Ford Mustang GT Fastback 2015. 2 Stunden mit einer Legende.

Zeit ist kostbar. Genug davon hat man nie.

Als ich die Gelegenheit hatte, den neuen Ford Mustang mal selbst fahren zu können, war ich höchst begeistert. Da der Vorgänger nie offiziell in Europa angeboten wurde, gab es auch keine Möglichkeit ihn – ähnlich wie die anderen Autos, die ihr hier bei mir findet – ausgiebig zu testen. Der Neue jedoch ist anders. Ein Mustang für die ganze Welt. Die Exemplare für Deutschland sind zwar beschränkt, doch ist der Mustang damit nicht mehr per se ein nur durch Importeure hier vorzufindendes Ponycar. Doch als ich endlich drin sitze, ist die Zeit viel zu knapp. Und das ist meine Schuld.

Tagelang hat mich die Vorfreude begleitet. Endlich Ford Mustang in Europa!

Lange schon war ich vor einer Fahrveranstaltung nicht mehr so aufgeregt. Fast einen ganzen Tag lang die Gelegenheit, den Ford Mustang als Coupé und Cabrio jeweils mit V8 oder Vierzylinder zu fahren. Auch wenn in meinem Kopf der GT längst gewonnen hat, möchte ich dem EcoBoost eine Chance geben. Die Stimmen im Netz sagen ja, dass er auch durchaus einiges an Power zu bieten hat. Mich mit dem 2,3l Vierzylinder anzufreunden – in diesem besonderen Auto – fällt mir offen gesagt schwer.

Angekommen am Veranstaltungsort tickt die Zeit. Kurz umsehen, Lage sondieren und strammen Schrittes zur Schlüsselvergabe. „GT, bitte!“

Einer ist noch verfügbar. Den schnappe ich mir und fahre damit quer durchs Bergisch-Gladbacher Ländle. Irgendwie spüre ich, dass die Stunden gezählt sind. Von ihm und mir.

Gepackt vom Bären.

Er packt mich auch sogleich am Nacken und demonstriert mir grummelnd Stärke. Wie sie da vorne einen Bären reingesteckt haben, weiss ich nicht. Aber ich rieche ihn förmlich, spüre seine Anwesenheit und wage es zu keinem Zeitpunkt seine Macht zu bezweifeln. Ich versuche Abstand von ihm zu gewinnen. Nur um sicher zu gehen, dass er mir nicht seine 524 Newtonmeter-Tatze (!) einmal quer über’s Gesicht fletscht. Das Gaspedal zu treten scheint ihn in Rage zu bringen. Schaltet man das knackig kurzwegige manuelle Getriebe eine Stufe zurück, steht er auf, haut sich zweimal mit seinen Pranken auf den Brustkorb und lässt sich mit seiner schier endlosen Masse auf einen fallen. Dann geht’s nach vorn, Jesus Maria! Und wie er brüllt!

Aus respektvollem Abstand.

Mit einiger Distanz mache ich Fotos von ihm. Vorn, hinten, unten, quer, diagonal, konisch. Alles erdenkliche. Danach mache ich ein paar Videos. Sehe auf die Uhr. Verdammt, das kostet Zeit! Aussage war: Bitte nach einer Stunde zurückbringen und durchwechseln. Bin schon 1,5 Stunden unterwegs. Kann nicht anders. Muss ihn mir ansehen. Sein plakatives Gefahren-Rot brennt sich auf meine Netzhaut. Will nicht weg. Knipse immer weiter Fotos.

It’s over, baby!

Zurück an der Schlüsselausgabe muss ich erstmal einen Kaffee trinken. Theoretisch stehen mir noch ein paar Stunden mit dem Mustang zur Verfügung. Das Cabrio! Der 2,3 Liter Ecoboost! Aber dann kommt die eine fatale Nachricht am Smartphone. Ich wusste es doch. Ich muss weg.

Bleibt nur zu hoffen, dass er und ich uns wiedersehen. Und uns dann ordentlich beschnuppern. Ich will wissen, was er kann.

 

Fahrzeug: Ford Mustang GT Coupé 2015

Lackierung: Race-Rot
Felgen: GT-Leichtmetallräder, 10-Speichen-Y-Design, in Unique-Black
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz

Motor: V8-Motor
Hubraum: 4.951cm3
Leistung: 310 kW (421 PS)
Drehmoment: 524 Nm
Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
Antrieb: Hinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,6 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 250 km/h

Türen/Sitze: 3/4
Verbrauch kombiniert: 13,5 l/100 km
CO2-Emission: 299 g/km

Driver’s Groove Bewertung: X/10 (zu kurz gefahren!)

Preis Testfahrzeug: ab 42.000,- €

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

3 Antworten auf „Ford Mustang GT Fastback 2015. 2 Stunden mit einer Legende.“

  1. Genug Zeit für ein solches Auto kann man nie haben. Toller Bericht, wie von Dir gewohnt.
    Bin gespannt auf den Tag, wenn das Pony beim FORD Händler steht.

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