Fahrevent Barcelona: Neuheiten in der neuen Mercedes E-Klasse (Mopf) 2013

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Teaser Fahrzeugansicht

Über den neuen E63 AMG habe ich meine Gedanken ja bereits zu „Papier“ gebracht. Allerdings wurde an dem Wochenende in Barcelona natürlich nicht nur die AMG-Variante gezeigt, sondern auch die Modellpflege der Limousine und des T-Modells. Mit einer dunkelblauen E350 Limousine war ich erst gemeinsam mit Robert Basic und danach mit Kai Bösel unterwegs. Eine Freundin, wie ich sie mit dem E350 Coupé zu einem besonderen Date ausgeführt hatte, war leider nicht zu greifen. Entsprechend ist dieser Bericht etwas nüchterner. 🙂 Was alles die neue E-Klasse auszeichnet, möchte ich euch jetzt näher bringen.

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Weitwinkel Barcelona Land Berge

Dass Distronic Plus von Mercedes eine der besten Zusatzausstattungsoptionen ist, steht völlig außer Frage. Jeder, der viel im Berufsverkehr unterwegs ist, hat das System lieben gelernt. Kein Gas, keine Bremse – einfach die gewünschte Distanz zum Vordermann vorgeben und der Mercedes hält diesen Abstand. Bis zum Stillstand. Und selbst dann reicht eine kleine Bewegung des Gaspedals, um den „Verfolgungsmodus“ wieder aufzunehmen. Ich selbst fahre am liebsten auch immer selbst. Doch hat mich Distronic Plus schon beim ersten Mal ohne Vorbehalte überzeugt. Wenn man dann noch lernt, auf der Autobahn rechtzeitig die Spur zu wechseln, bevor das System anfängt zu bremsen, wird es ein leichtes viele Autobahnkilometer zu reißen.

Die neue E-Klasse ist der erste Mercedes, bei dem eine Stereo-Bild Kamera verbaut ist (beim Rückspiegel). Die sogenannte „Multi Purpose Camera„. Dadurch kann das Fahrzeug mit räumlicher Tiefe sehen und das wiederum ermöglicht eine ganz neue Nutzung der erhobenen Daten. Ich hatte übrigens eine interessante Unterhaltung darüber, dass die Designer der E-Klasse den Ingenieuren nicht die von diesen gewünschte Distanz zwischen den Kameralinsen durchgehen lassen wollten. Aus ästhetischen Gründen. Am Ende hat man sich in der Mitte geeinigt.

Diese Kameras nun erkennen entgegenkommende, vorausfahrende und querende Fahrzeuge, Fussgänger, Verkehrszeichen.. überhaupt eben alles, was auf der Straße so passiert. Gemeinsam mit der Radarsensorik ist so ziemlich alles abgedeckt, was einem auf der Straße vor die Motorhaube geschmissen werden kann.

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Fahrzeug Mittig auf Plaza, draufsicht Gesamtfahrzeug

Um die Systeme kennenzulernen konnten wir in Barcelona zwei Versuchsszenarien durchspielen. Das erste Szenario war ein auf der Straße stehender Fussgänger. Mit der E-Klasse sind wir mit 50km/h auf den Fussgänger zugefahren. Wenn der Fahrer keine Reaktion zeigt (und als Reaktion wird auch schon ein kleinstes Streicheln des Lenkrades interpretiert – dies hat beim Versuchsaufbau zu einem Fehlversuch geführt) warnt die E-Klasse erst akustisch, bevor sie bei weiterhin fehlender Reaktion des Fahrers die Vollbremsung vollautomatisch ausführt. Auch wenn der Fahrer nach dem Piepton eingreift, sind natürlich die Bremsen schon vorgeschärft. Jenseits von 50km/h kann das Fahrzeug nicht mehr voll gebremst werden. Allerdings ist es sowieso fraglich, ob im realen Leben ein Fussgänger nicht schon längst von der Straße runter ist, wenn das System so weit im Vorfeld schon zu bremsen beginnen würde (bei 70km/h ist der Bremsweg ja erheblich).

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Nahaufnahme Full-LED Scheinwerfer, Tagfahrlicht an

Das zweite Szenario betrifft den Spurhalte-Assistenten. Dazu fahren wir eine Straße lang während auf der Gegenfahrbahn ein fahrzeug entgegenkommt. Verlässt man ohne zu blinken die eigene Fahrspur und zieht Richtung Gegenverkehr, so wird das Fahrzeug automatisch von der Fahrbahnmarkierung in der Mitte „zurückgeworfen“ und ein Zusammenprall somit verhindert. Besonders nachdem man gesehen hat, welche Ergebnisse der US-Crashtest zutage gefördert hat, bei dem ein frontaler Zusammenprall mit 1/3 Versatz ausgetestet wurde, weiss man welchen Sinn ein solches System erfüllt. Dieses System wird auch beim Spurwechsel auf der Autobahn verwendet, falls man den ebenfalls sehr sinnvollen Totwinkel-Assistenten ignoriert. Durch einseitigen Bremseinsatz wird auch hier die E-Klasse wieder zurückgeworfen auf die eigene Fahrbahn.

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Frontansicht mit Tagfahrlicht

Ein ganz besonderes Schmankerl ist die standardmäßige Ausstattung der neuen E-Klasse mit Voll-LED-Technik. Andere Hersteller lassen sich das noch teuer bezahlen. Und das, wo gerade bei solchen Sicherheitsfeatures eigentlich jeder auf dem neuesten Stand sein sollte. Ohne extra mehr Geld bezahlen zu müssen. Die Voll-LED-Scheinwerfer sind mit Dauerfernlicht ausgestattet. Sollte ein Fahrzeug entgegenkommen, wird dieses im Fernlichtkegel ausgeblendet.

Was nicht ganz so neu ist und gerade bei den japanischen Herstellern schon lange erhältlich, ich nun ebenfalls für die E-Klasse verfügbar: Die Vogelperspektive auf das Fahrzeug. Andere nennen es Around View Monitor (Nissan/Infiniti). Oder einfach 360-Grad-Kamera. Einparken wird so wirklich zum Kinderspiel. Ich fühle mich immer an spielen mit Matchbox-Autos erinnert. Man sieht auf dem zentralen Display das Fahrzeug von oben und erkennt alle Hindernisse rund um das Fahrzeug. Auch so ein Extra, das längst in jedem Fahrzeug verbaut sein sollte – wenn ihr mich fragt. Deutlich sinnvoller als reine Parksensoren. Ob das Auto groß oder sperrig ist wird somit zur Nebensache.

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Innenraum Fahrerplatz, Armaturenbrett, Dashboard, Cockpit bei Fahrt

Leider konnte ich ein Feature nicht testen, das ich auch gerne mal ausprobiert hätte: Für das zentrale Display ist ein Feature verfügbar, das dem Fahrer und dem Beifahrer unterschiedliche Bilder präsentieren kann. So kann der Fahrer sich klassisch das Navi anzeigen lassen, während der Beifahrer einen Film von DVD anschaut. Auf ein und demselben Display.

Wenn man die neuen Sicherheitsfeatures als Schmankerl auf die neue S-Klasse versteht, dann wird uns da einiges erwarten. Ich bin sehr gespannt. Auch wenn ich puristisches Fahren ja toller finde: Doch in eine Limousine passen solche Systeme und wenn sie unsere Straßen sicherer und das Fahren entspannter machen, bin ich der Letzte, der das nicht gut findet.

Mercedes-Benz E-Klasse 2013 dunkelblau - E350 Limousine: Mercedes im Hintergrund, Olivenbaum im Vordergrund

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