Audi A3 Cabrio Quattro (8V) Fahrbericht

Etwas mehr als 15 Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal in Monaco Teilstrecken des Grandprix Kurses abgefahren bin. Damals als Schüler und nicht selbst am Steuer, sondern in der vorletzten Reihe unseres Busses, der mich und meine Mitschüler an den freien Tagen unseres Schüleraustausches quer durch die Côte d’Azur gefahren hat. Der Busfahrer hatte sich einen Spass daraus gemacht die Curbs ein wenig anzufahren. Damals dachte ich: Das kenne ich alles nur aus dem Fernsehen!

Heute, besagte 15 Jahre später, bin ich mit dem Audi A3 Cabrio wieder da.

Die Formel 1 ist inzwischen fürchterlich langweilig geworden und bei mir hat ein wenig Nüchternheit Einzug gehalten, die ganz automatisch mit dem erwachsen werden kommt. Monaco ist eben einfach nur Monaco. Was für mich zählt ist nur eines. Diesmal fahre ich selbst (oder schlimmstenfalls als Beifahrer von Sebastian – seinen Artikel zum Audi A3 Cabrio solltet ihr unbedingt auch lesen) und dann auch noch in einem neuen Audi A3 Cabrio, das hier her passt wie Parfüm nach Grasse. Wir haben Anfang November, in Monaco angenehme 22 Grad und ich lasse mir von der kühlen Meeresluft mein Gesicht streicheln. Zuerst riecht es wunderbar nach verbranntem Holz, dieser Geruch den man mit Hochsommer verbindet. Dann nach frisch zubereitetem Fisch, der Lust auf Meeresfrüchte in einem der unzähligen Sternerestaurants macht. Zuletzt das Rauschen des Meeres und die salzige, feuchte Luft. Alles das erlebt man nur in einem Cabrio in solch krasser Intensität.

Beim Blick nach oben, wenn man in Küstennähe unterwegs ist, kann man die Stockwerke der Wolkenkratzer zählen und spätestens wenn man auf den Balkonen die Waschmaschinen stehen sieht weiß man, dass man es hier mit einem ganz anderen Klima zu tun hat als zuhause.

Mit dem Audi A3 Cabrio wollen wir zwei Dinge tun. Wir wollen im Herzen der wunderschönen Stadt unterwegs sein, uns klein fühlen zwischen den Gebäuden, dem endlosen Meer und den steilen Felsen. Danach wollen wir hoch hinauf, uns über die Kronen der hohen Bauten erheben, die Felswand bezwingen und den erhabenen Blick über das Meer und Monaco zu unseren Füssen genießen. Sobald wir diese zwei Dinge erledigt haben, wechseln wir in das passende Gerät für unser letztes Ziel: Den Col de Braus. Das passende Gerät: Die Audi S3 Limousine. Die gibt’s in einem zweiten Artikel.

Unter der Haube des Audi A3 Cabrios.

Beim Audi A3 Cabrio unserer Wahl handelt es sich um einen 2.0 Liter Diesel. Gut, so richtig hatten wir keine Wahl. Denn das typische Dieselnageln in einem Cabrio ist eigentlich ein zu großes Sakrileg. Zumindest hatten wir als kleinen Ausgleich zusätzlich Allradantrieb und durch den durchzugsstarken Dieselmotor eine passende Lösung für die steilen Straßen. In Zahlen bedeutet das 150 PS und 340 Nm. Die Beschleunigung auf 100 km/h geschieht emotionslos innerhalb von 8,9 Sekunden. Dafür entschädigt der Verbrauch von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern.

Was den Antrieb anbelangt dürfte der Audi A3 2.0 TDI Quattro somit so ziemlich alle Wünsche an ein Auto souverän erfüllen. Sparsam und gleichzeitig kraftvoll. Hätten wir mehr Leistung gehabt, wir hätten sie auf den Straßen Monacos sowieso nicht einsetzen können. Der Lamborghini Aventador vor uns war trotz seiner astronomisch hohen Leistung keinen Deut schneller. 😉 Der Motor lädt ein zum cruisen. Genau dem also, was wir machen. Auf der Suche nach Fotospots und schönen Locations.

