Hunting the Light rund um Tromsø, Norwegen

Einem dichten Schleier gleich nimmt das wilde Schneegestöber vollends die Sicht auf das Umland. Hier in Norwegen ist man es gewohnt. Routiniert pilotieren die Norweger ihre Autos auf den verschneiten, grellweißen Straßen. Die Augen sehen irgendwann keine Konturen mehr. Die neuen Matrix-LED Scheinwerfer, die Audi hier zeigen möchte, machen bei Tageslicht leider keinen Unterschied. Entlang der Schneezeichen am Straßenrand hangelt man sich Meter für Meter weiter die endlose Straße entlang. Schneefall mit dicken gefiederten Schneeflocken wechselt sich mit Momenten absoluter Himmelsstille ab. Der kräftige Sechsender Dieselmotor des Audi A6 allroad quattro grummelt im Hintergrund und bäumt sich immer kurz auf, wenn eines der Räder bei Gasbefehl nach Grip sucht. So folgt man blindlings der freundlichen Stimme der navigierenden Dame in die Abendstunden und in die anbrechende Nacht hinein.

Bei vollkommener Dunkelheit, die sich hier hoch im Norden, knapp 350km nördlich des Polarkreises, schon früh über das kalte, karge Land senkt, macht sich dann das Matrix-LED Licht bemerkbar. Über 19 in 64 Stufen dimmbare LED-Lichtquellen wird rein per Software, ohne dass sich bewegliche Teile im Scheinwerfer befinden, das adaptive Fernlicht so geregelt, dass jederzeit für bestmögliche Sicht gesorgt ist. Mit anderen Worten: Es gibt eigentlich kein Abblend- oder Fernlicht im klassischen Sinne mehr. Das „Fernlicht“ bleibt immer an, die Sichtweite ist immer weiter als bei anderen Systemen und um die Blendung von anderen Verkehrsteilnehmern muss man sich keine Gedanken machen. Sie werden einfach aus dem Lichtbereich getilgt. Das Auto vor einem fährt plötzlich umgeben von einer schwarzen Aura, einem dunklen, vage rechteckigen Bereich innerhalb des eigenen Lichtkegels. Bei Kurven wird per Navidaten in die Krümmung hineingeleuchtet und – so denn das Infrarotbild trotz Schneeverstopfung verfügbar ist – Fußgänger im Gefahrenbereich vor dem Auto werden angeblinkt. Gerüstet mit dieser Technologie ist es komfortabler Nachts zu fahren als Tagsüber.

Wir sind hier, um die Nordlichter zu jagen.

Wäre der grimmige Himmel nicht so dicht bewölkt, könnten wir sie sehen: Aurora borealis – übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet sie „nördliche Morgenröte“. In verschiedenen Farben schlängeln sich dann die geschwungenen Lichtspiele dem Band einer rhythmischen Sportgymnastin gleich über den Himmel. Nur für einen kurzen Moment, während wir am Lagerfeuer inmitten des kniehohen Schnees in absoluter Dunkelheit sitzen, reißt die Wolkendecke an einem Fleck auf und entblößt das tiefschwarze All. Für diesen Moment können wir es über den Himmel ziehen sehen. Grün, schemenhaft. Kurz darauf verschlucken die gierigen Wolken es wieder. Für immer. Trotzdem genießen wir die kalte Nacht noch, auch wenn sie uns mit ihrem eisigen Atem ins Gesicht prügelt.

Norwegen, Land der Fjorde und Träume.

Am nächsten Tag belohnt uns Norwegen. Es lüftet in den frühen Morgenstunden den beständigen Dunst, schiebt ihn über die ersten Berge und das Meer immer weiter noch oben und schüttelt ihn vollends ab. Wir haben klare Sicht bis an den hier besonders fernen Horizont. Bedrohlich und herablassend zeichnen die dann noch verbleibenden Wolkenballen einen grauschwarzen Kontrast zur majestätischen Linie der mannigfaltigen Berglandschaften. Direkt am Straßenrand liegt das erregte Meer auf Augenhöhe und wird hier und da zerstochen von den Inseln und Biegungen der Küstenlinie. Die Fahrt durch die Fjorde hinterlässt bei mir einen so bleibenden Eindruck, das mein Entschluss feststeht: Ich war nicht das letzte Mal hoch oben im Norden. Ich werde es wohl Heike gleich tun.

DISCLOSURE: Ich wurde von Audi Deutschland nach Norwegen eingeladen. Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft wurden von Audi übernommen.

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