Führerschein mit 26 – Vorbereitung auf die erste Praxisstunde! (2)

VON LEONIE SCHREIBER

Leonie Schreiber bloggt auf sherlywatson.com über die Dinge, die sie bewegen. Mit 26 Jahren macht sie jetzt später als üblich ihren Autoführerschein und wird bei mir darüber schreiben.

Theorie: Erledigt!

Mein Ziel des Führerscheins hat die nächste Etappe erreicht. Die 14 Theoriestunden sind abgeleistet und befinden sich auf dem Weg in mein Langzeitgedächtnis. Da das Amt mit meinem Führerscheinantrag noch keine Fortschritte gemacht hat, liegt der entscheidende Tag der Theorieprüfung noch in ungewisser Zukunft. Zur Verteidigung des Amtes: ich habe den Antrag erst vor zwei Wochen eingereicht und der ganze Prozess kann vier bis sechs Wochen dauern. Somit vertreibe ich mir die Zeit des selbstaufgezwungenen Boxenstopps mit ein paar nützlichen Vorbereitungen.

Fahrschüler und die dummen Sprüche.

Was gehört zur Vorarbeit auf den Führerschein, außer den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen, noch dazu? Die Ausbildung mentaler Stärke und imponierendem Selbstbewusstsein ist für den Umgang mit unqualifizierten Sprüchen, die mir als angehende Fahranfängerin auf die Fahrbahn geworfen werden, unerlässlich.

Der Klassiker unter den neckischen Sprüchen ist, ob denn schon Gummibäume aufgestellt wurden? Aber auch mehr personalisierte Unterstellungen stelle ich mich mit Würde entgegen: „ Bei deinen Koordinationsfähigkeiten wirst du auf jeden Fall einen Unfall bauen.“ Dies finde ich sehr aufmunternd. Manche guten Freunde gehen noch einen Schritt weiter: „Baut die Häuser unterirdisch, Leonie fährt bald Auto.“ Die Liste kann endlos weiter geführt werden. Für diese liebenswerte Unterstützung meiner Mitmenschen bin ich selbstverständlich immer dankbar.

Die Höflichkeit verlangt von mir, dass ich Herzlichkeit zurückgebe. Also helfe ich meinen motivierenden Unterstützern indem ich im Namen meines Könnens und aller angehender Fahranfänger den gestandenen und neunmalklugen Fahrern meinen Lernstatus offenkundig unter die Nase reibe und wertvolle Tipps fürs Fahren gebe. Dies wird stets mit verhaltener Freude angenommen und festigt Freundschaften ungemein. Dabei denke ich lediglich an die Sicherheit meiner lieben Menschen, wenn ich auf den Schulterblick und die Anschnallpflicht aufmerksam mache.

Es wird spannend!

In wenigen Tagen habe ich meine erste praktische Fahrstunde und versuche meine Nervosität mit heroischer Coolness zu verkleiden. Diese Kostümierung verfehlt ihr Ziel geringfügig. Ich schaue aus dem Fenster und stelle fest, dass die Bäume immer noch in gewohnter Gestalt ihren Platz halten und die Gebäude sich nicht in den Erdboden verkrochen haben. Mein Fahrlehrer versicherte mir telefonisch, dass er sich auf die erste Fahrstunde freue. Na, wenigstens einer.

„Führerschein mit 26“ Serie von Leonie:

Teil 1: Besser spät als nie.
Teil 2: Vorbereitung auf die erste Praxisstunde!
Teil 3: Die erste Fahrstunde.
Teil 4: Drum prüfe wer sich ewig bindet.
Teil 5: Per Überholspur über die Autobahn.
Teil 6: Praktische Prüfung.

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