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Ja, ich leide am Bleifuss-Syndrom

Bleifuss-Syndrom

Ich bin der Überzeugung dass der “Bleifuss” als Krankheit anerkannt werden sollte. Auf ähnliche Art und Weise wie auch Burn-Out-Syndrom (Gut. Wer hier an Autos denkt liegt falsch.). Ich möchte die Symptome aufzeigen und euch Einsicht in ein bisher deutlich zu wenig erforschtes Krankheitsbild geben. Vielleicht merkt ihr ja am Ende auch dass ihr ebenfalls darunter leidet. Wenn ihr meinen Blog regelmäßig lest, dann gehört ihr auf jeden Fall zum Kreis der bereits erkrankten oder seid höchster Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Da bin ich mir sicher.

Ich fahre gerne sportlich. Daran ist auch nichts auszusetzen. Das Problem fängt dort an, wo man trotz einer vorgenommenen entspannten Fahrt ganz ohne Sportlichkeit irgendwie doch wieder das Gaspedal malträtiert. Ein paar Beobachtungen die ich gemacht habe und die euch helfen sollten einzuschätzen, wie schlimm es auch euch erwischt hat:

1. Man steht ganz vorne an der Ampel. Sie springt um auf grün. Man möchte den nachfolgenden Verkehr natürlich nicht behindern und fährt zügig an. Wenn man den dritten Gang erreicht hat und in den Rückspiegel blickt erkennt man erstaunt, dass die anderen Autos entweder kaum noch zu sehen sind oder immer kleiner werden. Das ganze natürlich ohne dass man irgendwelche Geschwindigkeitslimits überschreitet

2. Der Kreisverkehr stellt kaum einen Grund zu bremsen dar

3. Man nimmt sich vor auf der Autobahn konstant 140km/h zu fahren – weil da die Drehzahl im fünften Gang in einem tonal angenehmen Bereich liegt. Spätestens wenn man ein Auto überholt das 5km/h langsamer fährt tritt man auf’s Gas. Danach beginnt das Schema: “Den einen nehm ich auch noch mit”

4. Das Ende von Baustellen auf der Autobahn nimmt man zum Anlass zurückzuschalten und Gas zu geben

5. Dabei wartet man ab exakt bis das Schild an einem vorbeirauscht – erst dann gibt man Gas.

6. Man bremst auf der Autobahn gerne spät, weil man dann so richtig schön merkt wie schnell man unterwegs war. (Das muss nicht bedeuten dass man zu nahe auffährt!)

6. Fährt der Vordermann im Stadtverkehr exakt 50km/h regt es endlos auf. Man kann ja 69km/h fahren ohne dass es Punkte gibt

7. Man fährt selbstverständlich die Gänge immer voll aus

8. Es beschleicht einen ein seltsames Gefühl immer dann wenn jemand anders schneller unterwegs ist

9. Der Durchschnittsverbrauch fällt immer sehr viel höher aus als er sein könnte

10. Der ganze Körper ist verkrampft und man merkt es erst wenn man in einer Baustelle wieder langsamer fahren muss

11. Nach einer langen Autobahnfahrt fällt es einem äußerst schwer wieder “Stadt-Tempo” zu fahren

12. Der Gasfuss hört kaum auf das Kommando des Gehirns ein wenig die Last vom Gaspedal zu nehmen – das Fussgelenk ist verkrampft

13. Wenn’s eng wird: Lieber Gasgeben und durch als Abbremsen und warten

Wenn ihr euch auch nur in zwei von diesen Punkten wiedererkennt, dann solltet ihr dringend in Therapie gehen. Wie könnte eine solche Therapie aussehen? Bewusstes langsamfahren funktioniert nicht. Ich muss aber auch dazu sagen: Fährt man dann doch mal entspannt und schwimmt einfach nur im Verkehr mit, ist die Fahrt um ein vielfaches angenehmer. Deswegen will ich was ändern. Doch wo fängt man an?

Ein Vorschlag wäre ein extrem schnelles und hubraumstarkes Auto. Klingt verrückt, aber es lässt sich nicht leugnen dass einem das Bremsen in einem 1L-Corsa deutlich schwerer fällt als in einem 400PS-Monster. Schließlich dauert das Beschleunigen danach 100 mal länger. Meistens legt man mit viel Hubraum eine deutlich ruhigere und konstantere Fahrweise an den Tag.

Gibt es noch andere Möglichkeiten?
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6 Responses to “Ja, ich leide am Bleifuss-Syndrom”

  1. Jens

    Mmmh, Punkt 1 kommt mir bekannt vor, Punkt 2 erst recht, der kürzeste Weg zwischen 2 Punkten ist die Gerade. Bei Punkt 3 hilft mir der Tempomat und meine Gelassenheit, Punkt 4 gilt auch für das Sichten des Streifen-Schildes ;), Bei Punkt 6 reduziere ich auf 65 km/h bei 50 stimme aber sonst mit ein, bei Punkt 7 muss ich gegen steuern, denn mit einem Diesel macht das kein Sinn. Danach habe ich mal aufgehört… muss ich nun in Therapie? Ich denke nicht, denn ich habe noch Restkraftstoff in meinen Blutbahnen und das ist auch verdammt noch mal gut so!

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    • bycan

      doch, doch.. ich würde dir eine Therapie nahelegen. Nur wie die aussehen soll ist mir nicht ganz klar. Mit einem Stammtisch wird es jedenfalls nicht getan sein!

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    • bycan

      Nie die hoffnung aufgeben! Aber auf mich treffen auch alle zu und ich sehe licht am horizont.. der erste schritt ist damit getan es zu erkennen. Amen! Wie waere es mit einer selbsthilfegruppe?

      Am 2011 8 15 18:15 schrieb “Disqus” :

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  2. alexander

    das Krankheitsbild ist dermaßen unkurierbar, dass auch Hubraum und Leistung nicht helfen. Es gibts eine Zeit, da hält man 400 PS für viel. Da tritt aber die gleiche Gewöhnung ein wie mit 112 Pferdchen, nur mit dem Unterschied dass alle von Dir beschriebenen Symptome in der Frage enden: wie würde das eigentlich mit dem 63 sein? Diese angepasste Fahrweise im “man-könnte-wenn-man-wollte” Habitus wegen des großen Hubraums – papperlapap ;)

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    • bycan

      Hört sich an als würdest du aus Erfahrung sprechen? Du kannst mir alle deinen Sorgen offenlegen, alexander! Sprich dich aus… hier ist der richtige Platz dafür :)

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