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Fahrevent: VW Beetle Cabrio – “The Kings of Cool”

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Teaser Frontansicht

Was verbindet man mit Nizza? Ganz klar: Schönes Wetter, Sonne, Strand, Meer, tolle Hotels. Cannes ist um die Ecke, genauso Monaco. Was aber passiert, wenn man dort ein Cabrio vorstellen will und ich vor Ort bin? Ganz klar: Regen, trübes, nasses Wetter, unter 10 Grad Aussentemperatur und auch das eine oder andere Flöckchen Schnee. Meine Ansage dazu: Challenge accepted!

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Innenraum mit Cockpit, Blick durch die Windschutzscheibe auf Nizza

Ist ja nicht so, dass ich nicht mit passender Kleidung aus Deutschland gekommen bin. Ok, ich gebe zu: Ich war zu faul, meine Wollmütze aus dem ziemlich kleinen (Moment: Reicht für’s Wochenende!) Kofferraum zu holen und meine Lederhandschuhe hatte ich gar nicht erst dabei. Das Dach kam trotzdem runter. Dabei faltet sich das elektrische Verdeck des Beetle Cabrio in unter 10 Sekunden – was keine Kunst ist, wenn man bedenkt, dass das Verdeck klassisch Käfer-like oben auf der Karosserie offen aufliegt (Persenning gibts auch). Viel beeindruckender ist, dass dies bis 50 km/h funktioniert. Diesen Wert muss man sich wirklich mal genauer vorstellen: Nicht etwa “mit Schrittgeschwindigkeit” oder so. Nein! Bis 50 km/h bedeutet, dass man in der Stadt jederzeit das Verdeck öffnen oder schließen kann, ohne an der Ampel stehen zu müssen oder irgendeine andere Gelegenheit abzuwarten. Viele Cabrio-Faultiere, die nie ihr Verdeck öffnen, sollte das dazu bewegen, öfter mal die Sonne zu genießen. Bravo!

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Blick auf den Innenraum bei geöffnetem Verdeck, Verdeckmechanik, aufliegendes Verdeck

Nun bin ich ja selbst passionierter Roadster-Fahrer. Gerne fahren wir das ganze Jahr über immer wieder mal offen. Doch beim Beetle Cabrio wollte es mir irgendwie nicht gelingen, die diversen Lüftungsdüsen und die Klimaregelung so zu arrangieren, dass es mir am Fahrerplatz mollig warm gewesen wäre. Das 70% Luft an der Windschutzscheibe entlangleiten und 30% auf Hände und Hals Rezept, das ich sonst immer anwende, funktionierte nicht. Ich kann nicht sagen, woran es genau lag, aber 20 Grad Aussentemperatur wären mir so deutlich lieber gewesen.

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Blick auf Meer, Riviera, Beetle im Vordergrund VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Blick auf Meer vom Rücksitz aus, Dreiecksfenster

Mit geöffnetem Verdeck bin ich dann erstmal nach Nizza gefahren, in die City. Der Verkehr in Frankreich, besonders in den engen Gassen, mit den abgetrennten Busspuren, plötzlich auftauchenden Abbiegerspuren und den Rollern ist immer wieder eine schöne Herausforderung. Zufälligerweise war an dem Tag auch noch ein Karneval in Nizza, dieses Jahr unter dem Motto “Roi des 5 Contents”. Dadurch wurde der Verkehr auch nicht unbedingt entspannter, Reisebusse wie an der Perlenschnur verbauten den Blick zum Meer und Polizeiabsperrungen jegliche Abbiegemöglichkeiten.

Wie das an der Côte d’Azur so ist war ich eine verpasste Anweisung der Navi-Dame später auf einer engen, einspurigen, schlechten Straße, die sich aufbäumte und den Felsen nach oben wand.

Auch hier gilt wieder: Challenge Accepted! (Manchmal hat man ja so Tage) Bis zum Himmel und immer höher! Der kleine Diesel, den ich am ersten Tag gefahren bin, machte es mir bei der Bergauffahrt zeitweise schwierig zu entscheiden, ob er denn nun den 2. oder den 3. Gang präsentiert haben will. Relativ unabhängig von der Stufe zog er aber den Berg hoch. Wirkliches Beschleunigungspotential kann man hier selbstverständlich nicht mehr erwarten. Passt Diesel zu einem Cabrio? Jein. Ich habe dazu allerdings auch schon Ausführungen bei meinem Fahrbericht zum Mercedes SLK 250 CDI Roadster gemacht und möchte Interessierte gerne dorthin verweisen. Ist man in einer Stadt wie Nizza unterwegs, um die Landschaft zu genießen, würde ich auf jeden Fall einen Benziner vorziehen. Dabei sind die Fahrleistungen nicht so entscheidend. Ich will den Berg raufkommen und dabei die Aussicht hinunter auf die Stadt und das Meer genießen. Und nicht meine Augen fest auf die Fahrbahn vor mir richten. Denn was ich da zu sehen bekommen habe, auf meinem “Falschabbieger-Pass”, war wunderschön. Das Meer und ich, das ist schon so eine Geschichte. Für einen Moment erscheint ein Bild vor meinem inneren Auge: Mit dem neuen Beetle Cabrio in Californien, an der Strandpromenade, zwischen den Palmen. Joggerinnen und Skater, die vorbeidüsen. Das Surfbrett lehnt gegen den Kotflügel. Ja, genau dort passt er hin! Verrückterweise passt nach meinem Empfinden der original Käfer deutlich besser hier hin, nach Nizza.

