Volvo V40 Cross Country Fahrbericht #roadtowallis

Bei uns in Köln ist Schnee ein seltener Anblick. Da kenn ich aus meiner bayerischen Heimat ganz andere Zustände: Schnee so weit das Auge reicht. Mindestens zehn Stockwerke hoch! Und auf den Straßen Autofahrer, die nicht schon geringe Mengen Weiß für eine unüberwindliche Barriere halten.
Unser Sohn Sonat hatte in seinem bisher noch recht kurzen Leben noch nicht die Gelegenheit, sich mal im Schnee zu wälzen und das kühle Nass zu genießen. Das wollten wir dieses Jahr ändern. In Köln zu bleiben war somit keine Option.
Stattdessen soll es in den Schweizer Kanton Wallis gehen. Per airbnb haben wir hoch oben in den Bergen eine sympathische Hütte gefunden und gemeinsam mit Freunden für eine Woche gemietet. Keine 150km vom Lac de Roselend entfernt, den wir erst im Mai während #thepluses2 angefahren haben. Er liegt auf der Route des Grandes Alpes.
Wir wussten also, dass dort mit hoher Wahrscheinlichkeit Schnee liegen dürfte. Sicher waren wir uns natürlich nicht. Die Fahrt dorthin schrie für mich förmlich nach einem Volvo. Für die von uns erhofften schwedische Verhältnisse passt das einfach am Besten.

Der recht kompakte Volvo V40 Cross Country sollte unser treuer Begleiter werden.

Bis zwei Tage vor Abreise wussten wir noch nicht sicher, ob auch wirklich Schnee liegen würde. Die Vermieter meinten, es sei „herbstlich“. Klingt ja nicht vielversprechend. Vor der Abfahrt haben wir fast stündlich den Wetterbericht gecheckt. Und tatsächlich: Jede Menge Schnee! Chaos auf den Autobahnen. Nur teilweise geräumte Straßen. Besser konnte es für uns und den Volvo V40 Cross Country nicht kommen.

Natürlich brauchten wir aufgrund der Wetterverhältnisse für die Anreise mal eben geschmeidige zehn Stunden. Ohne Pause wohlgemerkt. Denn mit dem 60 Liter Tank des 190PS Diesel-V40 kommt man locker über 1000km weit. Für unsere Fahrstrecke von 780km mehr als genug.Zum tanken mussten wir also nicht anhalten und unser Sohn fühlte sich hinten so wohl, dass er gar nicht so richtig Lust hatte auszusteigen. (Zum Glück haben wir ihm auch kein Eis versprochen wie in der Seat-Werbung) Warum sollte er auch aussteigen wollen, bei der eisigen Kälte da draußen. Da sah er lieber aus dem Seitenfenster und gab mir Kommandos, wer wann zu überholen sei.
Letztlich haben uns gerade die Schweizer viel Zeit gekostet. Sollte man doch meinen, dass gerade die Menschen nahe der Alpen wissen, wie sie bei Schnee zu fahren haben, waren es am Ende die Waliser, die mit 40 km/h auf beiden Spuren der Autobahn unterwegs waren.

So mussten wir die letzten 15 Kilometer bei vollkommender Dunkelheit die einspurige, nicht geräumte Bergstraße hinauf zu unserer Hütte fahren, die direkt hinter dem Château de la Bâtiaz in Martigny abgeht. Beeindruckende Leistung der ContiWintercontact TS830 P Bereifung übrigens. Im zweiten Gang zieht der drehmomentstarke Diesel im Zusammenspiel mit den Reifen das Auto völlig emotionslos vom Fleck – trotz „nur“ Frontantrieb.

Am nächsten Morgen waren wir völlig geflashed von dem Panorama, dass sich uns vor dem Schlafzimmerfenster bot. Das weite Tal vor uns mit den Lichtern von Martigny. Auf allen Seiten die 1000 bis 2000 Meter hohen Gipfel. Alles bedeckt von einer dicken Schicht weißem Schnee. Eigentlich Kitsch pur. Aber einfach fürchterlich beeindruckender Kitsch.
Das Örtchen Martigny bietet mit seinen knapp 16.000 Einwohnern alle erdenklichen Einkaufsmöglichkeiten und ist damit die Anlaufstelle für uns, wenn wir etwas brauchen sollten.

Relativ früh habe ich schon angeboten, dass ich gerne jeden Morgen mit dem Volvo V40 Brötchen in Martigny holen kann. Denn die Straße zwischen unserem Haus und dem nächsten Migros ist ein Mikrokosmos aus einspuriger, wild tänzelnder Straße, genialen Spitzkehren, einem langen in den Stein geschlagenen Tunnel und einer Brücke über eine Schlucht. Bei der Strecke hätte ich am liebsten jedes Brötchen einzeln transportiert! Mein Volvo-Fahrerherz pochte bei jeder Ab- und Auffahrt mit der Kraft der zwei Herzen. Und der D4-190PS-Diesel des V40 nagelte sanft seine Zufriedenheit gegen die Steilwände.

Ich konnte mich nicht durchsetzen. Alleine schon wegen der hohen Einkaufspreise in der Schweiz haben wir eigentlich Alles, was wir in den nächsten fünf Tagen benötigen würden, im Volvo mitgenommen hatten. Ich hatte nicht erwartet, dass wir wirklich alles im V40 unterbringen können. Aber dank doppeltem Kofferraumboden und flexiblen Packmöglichkeiten konnten wir jede Lücke auffüllen und mussten auf nichts verzichten. Ein wenig haben wir uns wie Alkoholschmuggler zu Zeiten der Prohibition gefühlt, denn unter dem Kofferraumboden fanden alle Sekt- und Spirituosenflaschen Platz. Theoretisch hätten wir uns also dort oben in den Bergen in die Hütte einsperren und am knisternden Kaminfeuer die mollige Wärme genießen können.

