Mit dem Citroen C4 Picasso auf den Spuren unserer Eltern – Teil 2 #ROADTORIMINI

Da fährt man also nichts ahnend auf der italienischen Autobahn und muss Sekunden später einsehen, dass es irgendwie eine blöde Idee war. Nach unserer wunderbaren Woche Urlaub in Rimini, Florenz und San Marino waren wir auf dem Rückweg ins kalte Deutschland. Eigentlich gut gelaunt und voller Vorfreude auf die uns noch bevorstehenden Alpen.

Doch immer häufiger mussten wir abbremsen, weil der Verkehr dichter wurde. Und immer öfter standen wir nur noch auf der Autobahn ohne uns einen Millimeter zu bewegen. Die Laune wurde schlechter, die verbleibende Zeit für die Fahrt bis Ingolstadt immer kürzer und unsere Sorgen dass es für unseren Sohn auch langsam unerträglich wird größer und größer.

Auf dem gut Bedienbaren und übersichtlichen Navi suchten wir nach Alternativen abseits der Autobahn. Lohnt es sich über die Landstraße zu fahren, auf der kleine Orte einen ausbremsen und eventuell sogar große Städte quer zu durchfahren sind? Wir entschieden uns dafür, ganz nach dem Motto: “Lieber fahren als stehen” oder auch “immer in Bewegung bleiben”.

 

Längst waren die Gespräche im Auto verstummt und wir hofften nur noch irgendwie wieder an geeigneter Stelle möglichst vor dem Brenner auf die Autobahn zu kommen. Doch war die Strecke parallel zur Autobahn um ein vielfaches attraktiver und spannender. Es dauerte nicht lang bis wir uns auf kleinen, kurvigen, grünen Landstraßen wiederfanden. Rechts und Links von uns die sich hoch türmenden Alpen. Mit uns im Tal die Autobahn auf ihren gewaltigen Pfeilern, die Eisenbahnschienen und ein Fluss. Zwischendurch konnten wir einen Blick aufdie inzwischen freie Autobahn erhaschen, aber es war uns egal. Diese Strecke war eine Belohnung und brachte die Frage mit sich, warum man eigentlich unbedingt über die schnurgerade, sterile Autobahn düsen muss um ein wenig Zeit zu sparen. Wenn man dort oben auf dem über dem Boden erhobenen Asphaltband unterwegs ist nimmt man nicht wahr, was für Schätze hier unten begraben sind. Wir waren so allein auf diesen Straßen, dass wir das Gefühl hatten wir hätten sie selbst entdeckt und sie würden uns gehören.

 

 

In einem abgelegenen Industriegebiet machten wir nochmal Rast, rannten mit unserem Sohn mehrmals um einen Kreisverkehr im Nirgendwo und spielten fangen. Danach ging es zurück auf die Autobahn um per Brenner nach Österreich zu gelangen. Für die nächsten Kilometer war die Aussicht auf unbeschränkte Autobahnen die Triebfeder. Unser bisheriger Durchschnittsverbrauch von gerade mal 5,8 Litern Super auf 100 Kilometer würde zwar drunter leiden, aber Sparsamkeit hatte der C4 Picasso zu diesem Zeitpunkt schon zur Genüge bewiesen. Doch noch bevor wir nach Deutschland gelangten, fing es in den Bergen an zu Regnen. Der bald intensive Regen zerstörte unsere Hoffnungen auf Geschwindigkeiten jenseits der 130 km/h. Kaum in Deutschland ließ man uns wegen des Wetters und diverser Baustellen nirgends schneller als 100 fahren, einen Großteil der Strecke Richtung Ingolstadt sogar nur mit 60 km/h. In Worten: Sechzig Kilometer pro Stunde auf einer mehrspurigen, schnurgeraden Autobahn. Schlimmer konnte es wirklich kaum werden.

Bis wir in Ingolstadt angekommen waren, waren zehn Stunden Fahrzeit ins Land gegangen und wir alle drei waren mit den Nerven völlig am Ende. Der arme Kleine, der die ganze Zeit auf seinem beengenden Kindersitz ausharren musste und sich nicht mal zum schlafen auf die Seite drehen konnte.

Schon in Ingolstadt hatte sich der bisher positive Eindruck unserer Reise gewandelt. Bis zum vorletzten Tag war aber wirklich auch alles perfekt gelaufen! Und nun in der Erinnerung nur noch der ewig lahme Verkehr. Auch wenn es mir lieber ist bei solchen Verhältnissen im C4 Picasso zu sitzen als in einem Sportwagen tief über dem Asphalt. Der helle Innenraum, die luftige Atmosphäre macht das Warten deutlich angenehmer.

Am letzten Tag von Ingolstadt nach Köln wurde der Verkehr auch nicht besser, wieder jede Menge Stau und in der Wahrnehmung eher eine Rückwärts- als eine Vorwärtsbewegung. Aber wir waren ja schon dran gewöhnt. Bei Raststätten hielten wir einfach an und ließen den Kleinen spielen.

Die vielen Ablagefächer im C4 waren allesamt mit Leckereien, Getränken von Red Bull bis O-Saft und Spielzeugen gefüllt und wir damit bereit für den Krieg auf der Straße.

 

Man hat nicht auf alle Faktoren einer solchen Reise mit dem Auto Einfluss. Natürlich nicht. Aber man muss versuchen das Beste aus der Lage zu machen. Wenn man überlegt was passieren würde, wenn der Flug in den Urlaub ausfällt ist es meiner Meinung nach der angenehmere Weg im Auto zu sitzen um im Wartefall zu sagen: “Hey, lass uns doch einfach an der nächsten Kreuzung rechts fahren und dort unser Glück versuchen”. Es ist auch heute noch ein Stückchen Freiheit. Und manchmal, manchmal geht es einfach schief und man kann nichts dran ändern.

Heute, knapp 2 Monate nach unserer Reise kann ich sagen: Die Rückreise ist bei mir nicht als negatives Erlebnis hängengeblieben. Dafür aber die schönen, spontanen kleinen Trips nach San Marino und Florenz. Oder unser Sohn, der wie ein Einsiedlerkrebs hinten im Citroen C4 Picasso lebte und seinen Platz liebte. Ich erinnere mich auch an dieses eine Mal, als er auf dem Beifahrersitz Platz nahm und bei geöffnetem Seitenfenster seinen Spielzeugflieger in den Fahrtwind halten durfte.

Fahrzeug: Citroen C4 Picasso BlueHDI 150 Intensive

Lackierung: Teles-Blau Metallic
Felgen: Leichtmetallfelgen Notos 16 Zoll
Polster/Leder: Stoffleder Finn – Harmonie Biton Schwarz/Grau

Motor: R4-Dieselmotor
Hubraum: 1997 cm3
Leistung: 110 kW (150 PS)
Drehmoment: 370 Nm

Getriebe: Manuelles 6-Gang Getriebe
Antrieb: Vorderradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,4 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 210 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 4,2 l/100 km
CO2-Emission: 110 g/km

Driver’s Groove Bewertung: 07/10

Preis: 30.140,00 €

Kommentare sind geschlossen.