Mazda MX-5 NC und NA Fahrbericht – 25 Jahre MX5

Fahrfeeling im Mazda MX-5 NC und NA.

Das Licht fiel zwischen den Ästen hindurch, die sich im Wind einer unhörbaren inneren Melodie folgend hin- und herwogen. Das sich auf den Blättern gesammelte Regenwasser fiel fein zerstäubt einem bunt schimmernden Schleier gleich zu Boden. In dieser Gischt brach sich das durch den herannahenden Abend geschwächte Licht der Sonne und färbte die Luft zwischen den hohen Baumkronen und dem Asphalt feuerrot. Dampfschwaden, die sich von dem feuchten, vom heißen Sommertag gewärmten Boden absetzten, erkämpften sich ihren Weg zwischen den größeren Regentropfen hindurch gen Himmel.

Das Cockpit des MX-5 wurde in einem wilden Wechsel von Hell und Dunkel zerrissen, immer wenn die Sonne sich akribisch ihren Weg zwischen zwei Bäumen hindurch bis auf den Boden zurechtlegte. Bei jedem stärkeren Windstoß ergoss sich eine Wand aus größeren Regentropfen von den Bäumen hinab auf die Straße. Und im Moment der Durchfahrt mit dem MX-5 auch auf mich.

Denn geschlossen fährt man mit dem MX-5 nicht, es sei denn der Weltuntergang naht. Ja, beim NC schließt sich das Stahlklappdach des Coupés ziemlich schnell auf Knopfdruck und muss ansonsten nur mittig entriegelt werden. Beim Mazda MX5 NA hingegen wird erst das Verdeck nach vorne gezogen, dann die Heckscheibe per Reißverschluss verschlossen und zuletzt die Verriegelung am Rahmen der Windschutzscheibe betätigt. Angeschnallt auf dem Fahrersitz geht das kaum. Doch wie gesagt: Es muss dafür schon der Weltuntergang kommen.

Entspannt folgte ich der Straße. Ich musste nicht schnell fahren. Ich musste nicht überholen. Ich nahm einfach nur die Umgebung in mich auf und ließ mich im Fahrersitz hinabgleiten. Keine Musik, eine Anlage braucht man nicht. Nur das Geräusch der raschelnden Blätter und die von den Bäumen zurückgeworfene akustische Komposition aus Motor, Abrollgeräusch und Wind. Das Schauspiel, das sich mir bot, war wunderschon. Fast schon an der Grenze zum Kitsch. Aber die Natur hat nun mal den Dreh heraus wie sie genau an der Grenze balancieren kann. In keinem anderen Auto hätte ich das alles wahrgenommen. Zumindest nicht in einem Coupé oder einer Limousine.

Und der MX-5 – sowohl als NA als auch als NC – bietet einfach eine so unverfälschte, ja fast schon rudimentäre Art zu fahren, dass man sich plötzlich die Frage stellt, warum man sonst immer das Gefühl hat mehr zu brauchen.

Ich war es, der die endlose Reihe aus Bäumen, die Wand aus Bäumen in zwei Hälften schnitt. Vor mir waren sie verbunden und gaben nur ein kleines Asphaltband frei. Hinter mir schlossen sie wieder die Pforten, verschlagen die Straße in ihren Reihen. Als ob man sich auf einer Lichtung befindet, umgeben von dichtem Gehölz, und diese Lichtung mit einem wandert so man sich denn bewegt.

Ich war für mich allein an diesem hellen Fleck inmitten der Armada aus Grün und Braun und Licht, allein mit dem MX-5 und gefangen in dem endlosen Moment.

Vielleicht wäre Musik nun doch das richtige gewesen. „Let Down“ von Radiohead kommt mir in den Sinn. Vielleicht hätte es den Moment noch überschwänglicher in die Unendlichkeit getrieben. Oder mich wünschen lassen, dass ich gerade nicht allein im MX-5 sitzen würde. Die Lichtung mit jemand anderem teilen könnte. Denn dann ist Roadster fahren das Schönste auf der Welt.

Unterschiede nach 25 Jahren MX5.

Mit welchem der beiden MX-5 ich unterwegs war spielt dabei gar keine Rolle. Mit dem 2014er NC fährt man etwas moderner, aber auf die gleiche Art und Weise. Mit etwas mehr Dampf aber dafür etwas weniger Wesentlichkeit. Mit dem 1990er NA hingegen fährt man ein Auto aus vergangenen Tagen (sind die 90er schon so lange her??), beschränkt rein auf das Wesentliche und in seiner Haptik, Optik und in seinem Geruch an vergessene Kindheitstage erinnernd. Das filigrane Lenkrad und das Gefühl komplett im Freien zu sitzen findet sich nur im NA. Die direkte Lenkung und die knackige, wahnsinnig spaßige Schaltung findet sich in Beiden. Die Elastizität und der Komfort findet sich nur im NC.

Für welchen würdet ihr euch entscheiden? NA oder NC Roadster Coupé? Klappscheinwerfer mit Kultcharakter oder Blechverdeck? Oder vielleicht doch auf den neuen Mazda MX-5 warten, der im September der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird? Egal ob NA, NB, NC oder ND – Mit dem MX-5 steuert man den Wegbereiter der modernen Roadster. Klein, flach, Motor vorne, Antrieb hinten, Zweisitzer. Er ist der Meister seiner Klasse.

Über den MX-5 NC Flyin‘ Miata mit Kompressor könnt ihr neben hier bei mir auch etwas beim drive-blog lesen: „Kein Wunder, bringt Mazda doch in diesem Jahr noch den Nachfolger auf den Markt und spätestens dann sollte man auch mal über einen Yusho nachdenken, denn er hat nicht nur bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.“

Auch autophorie ist den „Yusho“ mit Kompressor gefahren und schreibt: „14.990 Euro verlangt SPS Motorsport inklusive Garantie (30.000 km) für diesen Umbau, dem es an fast nichts fehlt. Eben nur an fast nichts, denn eine wichtige Funktion wurde außer Acht gelassen.“

 

Fahrzeug: Mazda MX-5 Roadster Coupe 2.0L MZR Sendo

Lackierung: Mitternachtsblau Metallic
Felgen: 17 Zoll Leichtmetallfelgen
Polster/Leder: Lederausstattung Beige

Motor: 4-Zylinder Ottomotor
Hubraum: 1999 cm3
Leistung: 118 kW (160 PS)
Drehmoment: 188 Nm

Getriebe: manuelles 6-Gang Getriebe
Antrieb: Hinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,9 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 218 km/h

Türen/Sitze: 2/2
Verbrauch kombiniert: 7,8 l/100 km
CO2-Emission: 181 g/km

Driver’s Groove Bewertung: 08/10

Preis: 28.030,00 €

Fahrzeug: Mazda MX-5 1.6L Modell NA Baujahr 1990

Lackierung: Rot
Felgen: 14 Zoll Leichtmetallfelgen
Polster/Leder: Stoffausstattung anthrazit

Motor: 4-Zylinder Ottomotor
Hubraum: 1598 cm3
Leistung: 85 kW (115 PS)
Drehmoment: 135 Nm

Getriebe: manuelles 5-Gang Getriebe
Antrieb: Hinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,8 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 195 km/h

Türen/Sitze: 2/2
Verbrauch 120 km/h: 7,8 l/100 km
CO2-Emission: – g/km

Driver’s Groove Bewertung: 08/10

Preis: 35.500,00 DM (1990)

Bildquelle: Driver’s Groove / Can Struck

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