Imho: Wie entscheidet man sich für einen Traumwagen?

Als Kindlein fängt es an: „Wenn ich ganz viel Geld hätte, würde ich mir einen Ferrari Testarossa holen!“. Später kommen anderen Jugendphasen, andere Einflüsse durch Kino und Zeitschriften und immer wieder neue und andere Plakate an den Wänden des Kinderzimmers. Irgendwann rücken auch die zu investierenden Geldsummen unbewusst mit ins Bewusstsein und so dürfte es alle paar Jahre einen aktualisierten, neuen, dem eigenen Alter entsprechenden Traumwagen geben.

Lustig finde ich, dass man jeden in meiner Altersgruppe fragen könnte welches in der Kindheit ihr Traumwagen war und die Antworten in einem überschaubaren Rahmen bleiben würden. 30% werden Lamborghini Countach sagen, 30% Ferrari F40, 30% Porsche 911. Die restlichen 10% verteilen sich auf Porsche 959, Ferrari Testarossa, Chevrolet Corvette, McLaren F1 und Lotus Esprit.

Die Maxi-CD „Cars“ von Gary Numan habe ich 1993 nur gekauft, weil auf dem Cover ein McLaren F1 zu sehen war. Von Lotus habe ich mir per Post den Werbeprospekt zuschicken lassen. Der Countach hat in „Cannonball Run“ mein Herz erobert. Der Porsche 911 als roter Targa in Istanbul. Den Ferrari F40 fand ich irgendwie nicht so toll. Den Testarossa hatte ich als Matchbox-Auto und fand das Heck so schön breit und den Porsche 959 kannte ich eigentlich nur aus „Test Drive II“.

Während man damals ein klares „Leistungsraster“ hatte, das im Quartett nur ein paar Fahrzeuge übrig ließ und der Rest eher durch Sympathie für die Aussenhülle entschieden wurde, ist es heutzutage irgendwie schwieriger. Und wenn man mich jetzt fragen würde, welches mein Traumauto wäre, wüsste ich nicht so recht was ich sagen soll.

Es gibt Fahrzeuge, da sage ich sofort: Das will ich haben. Denke mir dann aber auch: Auf die Art von Service, die das Ding braucht und so rostanfällig wie es ist…. meh! Und was der Kopf da sagt, lässt sich bei mir irgendwie auch nicht ausknipsen.

Sonst würde ich möglicherweise eine Alfa Romeo 1400 GT Junior ganz weit nach oben setzen. Dagegen hat ein DeTomaso Panthera immer noch eine so schön rohe Eleganz. Es könnte aber auch ein simpler 68er Ford Mustang sein. Nicht sportlich, aber zeitlos und mit dem gewissen Feeling. Nah an der Straße soll es aber auch sein, weswegen ich immer schon nen Super Seven toll fand. Aber auch ein wenig Alltag, was mich drauf bringt, dass ich ja wirklich den Audi R8 optisch beeindruckend finde. Dann wiederrum drückt sich mir ein Nissan GT-R auf, den ich in real Life von außen extremst brachial finde und der auch was die Fahrleistungen angeht wie von einem anderen Planet wirkt. Über das Über-Heck brauchen wir da gar nicht reden. Aber wo bleibt da das direkte, mechanische? Nach Möglichkeit mit filigranem, großem Holzlenkrad und einer ordentlich metallischen Schaltung? Natürlich ist der Jaguar E-Type eines der schönsten Autos aller Zeiten – auch in meinen Augen. Aber ein Ferrari ist immer schon du ursprünglichste Ausdruck für einen Sportwagen gewesen. Und auch die haben tolle Kaliber wie den 308 GTB. Und um zurück auf die Neuzeit zu kommen: Der aktuelle Porsche 911 Targa beeindruckt mich immer wieder auf’s Neue. Der SLS von Mercedes war über ein Jahr mein absolutes Traumauto. Und ganz bewusst rede ich schon gar nicht mehr von Fahrzeugen eines Kalibers Pagani, Koenigsegg oder Spyker. Die fallen sowieso sofort aus meinem Raster.