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Detailaufnahmen Innenraum, Blick auf Beetle mit Meer im Hintergrund

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Vielleicht war ich in diesem Moment schon zu sehr in Gedanken versunken. Jedenfalls sehe ich aus dem Augenwinkel noch ein Schild “propriété privée”. Ein Stück weiter vor mir ein geöffnetes massives Tor. Die Straße, auf der ich fahre, ist viel zu schmal um zu wenden. Also beschließe ich, durch das Tor zu fahren und dann irgendwo zu wenden. Ich fahre langsam an zwei älteren Damen vorbei, die scheinbar von ihrem Einkauf zurückkommen (Moment… Sind die etwa die Straße, die ich gerade gefahren bin, hochgelaufen? ) und fahre weiter auf das Gelände. Knapp 100 Meter weiter finde ich die Möglichkeit zu wenden und fahre wieder zurück. Ich bin ja nicht hier, weil ich eine Fotolocation suche, sondern weil ich meinem Schicksal gefolgt bin. Und dann… oh nein! Das Tor ist zu! Zu! So sehr zu, dass es aussieht, als würde es sich nie wieder öffnen. Es fällt mir wie schuppen von den Augen: Die beiden Damen! Natürlich war das Tor auf. Warum gehe ich auch davon aus, dass es immer offen ist? Ich weiß nicht, ob es mir eher peinlich oder doch eher unangenehm ist. Vielleicht auch beides ein wenig. Mein erster Instinkt ist: Bei fahrendem Auto aussteigen, über das Tor klettern und rennen, bis ich in Köln ankomme. Aber das will ich dem Beetle nicht antun.

Herbie wollte auch nicht allein gelassen werden. Er hat dann immer herzerwärmend gehupt. Er war auch ein Käfer.

Genau wie meiner. Auch weiß! Nein, wir zwei bleiben zusammen. Ich fahre langsam auf das Tor zu und versuche zu erkennen, ob es sich von alleine öffnet. Fehlanzeige: An einer Säule sind zwei Schlösser (Schlüssel habe ich nicht) und ein Ziffernfeld (Kombination habe ich nicht). Da steht nun also ein Halbtürke, viertel Deutscher, viertel Holländer, mit einem in Wolfsburg zugelassenen Beetle, der in Mexiko gebaut wird und je nach Gusto einen deutschen (Käfer), englischen (Beetle), französischen (Coccinelle), italienischen (Maggiolino) oder brasilianischen (Fusca) Namen hat, in Frankreich an einem verschlossenen Tor. Ein internationales Malheur, könnte man meinen.

VW Beetle Cabrio, VW Käfer, 2013, weiss in Nizza, Frankreich: Blick von oben mit geöffnetem Verdeck

Aber der Beetle war und ist schon immer ein Auto mit Charisma und nein, ich hätte natürlich kein Problem damit, jemanden zu fragen ob er mich herauslässt. Aber da höre ich schon ein Moped knattern und kurz darauf auf der anderen Seite des Tores anhalten. Ein korpulenter Mann mit einem zu kleinen, kugelrunden weißen Helm, kramt in seiner Jackentasche (grellblauer Windbreaker) und holt einen Schlüssel hervor. Endlich öffnet sich das Tor ganz langsam. Der Beetle und ich geben uns Mühe, cool und gelassen auszusehen – dem Beetle gelingt das bestimmt besser als mir. “Jo, wir waren hier nur zu Besuch. Whats uuup!” sagt unser Gesichtsausdruck. Die Könige der Coolness. Der Mopedfahrer gibt Gas und scheucht mit seinem Geknattere alle Vögel von den Bäumen, ich rolle gemächlich an ihm vorbei und bin weg.

Bonding nennt man das. Der Käfer und ich haben jetzt so etwas. Eine Verbindung.

Ich klopfe ihm auf das Armaturenbrett: Er hat mich gut aussehen lassen. Nächster Punkt auf der To-Do-Liste: Hübsche französische Anhalterin finden, die ich zwinge, ihre Füsse auf das Armaturenbrett zu legen, um dann gemeinsam mit ihr immer der Küste zu folgen. Einen großen Hut besorgen wir ihr auch noch.

Technische Daten VW Beetle Cabrio 1.6 TDI:
Motor: 1.598cm³ 4-Zylinder Turbodiesel
Antrieb: Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment: 105PS (77kW) / 250Nm
0-100 km/h: 12,1s
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Getriebe: 5-Gang Schaltgetriebe
Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 4,7l/100km
Preis ab (mit dieser Motorisierung): 24.725,- €

 

DISCLOSURE:
VW hat mich zur Präsentation des Beetle Cabrios und des Golf R Cabrios nach Nizza eingeladen. Anreise, Verpflegung und Unterkunft wurden von VW übernommen.

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8 Responses to “Fahrevent: VW Beetle Cabrio – “The Kings of Cool””

  1. Kai Thrun

    Hey Can,

    schönes Erlebnis, welches Du dort “genießen” durftest. Danke für die unterhaltsame Schilderung der Ereignisse. Danke dafür! :)

    Lieben Gruß,
    Kai

    Antworten
    • bycan

      Hallo Kai,

      gern geschehen! Freut mich wenn ich deinen Tag aufheitern konnte :)
      Vielen Dank auch für’s teilen auf Facebook.

      Gruß
      Can

      Antworten
  2. Mobile

    Bei den schönen Bilder bekommt man Lust auf Urlaub und Sommer. Es vertreibt auch wunderbar die Gedanken bei diesen trüben Tagen. Und noch eins steht fest. Für diesen Sommer brauch man unbedingt ein Cabrio.

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