Famose Pässe und die Trennung | #thepluses3 (Tag 3)

Katalonien, man muss es lieben! Die Sprache, die Menschen – am liebsten wäre ich für die noch übrigen Tage hier geblieben. Doch stattdessen mussten wir auf schnellstem Wege wieder zurück nach Frankreich fahren. Bedeutet: Auf einer Strecke ohne Alternativrouten von unserem Campingplatz in La Guingueta D’Aneu nach Campan. Vier Pässe schmücken diese Route, bereits beim zweiten überqueren wir die Landesgrenze.

Bereits im Vorfeld wussten wir, dass der erste Pass, der Port de la Bonaigua mit 2.072 Metern das absolute Highlight des Tages wird. Nicht nur in Hinblick auf die Streckenführung, sondern auch bezogen auf die Möglichkeiten für Filmaufnahmen. Zuerst waren wir aufgrund zweier Umstände etwas skeptisch. Erstens viel zu viel Verkehr und zweitens: Unmengen Schotter in den engsten Kurven. Im unteren Rampenbereich mindestens in jeder zweiten Kurve. Durch die sehr sporadisch eingesetzte Karosseriedämmung des Nissan GT-R klingt jede Durchfahrt eines solchen Sandsees als ob man mit einem Strandbuggy durch ein trockenes Flusbett ballern würde.

Filmen und die Konsequenzen.

Über zwei Stunden verbrachten wir auf diesem Pass. Drohnenaufnahmen, GoPro-Aufnahmen, Stativaufnahmen in den Kurven. Danach noch Mittagspause oben auf der Passhöhe und zugegeben: Ein ursprünglich etwas später Start in den Tag. Während der Filmaufnahmen ist Sonat gemeinsam mit Belgin irgendwo oben auf dem Berg. Zu lange dauern die Wartepassagen zwischen zwei Takes  und zu langweilig wird entsprechend das festgezurrte Warten im GT-R für Sonat, als dass er immer dabei sein könnte. Doch führen die Filmaufnahmen heute mal wieder dazu, dass wir zeitlich kaum noch Luft nach hinten haben. Und das, wo uns drei Pässe noch bevorstehen! Also muss eine Entscheidung her: Normal weiterfahren und riskieren, dass es Abends zu spät für Sonat wird oder alle weiteren Aktionen abblasen und mit ihm gemeinsam ohne weitere Stopps zum geplanten Campingplatz. Ankunftszeit laut Navi: 18:45 Uhr.

„Wir machen dann mal Zeit gut…“

Noch während dieser Funkdurchsage gebe ich Gas und überhole den Nissan X-Trail, der uns als Filmfahrzeug dient. Kurz darauf ein zu langsames Wohnmobil und noch zwei Fahrzeuge. Keine weiteren Stopps. So lautet die Entscheidung. Wenn Sonat sagt, dass er nach Hause will und spürbar vernachlässigt ist, müssen wir etwas ändern. Wenn Belgin sieht, dass wir in die Routinen von vergangenem Jahr verfallen (die uns zu viel Zeit kosten), müssen wir etwas ändern. Die Pässe stehen plötzlich weit hinten an und ich bemühe mich nur noch soviel Zeit wie möglich herauszuschlagen. Und nehme mir vor, am Campingplatz Zeit mit unserem Sohn zu verbringen.

Wahre Fahrfreude – wiederentdeckt.

Und doch: Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, als wir weiterhin pushen und uns den zweiten Pass des Tages, den Col du Portillon, vor die Reifen legen. Er beginnt mit einer wunderschön harmonischen Wechselfolge von Links- und Rechtskurven. Ich fahre einfach. Natürlich mit hohem Tempo und ordentlich Drehzahl. Und entdecke einen großen Spaß an dem, was ich gerade mache. Einfach fahren. In die Landschaft sehen. Wissen, dass man noch Kilometerweit auf diese Art weiterfahren wird. Es erinnert mich stark an #thepluses1, wo wir mit dem R8 V10 plus und dem TT RS plus ähnlich unbeschwert gemeinsam flüssig die Pässe abrasiert haben. Ohne den Zwang, an jeder schönen Kurve Filmaufnahmen machen zu wollen, kann man sich auf das Fahren konzentrieren und sich der erfüllenden Beschäftigung mit der Fahrzeugkontrolle hingeben.

Auf der Höhe des Col du Portillon überqueren wir die Grenze nach Frankreich. Sonat schläft ein. Danach kommt der Col de Peyresourde, jetzt schon in einen giftigen, doch wunderschönen Helldunkelwechsel durch die untergehende Sonne getaucht. Das verschlafene Örtchen Arreau verzaubert uns mit seinem bunten Charme und direkt danach beginnt der einspurige Anstieg zum Col d’Aspin. Ein unglaublich grüner Pass, der sich so auch irgendwo in Deutschland befinden könnte. Schnell fahren kann man hier kaum, auch wenn jedes Auto, das vor uns auftaucht, bereitwillig für uns Platz macht.

Knapp eine Stunde nach uns kommen die anderen am Zeltplatz an. Wir konnten die Zeit nutzen und mit Sonat spielen – er hatte es sich wirklich verdient. Mein Held.

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Fahrzeug: Nissan GT-R Black Edition MY15

Lackierung: Sunset Red
Felgen: Geschmiedete RAYS Superleichtbau-20″ Aluminiumfelgen im 10 Speichen Design
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz/Rot

Motor: V6-Bi-Turbo-Motor
Hubraum: 3.799cm3
Leistung: 404 kW (550 PS)
Drehmoment: 632 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungs getriebe
Antrieb: Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km
CO2-Emission: 275 g/km

Preis Testfahrzeug: ab 98.000,- €

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

3 Antworten auf „Famose Pässe und die Trennung | #thepluses3 (Tag 3)“

  1. Wieder einmal atemberaubende Bilder, statisch als auch bewegt. Es ist fast so, als sei man mit dabei gewesen.
    Die Problematik fahren oder Aufnahmen machen hatte ich bei meinen Motorradtouren auch oft. Ich hatte gerade den Helm wieder an, ein paar KM gefahren und schon war da das nächste Motiv. Am Ende der Strecke oder Tour fehlte aber dann was entscheidenes: Das gute Gefühl viel Fahrspaß erlebt zu haben. Daher habe ich irgendwann die Kamera nur noch selten benutzt. Das war gut. Euch kann und möchte ich das aber nicht empfehlen, denn dann würde hier was tolles, kreatives, atemberaubendes fehlen. Also schön weitermachen bitte!

    Gruß aus dem unwettergeplagten Rheinland.
    Michael

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