Mit Nissan Nismo am Hockenheimring: ADAC GT Masters Finale und der GT-R

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Teaser

Wenn es schon eine Rennserie sein soll, dann doch bitte eine, bei der man die Traumwagen aus dem Alltag ala Audi R8 oder Ford GT50 beobachten kann, wie sie ungefiltert und roh und vor allem ohne Verkehrsbeschränkungen ihre Kreise auf einem Kurs ziehen. Genau das bietet die ADAC GT Masters Rennserie. Sie ist das deutsche Pendant etwa zur American Le Mans Series oder der British GT. Keine Prototypen, keine Formelfahrzeuge, keine eher langweiligen Touringwagen. Nein, hier fahren genau die richtigen Kaliber. Und dieses Jahr hat Nissan die Bühne genutzt um sich für potentielle Kundenteams zu präsentieren.

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Heckspoiler und Grid-Girl

Mit zwei Nissan GT-R GT3 ist JR Motorsport angerückt und hat versucht sich gegen die sonst hauptsächlich eingesetzen Porsche 911 und Audi R8 zu beweisen. Der 3,8 Liter V6 Motor mit zwei Turboladern leistet 530PS und bringt das Drehmoment von 612 Newtonmetern über eine sequentielle 6-Gang Schaltung auf die Straße. Viel vom Straßen GT-R steckt übrigens nicht mehr im Rennwagen. Das Einzige aus der Originalproduktion bei Nissan in Japan genutzte Teil ist das Chassis. Dieses ist übrigens nicht etwa aus Aluminium sondern aus Stahl. Auf diesem Chassis wird in England bei JRM dann der GT-Racer komplett neu aufgebaut.

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Hinteres Drittel GT-R Heck vor Pit

Da die GT-Rs nicht die ganze Saison über gefahren sind wurden sie als Gast gewertet und mussten mit einigen Zusatzgewichten kämpfen. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um den starken Gegnern zu zeigen wo der Hammer hängt. Dazu kommt, dass jede Landesspezifische GT-Rennserie ihren eigenen Reifenlieferanten hat. Für JDM bedeutet das, dass sie erstmals mit Reifen von Yokohama klarkommen müssen, ohne vorher Erfahrungswerte gesammelt haben zu können. Trotzdem war die Stimmung natürlich bestens, die vier Fahrer Matt Bell, Peter Dumbreck, Jody Fannin und Steven Kane waren startend von den hintersten Rängen überzeugt, dass bei idealen Bedingungen eine Top-10-Platzierung drin sein könnte. Um das Nissan Racing Programm den potentiellen Interessenten zu zeigen, reicht natürlich die reine Teilnahme am Rennen.

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: GT-R Wird von Pitcrew in die Box gezogen

Gut, soviel zu den allgemeinen Informationen. Ein paar Worte zum Rennen:

Ich liebe ja den Geruch an der Strecke, den krassen Lärm (OMFG, dieser Camaro!) und das beschäftigte Gewusel in der Boxengasse. Nur wundere ich mich jedesmal auf’s neue, wie wenig Leute sich das Rennen ansehen wollen. Ja, Kabel 1 überträgt das Rennen. Aber kaum eine Tribüne die gefüllt ist? Wie kommt das? Bei anderen GT-Rennen kann ich es mir mit der Dauer der Rennen erklären. Ich hätte keine Lust mir ein 3+ stündiges Rennen vor Ort anzusehen. Lieber kurze Rennen und dafür ein lebendiges durchmischtes Streckenbild. Genau das bietet die GT Masters ja. Das Rennen selbst dauert eine Stunde, eine Stunde, die extrem schnell vergeht. Es ist kurzweilig und wirklich extrem spannend. Warum also so wenig Zuschauer? Die Ticketpreise können es auch nicht sein, bei knapp 20 Euro. Ich denke, ich weiss woran es liegt: Immer die gleichen Fahrzeuge!

Denn als ich durch die Startaufstellung geschlendert bin, hätte man sich die Hälfte der Strecke sparen können. Das Startfeld wirkt wie ein gemischter Audi-Porsche-Markencup. Überall Audi R8s und die Porsche 911, die für jedes Rennteam eine sichere Bank bedeuten und entsprechend beliebt sind. Erwähnenswert sind noch die Corvettes, die am Ende auch die Saison gewonnen haben.

