Mercedes-Benz S500 4MATIC Coupé Fahrbericht

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Zielgerichtete Flucht vor dem Alltag im S500 Coupé.

Manchmal braucht man einen gewissen Abstand zum Alltag. Um zu reflektieren und sich seiner selbst bewusst zu werden. Um feststellen zu können, wer man ist und was man bisher im Leben geleistet hat. Auch um zu verstehen, dass wichtige Dinge bei einem Perspektiv-Wechsel belanglos werden können.
Jeden Tag macht man sich mit Dingen verrückt, rennt hinter falschen Zielen her und legt sich den Plan zurecht, den Weg, den man anschließend beschreiten möchte. Jeden Tag stellt man fest, dass der Weg der gleiche war wie am Tag zuvor. Und jeden Tag ist man ein Stück weit froh darüber. Nicht überrascht worden zu sein aber auch nichts falsch gemacht zu haben. Zu fragil ist das aufgebaute Leben, zu groß die Abhängigkeiten von Anderen.
Doch selten wagt man Inne zu halten, stehen zu bleiben und über seine eigene Schulter zu blicken. Was man feststellt ist nur, dass die Jahre immer schneller vergehen, die Kinder älter werden und die Erinnerungen an einzelne Jahre zusammenschmelzen zu einer dichten Wolke, die unidentifizierbar und doch recht klein ist. Viel zu spät wird einem das bewusst. Es sei denn, man nimmt sich die Zeit, traut sich sich zu langweilen und in sich hinein zu horchen.
Klassischer Urlaub bietet dazu eigentlich nicht genug Raum. Urlaub am Meer, mit Hotel, mit geplanten Essens-, Schlafens- und Spaßzeiten. Der Arbeitsalltag wird von Urlaubsalltag abgelöst. Mit dem einzigen Unterschied, dass man jetzt Geld zahlt statt welches zu verdienen. Es braucht da schon etwas Anderes.

Das Andere beginnt am Strand nach einigen Tagen eben dieses invertierten Arbeitslebens. Es startet am Steuer des dunkelgrünen Mercedes S500 Coupés. Es erwacht mit dem sonoren und dezenten V8-Grollen zum Leben, welches uns jetzt jeden Morgen, Tag und Abend begleiten wird. Dieses Andere erwartet uns in den Bergen. Ohne Route, ohne Plan, ohne Alltag.

Dabei bietet das edle Coupé mit dem braun belederten, von Aluminium und glänzendem Holzfurnier nur so strotzenden Innenraum auf jeder Straße der kommenden Tage einen Komfort und eine Ruhe, die einem die Gelassenheit aus jeder Pore treten lässt. Egal wie sich der Verkehr verdichtet und verkeilt, es ist einem schlicht egal. Zwei Stunden Zeitverlust dank Unfall-Gaffern in Italien? Fernsehen per DVB-T an, die wahnsinnig feine Burmester-Anlage aufdrehen, schallisolierende Verglasung hochfahren, Massagefunktion der Bestuhlung in Chefsessel-Dimensionen einschalten und fallen lassen. Der Mercedes fängt einen sanft auf und zeigt wahrlich, wie sich Luxus im Auto anfühlen muss.

Pläne waren gestern.

Im Kofferraum haben wir unser Zelt und die Schlafsäcke. Sonat hat bequem auf dem Rücksitz Platz und sobald wir in Trient ankommen, sitzt auch noch Jonas hinten. Extra nur mit Rucksack und Drohne angereist, um uns auf den letzten Tagen filmisch zu begleiten (Video siehe unten). Eng wird es schon, aber ist halt auch nur ein Coupé – das nimmt man dann gerne in Kauf. Unser erstes Ziel ist das Stilfser Joch nahe der Italienisch-Schweizerischen Grenze und möglicherweise der touristisch meistbesuchte Alpenpass überhaupt.

Schon vorher besprechen wir, wo wir den Tag beenden wollen. Bleiben wir in der Nähe von Trient an einem wunderschönen See, dem Lago di Lévico? Fahren wir bis vor das Stilfser Joch? Oder fahren wir auf der anderen Seite wieder runter und suchen dann etwas? Wir beschließen, es flexibel zu handhaben und einfach zu sehen, wo wir Abends landen. Also erstmal die Sonne an der Piazza Dante in Trient genießen und irgendwann in das S500 Coupé steigen. Die Anfahrt zum Stilfser Joch ist so tiefenentspannt wie lange schon keine Autofahrt mehr. Es gibt keinen Grund – auch wenn 455PS und 700Nm Drehmoment zur Verfügung stehen – irgendwelche Autos zu überholen. Stattdessen genießen wir bei offenen Fenstern den Fahrtwind und betrachten die Landschaft.