Viel mehr Spaß macht es aber die Kinder dick einzupacken, den Schlitten zu schnappen und sich im Schnee zu wälzen. Schlitten hinten in den Kofferraum des V40 und auf geht’s. Die Flexibilität, die einem das eigene Auto in einem solchen Urlaub bietet, kann man nicht hoch genug bewerten. Den Stress der Anfahrt ist sie jedenfalls wert. Vor allem natürlich, wenn man dabei mit dem Auto genau genommen keinen Stress hat. Einzig das durch den vereisenden Schnee an der Frontschürze ab und an lahmgelegte Radar für den dynamischen Tempomat muss man bei jedem Stopp reinigen. Wenn man das erledigt, kann man die komplette Strecke mit halber Aufmerksamkeit fahren und die – wie in jedem Volvo-Modell – phänomenale Harman/Kardon Audio-Anlage genießen. Und wenn die gerade „Thunderstruck“ von AC/DC spielt, kommt auch von unserem Sohn hinten immer nur ein „Lauuuterr!!!“.

Seit langem hatten wir keine so entspannte Fahrerei mehr.

Im Vorfeld hatte ich mir die ganze Gegend per Google Satellitenansicht angesehen und spannende Straßen, Pässe und Sehenswürdigkeiten herausgesucht. Schließlich will ich die verschneiten Straßen ja auch nutzen und die perfektesten Straßen der Welt fahren.
Und tatsächlich: Rund um Montigny führen in allen Himmelsrichtungen Straßen hinauf in die fast-2000er-Regionen. Haarnadelkurven, gemauerte, in den Fels geschlagene schmale Straßen, Tunnel und vereiste Seen. Die Sonne immer knapp über dem Horizont kann man bewaffnet mit einer dunklen Sonnenbrille dem gleißenden Licht entgegenfahren und Szenen wie aus einem Alpenbildband entdecken. Ich denke die Fotos sprechen für sich. Fünf Tage sind wirklich nicht genug um alle Möglichkeiten auszuprobieren.

Während unserer Tagesreisen schweift der Blick immer wieder nach links und rechts auf der Suche nach der perfekten Rodelbahn für die Kinder. Nicht zu steil, nicht zu flach und mit einer Möglichkeit mit dem Volvo V40 CC nah heranzufahren. Denn so können die Kinder bei offenem Kofferraum heißen Kakao trinken und sich ein wenig aufwärmen. Hinterher gehts mit dem Cross Country wieder bequem und sicher zurück zu unserer Hütte. Dass der Volvo in 50 Metern Entfernung zu unserem Haus in der Kälte stehen muss ist eigentlich nicht fair. Er hat einen Platz in unserer Nähe verdient. Denn mit dem Cross Country liefert Volvo den meines Erachtens einzigen „Pseudo-Offroader“ an, der besser und stimmiger aussieht als die normale Straßenversion. Gesehen über alle Autohersteller. Ich finde ihn wirklich hübsch – innen wie außen – und würde ihn durchaus in Zukunft auch für eine private Anschaffung in Betracht ziehen. Bei winterlichen Verhältnissen gibt er einem jedenfalls keine Rätsel auf und verschafft ein Gefühl von Sicherheit, dass sich die Segler beim Volvo Ocean Race sicherlich auch wünschen würden.
Nur um es noch exlizit gesagt zu haben: 1590 Kilometer sind wir mit dem V40 gefahren, geschluckt hat er dabei im Schnitt 6,4 Liter (trotz der vielen flott gefahrenen Serpentinen). Damit hatten wir Spritkosten von Summa summarum gerade mal 115€ für die komplette Reise mit 3 Personen (1Liter Diesel = 1,13€, Stand 07.01.2015). Da kann weder Bahn noch sonst was mithalten, oder?

 

Fahrzeug: Volvo V40 Cross Country D4 Ocean Race

Lackierung: Crystal Weiß-Perleffek
Felgen: 17-Zoll Alufelgen
Polster/Leder: Volvo Ocean Race Lederpolsterung

Motor: 4-Zylinder Dieselmotor
Hubraum: 1969 cm3
Leistung: 140 kW (190 PS)
Drehmoment: 400 Nm

Getriebe: 6-Gang, Manuell
Antrieb: Vorderradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 210 km/h

Türen/Sitze: 5/5
Verbrauch kombiniert: 4,0 l/100 km
CO2-Emission: 104 g/km

Driver’s Groove Bewertung: 09/10

Preis: 45.225,00 €
Testverbrauch: 6,4 l/100km

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove

2 Antworten auf „Volvo V40 Cross Country Fahrbericht #roadtowallis“

  1. Hi,

    ich interessiere mich für Deine Beiträge eigentlich eher wegen der Bilder. Dennoch bin ich im Text über den Hubraum gestolpert, der beträgt 1969 anstatt 2969 cm3. Und: die Abschnitte in konsequenter Großschreibung ohne Absätze lesen sich fürchterlich und wirken wie gebrüllt.

    Gruß

    Eric

    1. Hallo Eric,

      freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Den Fehler bei der Hubraum-Angabe habe ich behoben, vielen Dank für die Info!

      Viele Grüße
      Can

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