Geschichten aus der Kindheit: Toyota Supra

Toyota Supra MA-71

Ich habe gerade auf dem Rad-ab Blog eine Story von Jens gelesen. Wie er sich den neuen Ford C-Max ansehen möchte und auf’s herbste enttäuscht wird im Autohaus. Das hat mich an etwas aus meiner Kindheit erinnert und damit an den Grund warum ein Toyota für mich nie in Frage kam.

Da der Toyota Supra MA-71 bis 1992 gebaut wurde, wird es wohl um den Dreh gewesen sein. Sprich ich war junge 10 Jahre alt. Auf dem Bild ist schon der richtige Supra zu sehen, allerdings war der Supra, der damals im Schaufenster stand, bis zum letzten aufgetunt und sah schon eher wie ein Ferrari Testarossa aus. Dunkelschwarz, hinten Kotflügelverbreiterungen um 20cm oder mehr, breite Reifen, schöne Felgen, Targa… Ich war hin und weg! Fast jeden Tag auf dem Weg von der Schule nach Hause kam ich am Autohaus vorbei und sah mir für einen Moment den Supra an und stellte mir vor dass ich ihn irgendwann fahre. (OK, der Supra war in Passau das einzige überhaupt was an einen Sportwagen rankam. Sonst gab es nur die üblichen Verdächtigen wie VW oder Audi – damals noch weit entfernt vom Sportwagen). Mein Dad ist und war auch von Autos fasziniert. Nicht so sehr wie ich, aber immer wenn wir in Essen meine Oma besuchen waren haben wir einen Spaziergang zum Jeep-Autohaus gemacht damit ich mir die ganzen Jeep Wrangler ansehen konnte (Waren damals die ersten mit den eckigen Scheinwerfern). Mit dem Supra konnte das alles nicht mithalten, aber es war auch etwas anderes als der Einheitsbrei ala VW Passat (den wir hatten), Golf, Audi 80, Honda Civic und und.

Eines Tages sagte mein Dad zu mir dass Toyota am Wochenende Tag der offenen Tür hat und ob wir nicht mal hingehen wollen. Natürlich haben die Celicas und Corollas uns nicht interessiert. Es ging um den Supra. Ich war begeistert und als es soweit war haben wir den Spaziergang von 15 Minuten bei schönem Wetter auf uns genommen um den Showroom von Toyota zu betreten und uns die Autos anzusehen. Ich hab mir erstmal die Nase am Supra plattgedrückt, mein Dad hat sich auch die anderen Autos angesehen. Es war einiges los, überall hingen Luftballons und es gab Plätzchen und Prospekte. Als mein Dad zu mir kam meinte er zu mir: „Ja willst du dich denn nicht mal reinsetzen?“ und mein Herz fing an zu Pumpen „Meinst du ich darf das?“. Ich konnte gar nicht so recht mit der Freude umgehen. Er meinte nur „Ja, natürlich“ und wollte die Tür öffnen. Zwei Probleme: Erstens er fand den Türgriff nicht auf Anhieb, ich konnte ihm aber sofort sagen wo am Lufteinlass er versteckt war. Zweitens er war verschlossen. Hat meinen Dad gewundert und er hat direkt einen Verkäufer zu sich gerufen. „Können sie vielleicht das Auto kurz aufsperren damit wir uns mal reinsetzen können?“

Die Antwort war nein. Den Grund konnte mein Dad auch in Erfahrung bringen: Wäre er nicht zugesperrt würden sich die ganzen Leute in das Auto setzen wollen. Er ist ja auch sehr beliebt. Und das wolle man vermeiden. Mit zwei Dingen lässt sich das nicht vereinbaren:
1. Wir sind in einem verdammten Autohaus und
2. Das Auto steht zum Verkauf
Daraufhin stritt mein Dad natürlich mit dem Verkäufer, überrascht von der unglaublichen Idiotie. Was das denn soll und was denn ist wenn er das Auto kaufen wolle. Aber der Verkäufer liess sich nicht erweichen. Mein Dad wirkt auch weder wie ein Geringverdiener noch ist er einer. Ganz im Gegenteil. Tja, alles half nichts. Mein Dad war sauer, nahm mich an der Hand und verließ das Autohaus mit mir. Er sagte folgendes:
„Niemals werde ich einen Toyota kaufen, egal was komme“. Oder sowas in der Art. 🙂

Ich sah das ab dem Tag genauso. Inzwischen könnte man auch sagen was denn Toyota dafür kann, dass in diesem Autohaus nur Idioten arbeiten. Aber das ändert leider nichts an meiner Sicht. 18 Jahre ist es her und ich würde immernoch keinen Toyota kaufen.

