Mercedes E 250 Cabrio Fahrbericht

[vc_row row_height_percent=“0″ overlay_alpha=“50″ gutter_size=“3″ shift_y=“0″ row_name=“Fahrbericht“][vc_column][vc_column_text]Eineinhalb Jahre ist es her, dass Melegim und ich in einem Mercedes E Klasse Coupé ein Date hatten. Schöne Zeiten waren das, damals. Zwischenzeitlich hat Mercedes die E-Klasse einer Modellpflege unterzogen und mir dann den Schlüssel zu einer weiteren E-Klasse in die Hand gedrückt. Diesmal ohne Dach. Und diesmal auch ohne Melegim. Schließlich kann man ja nicht jedes Mal ein Date haben nur weil man Mercedes fährt. Nur mit einem habe ich nicht gerechnet. Dass es verflucht nochmal so viel regnen würde.

Warum man mit einem Mercedes E 250 Cabrio einfach viel fahren muss…

Und das führt dazu, dass man mit einem Cabrio richtig viel fahren muss. Wie soll man sonst den Regen loswerden? Wenn dann doch mal die Sonne durchbricht ist das Verdeck auch schnell geöffnet und gibt den Blick auf den rosa gesprenkelten wolkenverhangenen Himmel frei. Zum greifen nah und doch so fern.

Keine zwanzig Minuten später die Dunkelheit, die mich umhüllt. Das Verdeck wieder geschlossen. Die kalte, lästige Nässe prügelt auf die E-Klasse ein.

Immer wieder lehne ich mich über das Lenkrad und blicke durch die Windschutzscheibe gen Himmel. Suche nach einer Lücke in der Wolkendecke, nach einem leuchtenden Lichtstreif am Horizont, der mir die Richtung vorgibt. Sobald ich ihn sehe gebe ich Gas und steuere drauf zu. Meine liebste Sonne muss wissen dass ich hier unten bin, dass ich hier unten suche, geblendet vom Regen. Das Aufbrechen der dramatischen Wolkengebilde über mir ist für mich das Zeichen auf 40 km/h runter zu bremsen um das Verdeck endlich wieder öffnen zu können. Ich schalte die Sitzheizung und den Airscarf an, fahre den Windschott hinter der Rückbank und über der Windschutzscheibe aus und gebe mich wieder dem Moment hin. Sie, die Sonne, scheint mich anzulächeln. Ich glaube fast… Ja, doch, sie hat mich bemerkt. Wie ich hier unten am Steuer sitze und immer wieder zu ihr hinauf blicke. Das kann ihr einfach nicht entgehen. Das Rascheln der Blätter über mir hat sich zu einem Meeresrauschen verdichtet, die Pfützen auf dem brüchigen Asphalt leuchten blau und gelb und die Straße ist bis an den Horizont frei.

Was noch kann man sich wünschen?

Beispielsweise jemanden der vor mir fährt. So könnte ich noch deutlich mehr meine Umgebung genießen. Denn die neue E Klasse bremst und beschleunigt nicht nur alleine (Distronic Plus) sondern unterstützt auch aktiv beim Lenken. Außer in der E-Klasse gibt’s das aktuell nur in der S-Klasse. Das unterstützte Lenken funktioniert sogar im Gegensatz zu den Systemen anderer Hersteller wie beispielsweise Honda sogar wenn es nur schlechte Fahrbahnmarkierungen gibt. Die an der Windschutzscheibe beim Rückspiegel angebrachte 3D-Kamera erfasst dann räumlich das Fahrzeug vor einem und „hängt“ sich an dieses dran. Das führt auch dazu, dass die E Klasse als erstes Auto von mir das Prädikat: „Hat einen eigenen Willen“ erhält. Denn wenn der Vordermann im Stau die Spur wechselt kann es schon mal passieren, dass der E250 gerne hinterherfahren würde und man ihm am Lenkrad mitteilen muss dass er doch lieber hier bleiben soll. Für mich führt das zu einer nie gekannten Vermenschlichung des Autos. Lächelnd sehe ich ihm dabei zu wie er hinter einem MINI mit Arschgeweih her fahren will und streiche ihm tröstend über das Lenkrad wenn ich ihn davon abhalten muss. „Tut mir leid, E Klasse. Heute nicht.“ Das System jedenfalls funktioniert phantastisch und macht es zu einer sehr angenehmen Art zu fahren, besonders wenn man sich geschickt den passenden Vordermann sucht. Allerdings – nur damit das klar ist – in „richtigen“ Kurven muss man trotzdem am Lenkrad mitlenken.