Das Design ist eine andere Sache – Motorübergreifend.

Das neue Audi A3 Cabrio ist sehr viel schicker geworden. Gerade Linien, vor allem durchgehende Linien. Man merkt ihm sofort an, dass er auf der Limousine basiert, die es beim Vorgängermodell zugegebenermaßen nicht gab. Designtechnisch ähnelt das A3 Cabrio dadurch deutlich mehr seinen größeren Brüdern, aber in einer für junge Leute attraktiveren, kompakten Bauform. Die Überrollbügel sind zum Glück verschwunden, das Stoffverdeck hingegen ist zum Glück geblieben. Ganz ehrlich: Hätte ich entscheiden müssen wie sich das Audi A3 Cabrio im Vergleich zum Vorgänger verändern (oder soll ich sagen „mausern“?) sollte, hätte ich genau solche Entscheidungen getroffen. Ich finde zu einem Cabrio gehört einfach ein Stoffverdeck. Bei Audi sagt man die Käufer wollen, dass man auch im geschlossenen Zustand sieht, dass sie ein Cabrio fahren. Ich sage: Ein Blechdach hat immer noch zu viele negative Einflüsse auf die Proportionen des Autos und ich sage: Ein Stoffdach ist sowohl optisch als auch haptisch schöner. Ganz zu schweigen davon, dass es im Gegensatz zu diversen Vorurteilen bei ein klein wenig Pflege ein Autoleben lang hält. Und dann wäre ja da auch noch das Gewicht, nicht wahr?

Zwei Designmerkmale haben es Sebastian und mir besonders angetan:

Einmal die wunderbare Idee der Designer die Radläufe ein wenig nach innen zu ziehen. Dadurch kauert der A3 noch deutlich mehr auf den Rädern und die Differenz zwischen Abschlusskante des Radlaufs und dem Reifen ist nicht so heftig als dass man direkt denkt „Oh, da müssen sofort Spurverbreiterungen dran“. Sportlich sieht’s auch noch aus.
Das andere Detail ist die zwischen den zwei oberen Längslichtkanten entstehende Fläche an der Schulter. Die ist so flach, dass das A3 Cabrio erst dadurch eine optisch sportliche Note erhält, die die Bezeichnung „Schulter“ überhaupt tragen darf. Sie zieht sich konsequent von der Motorhaube bis an die Rückleuchten.

Die Sache mit dem Wind

Bei der Fahrt durch Monaco fällt auf, wie wenig Zugluft an die vorderen Sitze gelangt. Mit Windschott kann man sogar beide Seitenscheiben herunterlassen ohne dass man dem Orkan da draußen schutzlos ausgeliefert wäre. Mein skeptischer Blick nach oben gen Himmel bestätigt meine Befürchtung nicht: Man sitzt nicht unter dem Rahmen der Windschutzscheibe. Wenn der Blick zu allen Seiten und nach oben frei ist, erst dann sitzt man in einem echten Cabrio. Zuletzt durfte ich übrigens im Porsche Boxster S erleben dass es durchaus Cabrios (bzw. Roadster) gibt, die man im Winter besser nicht offen fährt. Im Boxster entsteht schon bei geringen Geschwindigkeiten ein fürchterliches Windspiel im Innenraum. Der A3 hingegen ist nicht nur aufgrund der tollen Luftströmung sondern auch dank Sitz- und Nackenheizung (klar, Aufpreis) bestens für’s offen fahren im Winter geeignet.
Dem Ganzen hat unser Versuch mit drei Personen und ohne Windschott noch die Krone aufgesetzt. Selbst ohne das Kunststoffnetz ist vorne bis 100 km/h alles perfekt. Unsere langhaarige Begleitung auf dem hinteren Sitz hatte hingegen dann doch ein wenig mit ihren Haaren zu kämpfen, auch wenn sie die Fahrt morgens bei 15 Grad Außentemperatur souverän gemeistert hat.