Ihr seht also, es ist sehr anstrengend geworden, sich für ein Fahrzeug zu entscheiden. So viele Faktoren spielen da rein! Und so viele Fahrzeuge stellen sich zur Wahl. Wenn mich dann jemand fragt: „Und? Welches ist dein absolutes Traumauto?“, dann zögere ich. Früher kam das wie aus der Kanone geschossen. Welches Fahrzeug ich dann – nach dieser kurzen Denksekunde – nenne, das sage ich euch irgendwann in den kommenden Wochen. 🙂

Bis dahin könnt ihr mir ja eure Traumfahrzeuge nennen.

Bildquelle: Automobili Lamborghini S.p.A

 

6 Antworten auf „Imho: Wie entscheidet man sich für einen Traumwagen?“

  1. Eigentlich ganz klar – der erste Gedanke ist der Ferrari Testarossa, von dem ich auch mehrere Modelle in unterschiedlichen Maßstäben haben. Unter anderem ein riesiges 1:8 Modell von Pocher. Aber in der Realität würde ich das Auto nicht haben wollen. Die Servicekosten sind nicht so ganz meine Preisklasse.

    Der zweite Gedanke ist da schon eher realisierbar ein MGB oder ein Triumph Spitfire. ich denke damit werde ich mir irgendwann eine Freude machen.

    1. Hi Gerhard,

      ja, die Sache mit den Servicekosten bei Ferrari hat auch gerade jemand bei Facebook gepostet. Ich glaube die einzige rote Ausnahme ist der Mondial.
      Triumph Spitfire ist schon ein echter Klassiker… wobei ich dann auch schon eher zu einem Morgan tendieren würde. Oder einem Austin?

      Liebe Grüße
      Can

  2. Hi Can,

    der Spitfire hat einfach was. Dieses kleine Auto macht tierisch Spaß, geht auch richtig gut und ist erschwinglich.
    Der Testarossa wäre halt der ultimative Bubentraum und sollte ich im Lotto gewinnen, dann würde ich ernsthaft drüber nachdenken. Lottospielen sollte ich warhscheinlich auch 😉

    Austin wäre sicher auch eine gute Wahl. Aber Morgan eher nicht – ohne einem guten Tischler würde ich mich da nicht drüber wagen. Außerdem gibt’s den in der gleichen Optik als Neuwagen 😉

    1. Hi Gerhard,

      aber bei ner Spitfire müsstest du doch gar nicht so lange drüber nachdenken, oder? Die Suche nach der Richtigen – am besten direkt auf der Insel – wird eh ein paar Jahre verschlingen und dann hättest du deinen erfüllbaren Traum erfüllt. Also kein Traumwagen im eigentlichen Sinne? 🙂

      lg
      Can

  3. Das ist eine wirklich schwierige Angelegenheit, muss ich auch zugeben. Aber seit ich meine E-Klasse habe, hat sich mein Wunsch etwas verschoben. Früher war es ein 50er Jahre Chevy Pick-Up mit großvolumigem Motor, etwas tief und breit.
    Mittlerweile… hmm.
    Die Frage die sich stellt, wenn ich mir ein Auto aussuchen dürfte, was würde es dann sein.
    Ich glaube dann würde ich ganz klar sagen: eine G-Klasse, ein G65 in schwarz, breit, stark!

    1. Hi Jan,

      die G-Klasse steht wirklich bei verflucht vielen Leuten ziemlich weit oben auf der Liste. Faszinierend. Ich kann dem Auto hingegen nicht so recht etwas abgewinnen. Ja, es ist kultig. Ja, es sieht bullig aus. Aber würde es mich glücklich machen so einen in der Garage stehen zu haben?
      Allerdings erinnerst du mich daran, dass ich einige Jahre auch mal nen JEEP als Traumauto hatte. Damals bin ich mit meinem Vater immer extra bei Chrysler-Händler in Essen vorbeigegangen, wenn wir meine Oma besucht haben. Die lebte dort.
      Ich wollte unbedingt einen mit riesigen Ballonreifen und mein Vater pflegte zu sagen: „Du weisst aber, dass man im Gelände mit schmalen Reifen viel weiter kommt?“ 🙂

      lg
      Can

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