Kurz vor dem Stilfser Joch finden wir versteckt an einer einspurigen, mutigen Zufahrt den Campingplatz Camping Trafoi. Wir beschließen hier den Abend zu verbringen und am nächsten Morgen früh loszufahren, um das Stilfser Joch allein für uns zu haben. Der Abend ist noch so jung, dass wir die Umgebung des Campingplatzes erkunden und ein paar Bierchen trinken können. Wir wandern nahe eines tief am Abgrund schlummernden, nur hörbaren Baches über eine Wiese mit kniehohen Blumen und Gräsern. Seit meiner Kindheit hatte ich nicht mehr dieses Gefühl, dass ich dort erlebt habe: Mich zwischen den Gräsern verstecken zu können, keine Gedanken darüber zu machen ob die Klamotten schmutzig werden und mich einfach klein zu fühlen. In die Natur zu horchen und die Verlassenheit zu genießen. Das Zelt ist längst aufgebaut, wir sitzen am S500 Coupé und sehen die Schatten an den Bergen immer länger werden, bis sie in ein tiefes Rot/Rosa getaucht werden und wir dann vom tiefschwarzen Schlund der Nacht erfasst werden.

Wenn Zeit keine Rolle spielt.

Um 7 Uhr morgens sind wir fast die einzigen hoch oben am Joch. Die ersten Cafés öffnen langsam die Pforten, noch davor verbringen wir eine Stunde an einem Parkplatz vor einer großartigen Alpenkulisse und treffen dort einen Motorradfahrer vom Campingplatz wieder. Als der Grill vor einem der Restaurants aufgeheizt wird, bestellen wir die erste Bratwurst mit Weisskraut (unbedingt probieren!) und frühstücken in aller Ruhe. Auch hier lassen wir mehrere Stunden liegen. Genau vor 6 Jahren standen Belgin und ich am gleichen Ort, als ich ihr einen Heiratsantrag gemacht habe. Als uns der Sinn danach steht, steigen wir in das Coupé und fahren das Stilfser Joch an der Westrampe wieder runter.

Ungeplante Highlights.

Weit bringt uns der Tag heute nicht. Eigentlich wollen wir nur bis nach Ponte di Legno fahren. Zufällig führt uns die Straße aber auch noch über den Gaviapass. Die extrem enge Straße führt einen über eine Kaskade von Serpentinen immer höher hinauf an einen Fleck, an dem man von einem wunderschönen, türkisfarbenen Bergsee empfangen wird: Dem Lago Bianco. Eigentlich ist der Gaviapass schöner als der Passo Stelvio. Vor allem aber auch nicht so sehr überflutet von Touristen, weswegen ich jedem einen Besuch ans Herz legen kann. Dafür muss man mit dem Pech leben, wenn eine Gruppe von BMW-Cabrio Fahrern mit gezückten Smartphones und nicht über 30km/h den Pass wieder hinabführen. Geduld ist da eine Tugend. Dank der komplett versenkbaren Seitenfenster des S-Klasse Coupés (Keine B-Säule – Es gibt in Coupés übrigens nichts schöneres für Kinder!) und dem Panoramaglasdach können wir die Gelegenheit aber auch nutzen um ehrfürchtig in die weitreichenden Alpentäler zu blicken.

Während unserer Mittagspause in einem kleinen italienischen Café entdecke ich einen kleinen Fussballplatz mit offenem Tor, greife mir aus dem Kofferraum des S500 Coupés Sonats Fussball und spiele einfach ein wenig mit ihm. Ein paar Jungs aus der Ortschaft sehen uns zu und warten darauf, dass wir endlich den Platz für sie räumen. Irgendwann steigen wir auch hier wieder in das Auto und fahren weiter. Jede Sekunde fühlt sich frisch und anders an, das Zeitgefühl tritt irgendwann komplett in den Hintergrund und nur der Stand der Sonne am Himmel ist unser Richtwert für den Tagesverlauf. Ist das nicht schön?

Weltkulturerbe Valcamonica.

