Mazda 6 Diesel Limousine Skyactiv-D 175 (GJ) Fahrbericht

Mazda 6 Diesel Limousine Skyactiv-D 175: Proceed with Diesel Power

Man stelle sich vor: Eine schnittig designte Limousine, sportlich straff gezeichnet, flach, lang. Und dann werkelt ein Diesel unter der Motorhaube.

Das Design des Mazda 6

Dass die Mazda 6 Diesel Limousine eine der aktuell schönsten Mittelklasselimousinen ist steht völlig außer Zweifel. Lange Scheinwerferschlitze die in den Kühlergrill munden, stark ausgeformte Radhäuser, verschwenderische Proportionen. Alles an dem 6er sieht stimmig und sportlich aus. Vor allem aber Geschmackvoll. Und so viel Charakter haben die wenigsten anderen Limousinen noch, die eher immer mehr in die exakt gleiche Richtung tendieren und immer verwechselbarer werden. Keine Frage: Der Mazda 6 ist mein Designfavorit in der Mittelklasse.

Was bedeutet Skyactiv?

Aber Mazda gestaltet nicht nur schöne Autos, die der eigenen Designsprache KODO folgen. Sie gehen auch mit ihrer Skyactiv-Technologie in eine völlig andere Richtung als die anderen Hersteller. Mehr dazu könnt ihr in einem Artikel erfahren, den ich früher geschrieben habe. Kurz zusammengefasst bzw. auf die für mich entscheidende Kernaussage reduziert: Statt den Verbrauch zu optimieren indem man den Hubraum verkleinert und dann mit einem Turbo arbeitet bleibt Mazda dem Motto „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“ treu. Der Hubraum bleibt groß, die Verbrauchsreduzierung wird durch andere Maßnahmen erzielt. Beispielsweise durch die Nutzung eines Kondensators zur kurzfristigen Energiespeicherung (i-ELOOP) – statt eines Akkupacks wie bei anderen Herstellern.

Die Diesel Power des Mazda 6.

Und während ich bei meiner letzten Fahrt mit der Mazda 6 Limousine nicht so recht überzeugt war vom Zusammenspiel von Motor, Schaltung und Fahrwerk haben mich zwei Wochen Dauereinsatz eines Besseren belehrt. Dieser 175PS Dieselmotor ist einfach Hammer! Ja, ok, ein wirklich hübsches Auto und dann ein Dieselmotor unter der Haube könnte ich immer noch als Sakrileg verstehen. Aber diese schier grenzenlose Leistung und der Durchzug sind wahrlich eine Freude. Und lassen mich ganz, ganz schnell alles das vergessen. Lassen mich mit Nachbrenner über die Autobahn heizen. Was die Optik des Mazda 6 verspricht, das hält dieser 2,2 Liter große Motor. 420 Newtonmeter Drehmoment sind ein Wort.

Im Gegensatz zum letzten Mal, als ich den 6er auf der Landstraße gescheucht habe konnte ich ihn diesmal auch deutlich mehr dort austesten, wo er hingehört. Stadt und Autobahn. Genau hier spielt er seine Stärken aus. Besonders auf der Autobahn wo man komfortabel Reisen kann, auch bei hohen Geschwindigkeiten ein völlig ruhiges Lenkrad in der Hand hält und sich allein auf den Horizont konzentrieren kann. Ich glaube besonders auf Fahrten zwischen den Städten braucht man sich im Mazda 6 keinerlei Gedanken über andere Verkehrsteilnehmer zu machen die schneller oder langsamer als einer selbst unterwegs sind. Adäquates Reisen nenne ich das.

In der Stadt fällt vor allem auf, dass die Start-Stopp Automatik von Mazda tatsächlich deutlich angenehmer werkelt und den Motor schneller wieder anschmeißt als andere. Erzielt wird das durch eine optimale Positionierung der Kolben in den Zylindern vor dem Ausschalten des Motors. Kupplungspedal kurz berührt und schon ist der Motor wieder voll da. Auch die Übersichtlichkeit der Karosserie ist angenehmer als es die ausladende, flache Form vermuten lässt. Die Kamera im Heck schadet trotzdem nicht um beim Rückwärts-Seitwärts Einparken keine fatalen Fehler zu machen.

 

Assistenzsysteme im Mazda 6.

Einzig die technischen Assistenzsysteme haben mich das eine oder andere Mal verwirrt. Mal will der Tote-Winkel-Assistent ein Auto in meinem toten Winkel erkannt haben, welches längst nicht mehr dort ist sondern die Spur gewechselt hat. Mal springt er erst an wenn das Auto wieder aus dem toten Winkel herauslugt. Der Parkassistent, bzw. die PDC, springt für meinen Geschmack viel zu spät an, weswegen ich sie immer wieder manuell aktiviert habe – nur um sicher zu gehen. Beim Spurhalteassistenten hatte ich das Gefühl, dass er zu früh losschreit, habe dann aber die Möglichkeit gefunden die Empfindlichkeit über das Menu zu variieren und konnte so die für mich passende Warnschwelle definieren. Eine solche Einstellungsmöglichkeit sollte es bei anderen Herstellern auch geben!

Innenraum des Mazda 6.

Zwei Dinge haben mich in Innenraum begeistert. Nummer eins ist der Lederbezug der Sitze. Rote Kontrastnähte und perforiertes Leder. Dazu guter Seitenhalt und hoher Komfort. Nummer zwei sind die Drehregler für die Klimaautomatik. Dieses satte, metallische Klicken, die Haptik, der zum Drehen nötige Druck. Absolut perfekt, am liebsten hätte ich diese Drehregler mit ins Bett genommen um daran weiterzuspielen. Da heißt es Audi habe die besten Drehregler… Ich glaube die Krone sollte ab sofort an Mazda gehen. So oft habe ich noch in keinem Auto unnötigerweise die Klimaeinstellungen geändert. Auch die Anzeige der Temperatur hinter einer geschwärzten, transparenten Oberfläche macht richtig was her. Mazda spielt im Innenraum groß auf. Nur ausgerechnet der Drehregler für das Entertainment/Navi wollte nicht so recht ins Bild passen. Zu klobig und im Vergleich zu den anderen Bedienelementen billiger in der Haptik. Da hätte ich mir lieber einen der Regler der Klimaanlage hin gewünscht.

Preis/Leistung beim Mazda 6.

Das ganze Paket kostet im Falle des Testfahrzeuges knapp 38.000 Euro. Das ist ein verflucht guter Preis wenn man bedenkt was man dafür bekommt. Der Mazda 6 lässt wirklich keine Wünsche offen (ich sage bewusst „keine Wünsche“ und nicht „kaum Wünsche“): Weder auf Leistung noch auf Design muss man verzichten. Genauso wenig auf Verarbeitungsqualität oder etwa Zuverlässigkeit. Das schwer verdiente Geld dürfte bei der 6er Limousine ziemlich gut angelegt sein.

Fahrzeug: Mazda 6 Limousine Skyactiv-D 175 Sports-Line

Lackierung:Metalliclackierung Graphit-Grau
Felgen: –
Polster/Leder:Lederausstattung

Motor: 2l R4 Dieselmotor
Hubraum:2.191 cm3
Leistung: 129 kW (175 PS)
Drehmoment: 420 Nm
Getriebe:Manuelles Skyactiv M/T 6-Gang-Getriebe
Antrieb: Vorderradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,8s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 223 km/h

Türen/Sitze: 4/5
Verbrauch kombiniert: 4,5 l/100 km
CO2-Emission: – g/km
Preis: 38.240,- €

Driver’s Groove Bewertung: 7/10