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Abschleppöse in Rot und Splitter

Exakt drei Highlights hatte das Starterfeld zu bieten:

Der brachiale tiefschwarze Chevrolet Camaro. Tief – quatsch! – tiefer blubbernd und rotzend. Hätte mich nicht gewundert wenn der irgendwann angefangen hätte Krähenfüsse auf der Strecke zu verteilen und kleine bunte Porsches zum Frühstück zu fressen. An der gesamten Strecke hebt er sich mit seinem Klang vom Rest der Fahrzeuge ab. Respekt! Scheinbar hat der Camaro am Samstag bereits einen Motor geopfert.
Ein weißer Ford GT50. Alleine schon aufgrund der Historie Kult und schon wegen seiner Optik ein Must-Have in jeder GT-Rennserie. Am besten im Gulf-Kleid, aber man kann ja nicht alles haben 😉
Zuletzt noch die GT-Rs, beide schwarz. Auch ihr Klang ist deutlich anders als beim restlichen Starterfeld. Deutlich tiefer. Stealth-Fightern gleich saugen sie sich die Strecke entlang.

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Cockpit, Innenraum; Fahrerplatz mit Skizze Hockenheimring

Worauf ich damit hinaus möchte: Die Rennserie hat nur ihren Reiz, wenn man die größtmögliche Abwechslung im Starterfeld hat. Die Mischung macht’s! Ich würde ja gerne noch mehr Ferrari, Lamborghini, Aston-Martin und Jaguar sehen. Traumhaft wäre ein Team – eine Marke. Aber das scheitert leider schon an den sehr unterschiedlichen Kosten für eine Saison. An dem, was die Hersteller für das Rennfahrzeug und den Service in Rechnung stellen. JR Motorsport haben uns vorgerechnet, das sie eher zu den günstigeren gehören, mit knapp über 300.000 Pfund für das Fahrzeug. Jeder gefahrene Rennstreckenkilometer kostet das Kundenteam dann 15 Pfund, eigentlich sehr günstig wenn man so drüber nachdenkt. Die Teams, die in Zukunft Nissan fahren wollen werden sich genau über diese Faktoren Gedanken machen und hoffentlich am Ende für etwas mehr Abwechslung auf der Strecke sorgen. Schließlich wollen wir doch auf der Strecke genau das sehen, was wir uns auf der Straße wünschen würden: Ein Porsche 911 gegen einen Nissan GT-R gegen einen Mercedes-Benz SLS AMG gegen eine Chevrolet Corvette gegen einen Jaguar XK-R gegen einen Aston Martin V8 Vantage gegen einen Audi R8 gegen einen…

Die beiden Nissan GT-Rs waren beim Rennen am Sonntag auf den Plätzen 14 und 20 von 21, am Samstag mit noch deutlich höheren Zusatzgewichten auf den Plätzen 18 und 19. Gewonnen hat sowohl am Samstag als auch am Sonntag der Ford GT GT3 von Lambda Performance mit Frank Kechele und Dominik Schwager am Steuer. Saisonsieger sind Diego Alessi und Daniel Keilwitz von Callaway Competition mit ihrer Corvette Z06.R GT3

Wünsche euch viel Spaß mit den Fotos vom Rennsonntag! Einen weiteren Blick hinter die Kulissen bekommt ihr bei Björn Habbeger – er berichtet auch regelmäßig von der VLN und hat eindeutig mehr Background-Wissen als ich. Außerdem findet ihr einen Artikel bei CK-Motorsport!

Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Front und Lollipop am Boxeneingang Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Nahaufnahme Vorderrad und Schweller Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Chevrolet Camaro in Box Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Front BMW Z4 Mattschwarz auf Asphalt, Splitter Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: GT-R verlässt Boxengasse Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: GT-R in Startaufstellung von hinten Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Motorhaube Chevrolet Camaro und Grid-Girl Nissan Nismo GT-R GT3 mit JRM am Hockenheimring bei den ADAC GT Masters 2013: Vorderer Kotflügel Porsche 911 GT3, Felge mit Zentralschloss

 

 

 

 

 

4 Antworten auf „Mit Nissan Nismo am Hockenheimring: ADAC GT Masters Finale und der GT-R“

  1. Wieder mal schöne Fotos!
    Habe Dich nun auch mal auf meinem Blog in dem Nissan-Beitrag verlinkt 🙂

    Schönen Gruß
    Christoph

    1. @CK:

      Dankeschön! Hab direkt mal auch zurückverlinkt. Hast aber ein „b“ in meinem Blognamen vergessen ;P

      Viele Grüße, hat mich gefreut dich kennenzulernen!
      Can

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