe Yaris Hybrid). Modelle wie der iQ zeigen darüberhinaus, dass die Entwickler frei und unbelastet loslegen können/dürfen. Besonders interessant finde ich auch, dass man vor kurzem verkündete die Dieselentwicklung einzustellen uns stattdessen mit BMW kooperiert. Anders als beispielsweise Mazda hat man noch kein eigenständige Designlinie gefunden. Wobei die Ikone Prius gerade in D unter anderem wegen der Form nicht ankommt.
    TOYOTA = der ingeniöse Perfektionist

    NISSAN ist auf andere Weise mutig. Speziell in EU haben sie die Programm auf praktische Kleinwagen (City) und ziemlich ungewöhnliche SUVs runtergekocht. Ich würde sagen mit Erfolg: Mutti bekommt einen flotten City-Flitzer oder und Vatti einen netten SUV. Immer Bezahlbar und unter dem Blech grundsolide. Wenn ich mir das Design eines Juke oder Cube ansehe, dann zeigt sich aber auch, dass Mut nicht immer belohnt wird. Wobei das sicherlich eher in D nur so kontrovers diskutiert wird. Ob der Einstieg von Renault langfristig der Qualität schaden wird? Wer weiss. Der Leaf wiederum ist das erste familientaugliche und anständige Elektromobil. Nicht schlecht für einen solche kleinen Hersteller.
    NISSAN = kreativen Freaks

    Bei HONDA denken die meisten an Mopeds und Motoren. In der Tat sind die Jungs da ziemlich engagiert. Wie ich hier lese, sind auch die Dieselmotoren sahnig. Leider hat man den Erfolg des Civic aus den 90ern nicht anknüpfen können. Andererseits ist das Design der letzten und aktuellen Generation sehr erfrischend. Ähnlich, wie die Toyotas treiben sie das Thema Hybrid ziemlich weit voran (Insight, Civic Hybrid, Jazz, CR-Z), haben aber auch Freude an pfiffigen Alternativlösungen: Klappsitzfläche im Civic, Multipla-Nachfolger FR-V oder auch mal ein klassisch schöner S 2000.
    HONDA = fahrspassige Motorenmaniacs

    MAZDA gehört meiner Meinung nach zu den am meisten unterschätzen Japanern. Alle kennen nur die unsexy aber unkaputtbaren 323 oder 626. Aber allein der MX-5 zeigt, dass die Jungs in Hiroshima oft am Puls der Zeit waren. Klar, das Design der Modelle hat erst seit der letzten Modellgeneration angezogen. Unter der Haube aber war immer schon Avantgarde angesagt: Wankel, Miller, Comprex. Hat nur nicht jeder mitbekommen. Gerade konzentrieren sich die Ingenieure darauf die Autos zu entschlacken und damit leichtere und sparsamere Fahrzeuge zu bringen. Mit dem CX5 zeigen sie dieses Jahr, dass sie in Sachen SUV ganz vorne mitspielen. Auch wenn sie von der Motorentechnisch nicht gerade the next big thing in der Pipeline haben, so finde ich aber das Design momentan von allen Japaner am gelungensten.
    MAZDA = schrullige Individualisten

    Leider geht mir ein wenig die Zeit aus, sonst würde ich zu Subaru, Suzuku, Daihatsu und Mitsubishi auch noch weiter schreiben. Werde das einfach posten, wenn Du die entsprechenden Tests veröffentlichst, ok?

    Für alle Japaner gilt: Sicherlich ist nicht jede Entscheidung hinsichtlich alternativer Antriebskonzepte hier in Europa nachvollziehbar. Aber im Heimatmarkt, Nordamerika und Asien spielt der Diesel kaum eine Rolle und im Verhältnis stellt der EU-Markt nur einen geringen Absatzmarkt dar. Vielleicht auch ein Grund, warum sich gerade die Diesel-versessenen Deutschen mit Japanern schwer tun.

    Die Preisgestaltung der Japaner ist für manch einen auch ein Hemmschuh, denn was früher billig und vollausgestattet war ist heute praktisch so teuer wie beispielsweise ein VW. Eigentlich ist das relativ preiswert, denn die Folgekosten durch weniger Reparaturen und längere Garantien sind meist deutlich niedriger. Leider zeigt sich die Qualität im Wiederverkauf nicht, denn gerade bei Gebrauchtwagenkäufern bei denen das Budget im Vordergrund steht, bleiben Mazdas oder Hondas auf dem Händlerhof stehen.

    Abschliessend würde ich sagen, dass die Japaner den deutschen Herstellern in Sachen Engineering und ganz bestimmt auch Qualität in nichts nachstehen. Teilweise sogar etwas haltbarer, weil die japanische Denke Marketing-getriebene Innovationen verbietet. Dennoch sind sie nicht weniger innovativ.

    Gerade in Deutschland ist das Auto ein Ausdruck des sozialen Status oder verfügbaren Fahrzeugbudgets. Daher ist das Klientel sehr empfänglich für noch breiter, noch potentere und noch teuerere Autos. Ich persönlich finde das jetzt nicht so rasend zeitgemäß. Aber am Ende muss das jeder selbst wissen.

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    • bycan

      Wow! Ich bin wirklich beeindruckt Ciro!

      Vielen vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
      Finde es toll wie du die Hersteller unterscheidest. Du triffst den Nagel auch auf den Kopf, man darf auch nicht vergessen dass die Hersteller in anderen Ländern noch deutlich mehr Modelle haben. In Deutschland ist eben die Konkurrenz sehr groß und nicht jedes Fahrzeug lohnt sich.

      Ich würde mich wirklich freuen wenn du – wenn ich die entsprechenden Fahrzeuge getestet habe – auch dort kommentieren würdest. Bei Mitsubishi und später hoffentlich Suzuki.

      Viele Grüße
      bycan

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