Diesen eben erwähnten Vorausfahrer wünsche ich mir gerade. Dann kann ich die Geschwindigkeit und das sanfte Lenken jemandem Anderen überlassen und mich auf die in solchen Momenten wichtigeren Dinge konzentrieren. Besonders im Cabrio. Besonders in einem Mercedes, der einzig und allein für das Cruisen geschaffen wurde und selbst bestückt mit dem mickrigen, knapp 2 Liter großen Vierzylinder die Mercedes-typische Souveränität an den Tag legt. Der alle negativen, aggressiven Ambitionen des Fahrers ausradiert und wegbläst.

Man bleibt gewiss länger jung und bekommt weniger Sorgenfalten im Gesicht, wenn man regelmäßig Mercedes fährt. Glaubt ihr mir nicht? Probiert es aus.

Und während ich den Gedanken noch gar nicht abgeschlossen habe fängt der sintflutartige Regen wieder an. Gerade rechtzeitig schließe ich noch das dunkelblaue Stoffverdeck, das gefühlt einen Kilometer lang ist.

Stille umgibt mich und das Mercedes E 250 Cabrio.

Kaum zu glauben dass man mit geöffnetem Verdeck bis weit über 150 km/h vorne kaum Wind hat. Und das ohne ein zusätzliches Windschott über den Rücksitzen zu montieren. Die sind nämlich sowieso schwachsinnig, weil sie dem Auto zwei Sitze rauben. Die E Klasse ist also wirklich ein Auto für frischluftaffine Menschen, die ein Cabrio nicht nur aus Alibigründen kaufen sondern aus Überzeugung. Das Leben ist zu kurz um auch nur eine Chance zwischen zwei Regen- oder Schneephasen auszulassen. Und irgendwann hat man auch ein Gespür dafür ob es auf dem nächsten Streckenabschnitt regnen wird oder nicht

Ähnlich einem Fährtensucher, der auf dem Boden nach Abdrücken von Wild sucht, sucht man als Cabrio Fahrer am Himmel nach den richtigen oder falschen Wolken. Versucht vorauszuplanen ob man rechtzeitig davor noch eine Gelegenheit haben wird das Verdeck zu schließen oder ob man das Risiko eingeht da die Wolken nicht ganz so bedrohlich wirken. Und wenn man sich doch mal falsch entscheidet und mit offenem Dach im Regen landet, dann gilt nur eines: Es in bester Speed-Manier Sandra Bullock gleich tun und immer über 110 km/h schnell fahren. Dann bleibt der Regen draußen und der Innenraum trocken. Um den Regen zu überstehen muss nur der Tank voll genug sein.

 

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row row_height_percent=“0″ back_color=“color-prif“ overlay_alpha=“50″ equal_height=“yes“ gutter_size=“3″ shift_y=“0″ row_name=“Technische Daten“][vc_column width=“1/1″][vc_column_text text_lead=“yes“ css_animation=“alpha-anim“]

Fahrzeug: Mercedes E 250 Cabrio

Lackierung: Cavansitblau Metallic
Felgen: LMR 4fach 5-Doppelspeichen-Design, 45,7 cm (18“) (R71)
Polster/Leder: Leder Nappa tiefseeblau/seidenbeige, Zierelemente Holz Linde linestructure dunkelbraun glänzend

Motor: R4-Ottomotor
Hubraum: 1991cm3
Leistung: 155 kW (211 PS)
Drehmoment: 350 Nm

Getriebe: 7G-TRONIC PLUS
Antrieb: Hinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,5 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 245 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 6,4 l/100 km
CO2-Emission: 148 g/km

Driver’s Groove Bewertung: 09/10

Preis Testwagen: 72.738,75 €[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]