Übrigens: Porsche zeigt (zumindest in seiner Werbung) wie es richtig geht. Zu sehen auf Platz 1 meiner Top 10 Autowerbungen. (Jetzt weiss auch jeder warum es die Werbung auf Platz 1 geschafft hat hehee)

Kennt ihr ähnliche Geschichten? Dann ab in die Kommentare! 🙂

Bildquelle: nfscars.net , imageshack

17 Antworten auf „Geschichten aus der Kindheit: Toyota Supra“

  1. Schimpfe nicht über Audi 80, da fuhr bei uns immer ein orangenes cabrio rum. das war damals was ganz großes 🙂

  2. Hah, da hab ich auch noch eine private Story zu, die kann ich auch mal raushauen, ich war 18 und wollte mir ein Auto kaufen …

  3. Super, so eine Geschichte habe ich auch: der große (ich glaube sogar einzige) Audi-Händler in Frankfurt hat in der Serviceannahme mit einem S6 Kunden (muß so zwischen 2002 und 2004 gewesen sein), der gerade mit aufkeimendem Unmut auf irgendeine Fehlerdiagnose an seinem Fahrzeug zu dem „Meister“ in der Annahme sagt „Ich verstehe das richtig – sie wollen mir an einem drei Monate alten Auto den sechsten Anlasser einbauen?!“ gesagt: „Was wollen Sie denn? Wir verkaufen die Autos hier bloß, wir bauen sie nicht. Beschweren Sie sich doch bei Audi.“

    Das wars für mich mit Audi in FFM. Denn vielleicht mal zum mitschreiben: für viel viel Tauenderkontaktpreis zieht einem das Marketing in den Showroom, der Vertrieb verkauft das erste Fahrzeug, aber der Service verkauft alle Folgemodelle. Oder eben nicht.

    Die Moral von der Geschichte? Audi hat Ende 2010 begonnen für kolportierte 40 Mio Euro eine eigene Niederlassung in FFM zu bauen. Die kennen die Story wohl auch 🙂

  4. Auch nicht schlecht! Da vergeht einem doch die Lust überhaupt noch zu diskutieren, oder?? Total verrückt.
    Apropo Folgemodelle und dergleichen. Einen Kommentar zum Thema habe ich auf dem rad-ab-Blog geschrieben.. ich zitiere mich mal einfach selbst 😛
    „Naja es sollte auch ohne Ansporn funktionieren, schließlich ist das der Job der Leute. Klar – je mehr man verdient, desto glücklicher ist man. Aber das muss man nicht am Kunden auslassen.

    Es ist auch der falsche Weg bei höheren Fahrzeugklassen mit dem guten Service anzufangen. Denn kein Mensch kauft sich direkt eine S-Klasse. Nein, erst kommt die A-Klasse, hier muss der Verkäufer schon irgendwie die Markenbindung des Kunden erzeugen. Wenn er mit dem Service und seiner A-Klasse zufrieden ist holt er sich nach der ersten Beförderung eine C-Klasse usw. Mit Sicherheit auch im selben Autohaus wenn denn das Gesamtpaket stimmt. Kundenbindung eben.

    Außerdem denke ich dass viele die sich eine S-Klasse (als Beispiel für die Luxusklasse) kaufen sowieso vorher schon genau wissen was sie wollen.
    Die unteren Klassen hingegen sind stark umkämpft, hier sind ja Argumente wie “Kofferraumvolumen” oftmals kaufentscheidend. Viele Kunden beschränken sich da auch nicht auf nur eine Marke.“

  5. … das mit dem „guten Service“ in den höheren Fahrzeugklassen ist teilweise auch nichts als Legende. Nur werden die Fahrzeuge ab 100TEUR aufwärts meistens nicht länger als 3 Jahre gehalten und gleichzeitig nicht so viel bewegt. Da gibts in der Regel dann auch weniger Probs.