Das schreiben andere Blogger zum Audi A3 Cabrio:

Mario Lehmann von autoaid:
Das Audi A3 Cabriolet 1.8 TFSI wirkt elegant, erscheint edel verarbeitet und bietet in seiner Ausstattungsliste allerlei zeitgemäße Assistenzsysteme, die das Fahren sicherer machen können.

Don Dahlmann auf dem Audi-Blog:
Ich habe mich für den 1.4-Liter-TFSI mit 120 PS entschieden. Nicht nur wegen des ebenso kräftigen wie sparsamen Motors, sondern vor allem wegen der schönen Farbe. Das dunkle Gelb wirkt etwas provozierend, gleichzeitig aber auch erfrischend und anders. Ja, man fällt damit auf, aber an der Côte d’Azur ist das selbstverständlich erlaubt.
Nicole Y Männl auf auto-diva:
Ganz außergewöhnlich gefreut hat mich die “Kopfraumheizung”. Andere Hersteller sagen auch “Airscarf”, was sich stylischer anhört, aber dasselbe meint. Seitdem ich kurze Haare habe, merke ich sogar etwas im Nacken von der kuscheligen Heizung, die im Sitz eingebaut ist.

Camillo Pfeil auf worldtravlr:
Die zweite Etappe des Tages führte uns dann durch die französischen Seealpen rund um Monaco. Auf den Spuren der Rallye Monte Carlo konnte das Audi A3 Cabrio uns hier von seinen sportlichen Qualitäten überzeugen. Ein längerer Radstand und eine bessere Gewichtsverteilung zum Vorgänger sorgen für ein dynamisches Fahrgefühl.

Jens Stratmann von rad-ab:
Ist das mehrlagige Dach geschlossen, bleibt das Audi A3 Cabriolet immernoch ein formschönes Fahrzeug. Es vereint das Beste aus zwei “A3-Brüdern”, die Form von der Limousine und der Radstand vom kompakteren Bruder.

Thomas Majchrzak von Autogefühl:
Auf den zweiten Blick sieht man, dass sorgfältig am Detail gefeilt wurde und der Wagen vielleicht kein aufregendes aber gefälliges neues Design bekommen hat. Innen wirkt das neue Audi A3 Cabriolet edel bis zum Abwinken und funktional.

Fahrzeug: Audi A3 2.0 TDI quattro (8V)

Lackierung: Arablau Kristalleffekt
Felgen: –
Polster/Leder: Sportsitze in Leder Milano

Motor: 4-Zylinder Turbodiesel
Hubraum: 1.968 cm3
Leistung: 110 kW (150 PS)
Drehmoment: 340 Nm
Getriebe: 6 Gang Schaltgetriebe
Antrieb: QUATTRO Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,9s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 224 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 4,2 l/100 km
CO2-Emission: 125 g/km
Preis: -,- €

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

DISCLOSURE: Ich wurde von der Audi AG nach Monaco eingeladen. Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft wurden übernommen.

4 Antworten auf „Audi A3 Cabrio Quattro (8V) Fahrbericht“

  1. Sehr schick, und Du hast zum Glück auch nicht die Sparkassen-Version bekommen mit der ausfahrt.tv vorlieb nehmen musste. 😉
    Wir hatten auch mit dem Cabrio geliebäugelt, letztendlich ist es nun aber doch ein Sportback geworden.
    Der Aufpreis bei weniger Nutzwert (außer beim Cruisen in der Sonne!) war uns dann doch etwas zu hoch.

    Auf jeden Fall aber ein riesiger Fortschritt zum Vorgänger. Wenn Geld nicht so sehr eine Rolle gespielt hätte…

  2. Wo finde ich denn den Artikel zur Audi S3 Limousine den du erwähnst? 🙂 Ansonsten klasser Fahrbericht und tolle Fotos, freue mich auf den über die Limousine 🙂

    1. @Chris:

      Hi Chris, der Artikel kommt noch, ich bitte um ein wenig Geduld 🙂
      Und die Fotos vom S3 sind auch nicht ohne 😉

      viele Grüße
      bycan

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