Fahrbericht Mercedes-Benz C300 Coupé

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M8557221. So lautet der Online-Code zu meinem persönlichen Mercedes C-Coupé.

Noch nie hatte ich die Situation, dass mir ein Fahrzeug schon im Vorfeld so gut gefiel, dass ich mir noch vor der Fahrveranstaltung im Konfigurator mein persönliches Auto zusammengebaut hätte. Doch das C Coupé hat schon bevor ich ihn fahren konnte mein Herz erobert. Ich war bereits bei der Vorstellung der Limousine in Marseille dabei und war völlig geflasht von dem großartigen Innenraum. Ich habe das S Coupé gesehen und mich in das breite, edle, schlichte Heck verliebt. Und jetzt kommt Mercedes mit einem Auto um die Ecke, das alle meine Designhighlights in einem bündelt und vollendet ausformt.

Wie es mein Herz erobert.

In letzter Zeit lege ich eine immer größer werdende und aufkeimende Liebe für das etwas ältere Blech an den Tag. Wie vermutlich viele Autoliebhaber meiner Generation. Die Autos von damals hatten eine gewissen Schlichtheit und Reduziertheit, die man heute kaum noch findet. Doch bin ich da von einer voluntären Ambivalenz gezeichnet. Denn gleichzeitig mag ich den Komfort und das gehobene Gefühl von heutzutage bis in die letzte Ritze perfekt durchdachten Maschinen.

Äußerst selten kommt dann ein Automobil an den Markt, dass mir solch eine notorische Zerrissenheit meiner Gefühlswelt erspart. Und alleine dafür könnte ich dieses jene Automobil schon lieben. Aber es bleibt nicht nur bei dieser einen Lebenserleichterung. Nein, ein noch geringerer Prozentsatz schafft es, mich auch noch genau an den Ecken meines Körpers zu zwicken, die empfänglich sind für alles das, was rein emotional und triebhaft ist. Quasi eine Art Urinstinkt auszulösen.

Ich möchte mich nicht ergehen in diversen Vergleichen zwischen Frauen und Autos. Wohl aber die Behauptung aufstellen, dass die Autobauer heutzutage eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, wie sie welche Emotionen in uns rühren können. Egal ob Mann oder Frau. Wenn der hintere Kotflügel und das rundliche, gleichzeitig sehnig gedehnte Heck des C Coupés den Impuls in mir auslösen, dass ich es anfassen möchte, dann erwische ich mich gleichzeitig auch dabei, dass ich denke: Ob ich das wohl darf?

Ich entferne mich anschließend ein wenig von dem Auto und lasse meinen Blick schweifen. Doch ich komme nicht aus. Ich sehe dieses formschöne C Coupé in der spanischen Nachmittagssonne, hinter dürrem, spanischem Strauchwuchs und vor weichen spanischen Hügelchen. Beobachte es, wie es lange Schatten auf den Boden wirft und erhaben jegliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der starke Wind in dieser Gegend bläst mir dabei Sand in die Augen. Er ist so rabiat, dass er einem beim Aussteigen die Fahrertür aus der Hand reißt. Behäbig drehen sich im Hintergrund die Windräder. Die Spanier fahren auf der nahegelegenen Landstraße auf und ab. Ich will das C300 Coupé länger von außen betrachten, aber bevor die Sonne vollends untergeht, möchte ich es in die nahegelegenen Berge schaffen.

Die Wishlist für den Antrieb.

Die Fahrt mit dem Vierzylinder im C300 Coupé hat mir gezeigt, dass ich mit der Wahl der Motorisierung bei meiner Wunschkonfiguration M8557221 (nämlich gar nur ein C250) falsch liege. Denn das C300 Coupé hat eigentlich das Mindestmaß an Power, das ich von einem solchen Coupé erwarten würde. Und selbst dann kann der vom Vierzylinder gelangweilt generierte Sound nicht so recht mit dem zusammen passen, was ich als Stimme meines sportlich gestalteten Automobils erwarten würde. (Das fürchterlich schlechte Spanisch der schwäbischen Navidame tut da fast ihr übriges um fast schon die grazile Schönheit dieses Autos in Zweifel zu ziehen.) Doch sind die Fahrleistungen sind bei 245PS und 6 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert eben angemessen. Und darauf kommt’s an. Die 7-Gang Automatik ist standesgemäß und das Fahrwerk sollte doch bitte als Airmatic auf der Zubehörliste angetickt werden. Viel mehr braucht es für’s Glück nicht. So gerüstet, wird dann auch die Fahrt durch die deutlich kurvigeren und mit Steigungen gesegneten Regionen zu einem Vergnügen.

Betrachtungen eines Gentlemans.

Darf man sich selbst denn als Gentleman bezeichnen? Egal. Ich tue es und behaupte mal, dass ich durchaus gentle sein kann. Also parke ich das C300 Coupé in seiner mattgrauen Lackierung auf einem Stück Erde nahe einem steilen Abhang, fahre es vor und zurück, bis die tiefstgoldene Sonne im Hintergrund im flachen Winkel die Aussenhaut des Coupés umstreichelt, berühre beim Aussteigen nochmal kurz die offenporige schwarze Esche der durchgehenden Mittelkonsole mit den Fingerspitzen, damit sich meine Kapillargefäße möglichst lange an diesen Eindruck erinnern mögen, und betrachte es erneut von Außen.

Immer wieder neue, kleine Feinheiten kann ich erkennen. Immer auffälliger finde ich die durchgehende Strebe an den Flanken, die hinter dem vorderen Kotflügel startet und sich bis in die Rückleuchte zieht und damit den Bereich definiert, über dem sich flach das Dach wölbt. Immer konsequenter finde ich die Formensprache, die einem wie ein kurzer, prägnanter Satz erscheint. Eine Reduktion auf das Wesentliche und die Kunst des Verzichts auf dem Höhepunkt.

Aber ein Gedanke bleibt mir bis zuletzt erhalten: Mein liebes Coupé… was wäre, wenn man dir einen Biturbo V8 einpflanzt? Den V8, den ich bei deinem Limousinen-Bruder kürzlich erfahren durfte? Und meine Kapillargefäße in den Fingern fangen an zu vibrieren. Denn sie wissen, wohin die Reise jetzt geht.

 

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

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Fahrzeug: Mercedes-Benz C300 Coupé Edition 1

Lackierung: Designo Selenitgrau Magno
Felgen: 19″ LMR 4fach 5-Doppelspeichen-Design
Polster/Leder: Ledernachbildung ARTICO/Mikrofaser DINAMICA schwarz/nussbraun

Motor: R4
Hubraum: 1.991 cm3
Leistung: 180 kW (245 PS)
Drehmoment: 370 Nm
Getriebe:7G-TRONIC PLUS
Antrieb: Hinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,0s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 250 km/h

Türen/Sitze: 3/4
Verbrauch kombiniert: 6,8 l/100 km
CO2-Emission: 157 g/km
Preis: ab 44.803,50 €[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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