Eine weitere Nacht an einem Campingplatz später, in der Jonas es schafft die Batterie des S Coupés komplett leer zu saugen, sind wir im Valcamonica. Das Tal erstreckt sich von Ponte di Legno bis Lovere am Iseosee. Auf knapp 70km findet sich hier entlang des Flusses Oglio die weltgrößte Ansammlung von Felsgravuren. Es ist das älteste Weltkulturerbe des UNESCO in Italien. Über einen Zeitraum von unglaublichen 10.000 Jahren haben sich die hier lebenden Völker auf den Felsen verewigt – von der Eisenzeit bis zur Zeit der Römer. Wir besuchen den ältesten Nationalpark des Tals, wandern im Zuge dessen eine ganze Weile durch den Wald auf der Suche nach den Gravuren und fahren dann weiter bis an den Lago d’Iseo. Im Supermarkt holen wir Baguette und Mortadella und lassen uns von der Atmosphäre am Iseosee verzaubern. Das Wasser glitzert in hellen, wunderschönen Türkistönen, die Orte rund um den See sind klein und uritalienisch. Eine Straße entlang des Sees, knapp über dem Wasserspiegel und in den Fels geschlagen, bietet kaum genug Platz um sich am Gegenverkehr vorbei zu pressen. Auch hier verstreichen wieder einige Stunden bis wir kurz hinter Sarnico die Alpen langsam verlassen, um 100 Kilometer weiter wieder nach Norden und in Richtung Como zu fahren.

Rückfahrt über den Splügenpass.

Auch am Comer See zelten wir, wenn auch auf einem sehr schlichten Zeltplatz. Auch hier haben wir wieder viel Zeit, sitzen mit Plastikstühlen an einem kleinen Gartentisch und reden über Gott und die Welt. Keine Hektik. Im Hintergrund steht das S500 Coupé mit seinen wundervoll fließenden, unaufgeregten Linien. Schon auf dem Campingplatz nahe Stelvio hatte mich ein Wanderer auf das Design des S Coupés angesprochen. Er meinte, aktuell würde Mercedes wunderschöne Coupés bauen. Zeitlos und schlicht-elegant. Ich kann das nur bestätigen. Das S Coupé wirkt optisch so viel kleiner, als es tatsächlich ist. Der lange Radstand und die endlose Seitenfenster-Linie nehmen ihm die Schwere, keinerlei unnötige Sicken oder Kanten zieren das Blechkleid. Das Heck mit der durchgängigen Chromleiste und den breiten Heckleuchten ist so schlicht und doch prägnant, dass wir es aus meiner Sicht hier mit einem Automobil zu tun haben dürften, das den Zahn der Zeit überstehen wird und auch in 15 Jahren noch stimmig aussieht.

Bewusst nehmen wir wahr, wie die Nacht sich langsam heranschleicht, die stickige, feuchte Luft vertreibt und eine angenehme Kühle herbeibringt. Wir sind einige hundert Meter oberhalb des Comer Sees und können vom Campingplatz aus auf Bellagio und den See herabblicken. Das Lichtermeer rund um den See wird immer größer und flimmert in der heissen Sommerluft. Es riecht nach Blumen und ein wenig nach feuchter Erde. Recht früh werden wir schon müde. Am nächsten Tag erwartet uns die lange Rückfahrt nach Köln und vorher der Splügenpass.

Der Splügenpass befindet sich vom Comer See aus exakt nördlich an der Grenze zur Schweiz. Die Anfahrt dauert lang und ist bis auf die letzten 10 Kilometer ist sie recht unspektakulär. Irgendwann taucht eine große Staumauer auf, in deren Schatten sich ein verlassener Spielplatz findet. Die knalligen Farben der Schaukeln, Wippen und des Karussells kontrastieren mit dem schlichten Betongrau der Mauer. Wir halten an und spielen dort mit Sonat, nehmen ein paar Videos auf und fahren anschließend weiter zur Passhöhe. Exakt auf dem Kamm überfahren wir die Grenze zur Schweiz und essen in einem kleinen Schweizer Berghotel, das nur 6 Wochen im Sommer geöffnet hat und familiengeführt ist, eine Kleinigkeit. Danach treten wir frisch gestärkt den Bärenanteil der Rückfahrt an.