  6. hmm also bei BMW habe ich besonders bei höheren Fahrzeugklassen (bzw. ab Mittelklasse) immer gute Erfahrungen gemacht… kann aber auch einfach nur am Autohaus liegen ^^

    Und die Zufriedenheitsumfragen zeigen ja dass besonders bei Porsche der Service wohl ziemlich gut ist. Oder liegt das an der Einstellung der Fahrzeughalter?

  7. Per Zufall durch herumgeklicke bin ich auf diesen alten Beitrag gestoßen und hätte nicht unten drunter das Lob auf Porsche gestanden, dann wäre ich ruhig geblieben.

    Ich kenne so eine Geschichte auch:
    Bei uns zu Hause war ein Schautag von Porsche, denn normal gibt es keine Vertretung am Ort von Porsche. Ich bin mit meinem Vater hin, (mein Vater, 67, Rentner und Ich , 28, und Dr.rer.nat.) und wir wollten uns etwas umsehen. Wir waren recht früh da, nicht viel los. als wir einen Verkäufer ansprachen über die verschiedenen Varianten und ob man einen 4s einmal Probefahren könnte, schaute uns dieser herablassend an und meinte, dass wir den ja sowieso nicht kaufen würden.
    Danke auch, nein, einen Porsche werde ich sicher in meinem Leben nicht kaufen!

    1. @Jan:

      Hallo Jan,

      vielen Dank für deinen Beitrag! Schon verrückt, wie sehr einen kleine Vorkommnisse prägen können oder? Ich glaube das ist niemandem in der Servicewüste Deutschland so richtig bewusst.
      Allerdings wäre meine Reaktion bei der von dir erzählten Geschichte anders: Scheckheft zücken und den ganzen Laden leer kaufen 🙂 In your face! Moment… genau die Szene gibt’s doch bei Fast an Furious 6?!
      Leider würde mein Scheckheft wohl nichtmal für nen Porsche-Tretroller reichen, insofern bleibt es Wunschdenken. Sprich: Ich wäre genauso verärgert wie du und würde auch von der Marke Abstand nehmen.
      Da kann ich ja fast froh sein, dass es bei mir Toyota und nicht Porsche war 🙂

      viele Grüße
      bycan

      1. Da hast du recht, auch bei Fast&Furious 6 geschieht genau das… Hätte ich dann auch das Hemd des verkäufers bekommen? Da wäre es mir aber ähnlich wie The Rock ergangen, denn der Verkäufer war einfach mal 3 Nummern kleiner als ich 😉

        Tja, es hätte Locker gereicht so einen zu kaufen… stattdessen fahre ich nun gediegener… Aber auch bei Mercedes hatte ich solche Probleme. Scheinbar gehört es sich nicht mit einer Baseballjacke und Jeans einen Mercedes kaufen zu wollen. Wenn man sich aber am Tag davor anmeldet und den Dr-Titel schriftlich mit erwähnt, wird erstaunt angesehen und dennoch bedient. Eine wirklich schlimmer Service-Wüste!!!
        Aber so ist es nun ein Mercedes geworden. Mit Porsche verträglicher Leistung allerdings und dafür 5 Sitzplätzen und Kofferraum 🙂
        Ich habe daher die Reaktion auch nie bereut vom Porsche Menschen.
        Da aber irgendwie dennoch was sportliches dazu musste, schlummert noch ein 67er Camaro in unserer Garage. Definitiv mit mehr Prestige als ein 4s aber leider steht der Motor noch immer daneben… Wenn man nur mehr Zeit hätte!

        1. @Jan:

          Ähem… spätestens beim 67er Camaro war dir meine vollkommene Aufmerksamkeit sicher 🙂
          Irgendwer hatte mir mal erzählt das ganz besonders die reichen Leute Baseballjacke und Jeans tragen.. was logisch ist, da sie nicht gezwungen sind auf andere Rücksicht zu nehmen oder sich von irgendwem vorschreiben zu lassen wie sie gekleidet sein müssen. Scheinbar werden die Verkäufer nicht entsprechend geschult sondern kriegen nur den guten Rat mit auf den Weg: „Kleider machen Leute!“
          Ich habe auch das Gefühl dass es eine große Rolle spielt mit welchem Auto man auf den Hof rollt. Mit der Rostlaube braucht man sich keine Chancen auszurechnen ein teures Auto probezufahren. Und das alles obwohl in Deutschland doch inzwischen die meisten Autos im Laden liegen bleiben. Sehr seltsam.

