Ist das nötig? BMW Active Sound Design

Zur Zeit spalten sich die Autofans im Internet in zwei Lager: Die einen finden BMWs „Active Sound Design“-Feature toll, die anderen alles andere als das.

Was ist Active Sound Design?

Was dieses „Active Sound Design“ genau ist lässt sich so zusammenfassen: Über die Audio-Anlage im neuen BMW M5 wird ein Motorengeräusch erzeugt und durch die Lautsprecher an die Passagiere weitergegeben. Was man dann im Innenraum hört, der V8, ist nicht tatsächlich der Motor selbst, sondern nur ein künstlich erzeugtes Geräusch. Wie sich der Motorsound anhört wird über die Motorsteuerung beeinflusst.

Die einen sagen nun, dass das in einer Limousine völlig ok ist, da man auch die Möglichkeit haben will lautlos (im Innenraum) durch die Gegend zu fahren. Durch diese Technik hat man die Möglichkeit ebendies zu tun. Wünscht man sich hingegen den agressiven M5-V8-Sound genügt ein Tastendruck.

Die anderen sagen dies sei Betrug am Fahrer (und am Passagier). Denn was man hört ist nicht der „echte“ Motor sondern etwas das man sonst nur aus Computerspielen kennt. Letztlich könnte man über diese Taste ja eigentlich auch dem Kunden die Wahl bieten… „Wollen sie einen V6, V8, V10 oder V12 Sound? Mit oder ohne Turbolader?“

Zeichen für den Wandel der Zeit?

Vielleicht will uns BMW auch nur endlich auf die nahende Elektro-Zukunft vorbereiten. In der es die vertrauten Motorgeräusche eben nicht mehr gibt. Nichtmal Schaltgeräusche oder Zwischengas-Geräusche. Das finden Leute wie ich extrem tragisch. Da ist doch nix einfacher als zu sagen man kopiert die Geräusche und simuliert sie. Doch hinterlässt dies irgendwie einen faden Beigeschmack. Man täuscht etwas Non-Existentes vor. Es ist wie auf die Motorhaube eines Golf I eine Luftansaugstutze zu kleben. Oder vier Auspuffendrohre ans Heck. Ich weiss noch wie bei der ersten Dodge Viper RT/10 die Sidepipes aus verkehrsrechtlichen/-technische Gründen lahmgelegt werden mussten. Hatte ich so in einer Zeitschrift gelesen. Und selbst das stellte mich auf eine große Probe.

Eigentlich sollte ich mir nun eine eigene Meinung bilden und mir diese Technik beim M5 selbst genauer ansehen. Vielleicht ist ja alles nicht so schlimm? Als erstes würde ich die Motorhaube öffnen um sicherzustellen dass da auch wirklich ein V8 drin ist (Bin mir sicher dass man den Leuten auch nen R4 als V8 verkaufen könnte. Die Wenigsten kucken beim Neuwagenkauf doch unter die Haube? Außerdem gibts da eh nur hübsche Plastikverkleidungen zu sehen), danach den Motor anlassen und hören wie es sich bei offener Motorhaube anhört.

Soundpipe beim Ford Mustang GT.

Wenn es wirklich darum geht den Leuten beide Welten zu bieten (lautlos und laut): Beim Ford Mustang GT gibts eine Soundpipe im Motorraum. Entnimmt man den in diesem Rohr befindlichen Schaumstoff öffnet sich ein Soundkanal in den Fahrzeuginnenraum. Es wird laut. Warum nicht sowas?

Oder geht es um etwas ganz anderes? Start-Stopp-Automatik! Da fährt man schon einen tollen V8 und an der Ampel geht er jedesmal aus… das ist ärgerlich und viiiiel zu leise. Da ist es doch praktisch wenn das Motorgebrabbel über die Anlage weitergeht? Nur da würde es auch eine Standgas-Best-Of-Supermotoren-Compilation auf CD tun: „Wollten sie schon immer mal in einem Ferrari Testarossa an der Ampel warten? Oder einem Lamborghini Countach? Einem De Tomaso Pantera? Oder gar einem Citroen 2CV? Holen sie sich jetzt die Standgascompilation für ihr Auto und sie werden an der Ampel alle Insassen in ihrem Fahrzeug begeistern! Wenn sie jetzt bestellen bekommen sie den ‚bösen Blick‘ für ihr Fahrzeugmodell gratis dazu. Studien beweisen dass sie damit subjektiv 5-10 Stundenkilometer schneller sind.“

Auf dem BMW-Blog kann man mehr (technische) Details nachlesen, auch wenn die Pressemitteilung schon was älter ist. Dort erfährt man auch was BMW zu dem Schritt bewegt hat.

Bildquelle: BMW

Kommentare sind geschlossen.