Die Deutsche Autobahn empfängt das S500 Coupé mit offenen Armen und dank DISTRONIC Plus bis 200km/h spulen wir die Kilometer regelrecht ab. Selten kamen wir so entspannt nach einer solch langen Strecke an. Das S500 Coupé lässt sich nicht von Straßenverhältnissen, Verkehrsverhältnissen oder Wetterverhältnissen beeindrucken. Dadurch genauso wenig auch der Fahrer oder die restlichen Insassen. Wir führen über Stunden eine Unterhaltung, ohne überhaupt eine Pause während der Fahrt in Erwägung zu ziehen. Im Schnitt alle 500 Kilometer müssen wir tanken, andere Gründe zum pausieren gibt es auch nicht. Um Punkt 23.00 Uhr sind wir umgeben vom dezenten Glimmen der Ambientebeleuchtung in der Kölner Nacht angekommen und haben in drei Tagen mehr erlebt, als sonst in einer Woche. Und nun, nach dem Verlassen des S500 Coupés, heisst uns unsere Wohnung willkommen. Willkommen zurück im Alltag.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column column_width_percent=“100″ align_horizontal=“align_center“ overlay_alpha=“50″ gutter_size=“3″ medium_width=“0″ shift_x=“0″ shift_y=“0″ z_index=“0″ width=“1/1″][vc_raw_js]JTNDZGl2JTIwY2xhc3MlM0QlMjJzdG9yaWZ5JTIyJTNFJTNDaWZyYW1lJTIwc3JjJTNEJTIyJTJGJTJGc3RvcmlmeS5jb20lMkZkcml2ZXJzZ3Jvb3ZlJTJGbWVyY2VkZXMtYmVuei1zNTAwLWNvdXBlJTJGZW1iZWQlM0ZoZWFkZXIlM0RmYWxzZSUyNmJvcmRlciUzRGZhbHNlJTI2dGVtcGxhdGUlM0RncmlkJTIyJTIwd2lkdGglM0QlMjIxMDAwJTIyJTIwaGVpZ2h0JTNEJTIyNzUwJTIyJTIwZnJhbWVib3JkZXIlM0QlMjJubyUyMiUyMGFsbG93dHJhbnNwYXJlbmN5JTNEJTIydHJ1ZSUyMiUzRSUzQyUyRmlmcmFtZSUzRSUzQ3NjcmlwdCUyMHNyYyUzRCUyMiUyRiUyRnN0b3JpZnkuY29tJTJGZHJpdmVyc2dyb292ZSUyRm1lcmNlZGVzLWJlbnotczUwMC1jb3VwZS5qcyUzRmhlYWRlciUzRGZhbHNlJTI2Ym9yZGVyJTNEZmFsc2UlMjZ0ZW1wbGF0ZSUzRGdyaWQlMjIlM0UlM0MlMkZzY3JpcHQlM0UlM0Nub3NjcmlwdCUzRSU1QiUzQ2ElMjBocmVmJTNEJTIyJTJGJTJGc3RvcmlmeS5jb20lMkZkcml2ZXJzZ3Jvb3ZlJTJGbWVyY2VkZXMtYmVuei1zNTAwLWNvdXBlJTIyJTIwdGFyZ2V0JTNEJTIyX2JsYW5rJTIyJTNFVmlldyUyMHRoZSUyMHN0b3J5JTIwJTIyTWVyY2VkZXMtQmVueiUyMFM1MDAlMjBDb3VwJUMzJUE5JTIyJTIwb24lMjBTdG9yaWZ5JTNDJTJGYSUzRSU1RCUzQyUyRm5vc2NyaXB0JTNFJTNDJTJGZGl2JTNF[/vc_raw_js][/vc_column][/vc_row][vc_row row_height_percent=“0″ back_color=“color-lxmt“ overlay_alpha=“50″ gutter_size=“3″ shift_y=“0″][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]

Fahrzeug: Mercedes-Benz S 500 4MATIC Coupé (C217)

Lackierung: Smaragdgrün Metallic
Felgen: LMR 4fach 5-Doppelspeichen-Design, 48,3 cm (19“)
Polster/Leder: designo Leder Exklusiv Nappa sattelbraun/schwarz

Motor: V8-Biturbo Ottomotor
Hubraum: 4.663 cm3
Leistung: 335 kW (455 PS)
Drehmoment: 700 Nm
Getriebe: 9G TRONIC
Antrieb: 4MATIC Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,6s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 250 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 9,4 l/100 km
CO2-Emission: 219 g/km
Preis: 162.316,- €

Das Fahrzeug wurde mir von Mercedes zur Verfügung gestellt.

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2 Antworten auf „Mercedes-Benz S500 4MATIC Coupé Fahrbericht“

  1. Schöner Bericht, der auch ein wenig über das Auto hinaus geht 🙂
    Der Abschnitt über das Weltkulturerbe Vacamonica ist sehr lesenswert, werde ich auf jeden Fall auch Mal besuchen.

    (Kleiner Fehlerteufel wo ih*r Baguette kauft).

    1. Hi Andreas,

      danke für dein Feedback! Ja die Sache mit dem Valcamonica kommt in den Videos auch nicht so ganz rüber, weil es nichts wirklich spannendes zu filmen gab. Aber die Sachen dort zu sehen war schon toll – ganz abgesehen von der tollen Natur im Tal!
      Thx für den Hinweis, habe ich korrigiert. 🙂

      vg
      Can

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