          Aber zurück zum Camaro… wieso liegt der Motor daneben? Was fehlt ihm? Welcher Zustand? 🙂

          viele Grüße
          bycan

          1. 🙁
            Ich finde selbst die Haltung von den Mitarbeitern sehr schlecht, wenn man mit einem einfachen Auto auf den Hof fährt. Wenn man 10 Jahre studiert hat und in der Zeit ein normales Auto fuhr (in meinem Fall Mitsubishi Carisma) und man dann einen Job bekommt und sich ein neues Auto leisten kann… Also ist man mit 30 Jahren anisch in der perfekten Lage sich ein Auto nach Wunsch zu kaufen. Da sollten die Verkäufer etwas geschickter werden. in meinem Mercedes Fall hat es der Verkäufer, der augenscheinlich jünger war als ich, noch nicht mal für nötig befunden aufzustehen oder gar sein Handy aus der Hand zu legen. Das er mit mir nach draußen geht zu einem der Wagen, war auch zu viel verlangt. Es hat ja geregnet… Ich hab mich sogar über die unfreundlichkeit beschwert und wurde dann als Lügner vom Autohaus dargestellt…
            Meinen Benz habe ich woanders gekauft!
            🙂
            Der Motor ist halt auch BJ 67 und bisher mangelt es vor allem an der Zeit sich um die Organisation zu kümmern. Ein 80er Jahre Motor ist derzeit drin, aber nicht lauffähig. Daher auch nicht fahrbereit. Sonst ansich in befriedigendem Zustand, keine grossartigen Sachen zu machen, nur alles was halt nach 45 Jahren nicht mehr so gut ist, wie Dichtungen, tank etc… Naja, ein Jobwechsel steht an, da mein Zeitvertrag endet… vieleicht habe ich ja dann etwas Extra-FREI-Zeit…

          2. @Jan:
            Es ist ja überall so: Inzwischen muss man ziemlich genau wissen wo man hingeht wenn man etwas Bestimmtes möchte. Quasi Insiderwissen haben. Ist ähnlich wie mit Restaurants, wo man auf gut Glück auch selten in einem tollen Restaurant landet. Man muss Empfehlungen bekommen und sich dann daran halten. Bei den Autohändlern ist es eben genauso. Es gibt sie, die Guten, die Kompetenten. Nur sind sie viel zu selten um per Zufall über sie zu stolpern.

            Wie wärs mit einem neuen Crate-Motor, wenn die Zeit nicht für die Motorrestaurierung reicht? An sich würde ich sowas ja auch gerne machen – altes Auto und so, kenne aber das Zeitproblem. Weiss auch genau wieviel (unglaublich viel!) Zeit das verschlingen würde. Deswegen halte ich mich zurück 🙂
            „Dichtungen, Tank etc.“ …versteckt sich hinter dem „etc.“ der Rost? 😛

          3. Ne ein neuer Motor soll da nicht rein. Es ist ein seltener 283cui Original 67er Camaro Motor, der kleinste V8 jemals… Der muss halt da rein 🙂
            Rost ist gar nicht so ein Problem, da sieht nur der Tank nicht so gut aus, sonst ist nur eine Kante etwas betroffen. Der Camaro hat noch dickes Blech und schon zwei neulackierungen bekommen in den 45 Jahren.

          4. @Jan:

            Woww… nein, dann solltest du ihn wirklich behalten. Alleinstellungsmerkmale sind immer Gold wert 🙂

            Kenne nur die Probleme mit Rost in Metallfalzen und zwischen unschön zusammengelegten Blechen. Dann scheinst du ja davon verschont zu sein.
            Also wenn du demnächst mal dank Jobwechsel mehr in der Richtung machst… könnte mir eine Kolummne zu dem Thema auf meinem Blog vorstellen… 😉

            vg
            bycan

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