Mit Nissan Nismo beim 24h Rennen am Nürburgring – Ein Volksfest

Der Plan war ursprünglich, dass ich Melegim mitnehme und ihr mal zeige, wie sich eine Rennveranstaltung live anfühlt. Denn die Gelegenheit dazu hatte sie noch nie. Am Ende hat uns unser Sohn einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das haben kleine Kinder eben so an sich: Sie können nicht alleine zuhause bleiben und auf sich selbst aufpassen. Oder Melegim muss arbeiten. Eines von beidem passiert immer. Also habe ich mir nur den Samstag genommen um den Start des Rennens live mitzuverfolgen und ein wenig die unglaubliche 24 Stunden Nürburgring-Luft zu schnuppern. In der Nacht wollte ich das Rennen am Fernseher weiterverfolgen und Sonntag Nachmittag gemeinsam mit meinem 3-Jährigen dem Ziel entgegenfiebern.

Es ist ein Volksfest. Keine Rennveranstaltung.

Der Grund, warum ich Melegim mitnehmen wollte ist eigentlich, dass sie mal die benzingeschwängerte Luft erleben soll. Den ohrenbetäubenden Lärm der Motoren auch. Und die Anspannung der Rennfahrer kurz vor dem Start. Aber auch wer mit Autorennen rein gar nichts am Hut hat, fährt mit den 24h am Nürburgring goldrichtig.

Es ist kein Rennen wie irgendein anderes. Die (wenigen) Menschen sitzen nicht brav auf der Tribüne mit einer Cola in der Hand. Nein: Hier quellen die Tribünen über vor Menschenmassen, hier versteckt sich hinter jeder Leitplanke ein Fan und an den einschlägig bekannten Kurven werden volksfestwürdige Burgen aufgebaut. Da wird das Bier gekühlt, der Bauch bemalt und der Hochsitz für den besseren Blick auf die Strecke von fünf strammen Männern in die Höhe gehieft. Hier geht es nicht rein um die Autos. Es geht um Emotionen, um Spaß – ja, auch um Familienspaß – und um Sport zum Anfassen.

Und so altern die betrunkenen Fans mit ihren Audiringen, Nissan-Emblemen oder Mercedes-Sternen auf ihren Flaggen gemeinsam mit den Rennfahrern in die Nacht. Feuer am Rennstreckenrand und der Duft des Grillguts sind längst Legende in den Nasen der Rennfahrer. Da rasen sie mit weit über 200 Sachen bei absoluter Dunkelheit über eine Rennstrecke die eher einer Landstraße ohne Auslaufzone gleicht und nehmen sich die Zeit auch noch die Fans zu beobachten. Es muss ein tolles Gefühl sein am Lenkrad zu sitzen und zu wissen: All die Menschen da oben, sie alle stehen mir bei, drücken die Daumen und verbreiten gute Laune. Deutlich besser als ein Rennen bei dem die Tribünen von kaum mehr als 1000 Zuschauern besetzt werden, oder?

Aus dieser unglaublichen Faszination für die vierundzwanzigstündige Materialschlacht schöpfen die Teams auch die Energie niemals aufzugeben. Viel zu lang geht das Rennen als dass sich Prognosen lohnen würden. Auch geht man lieber mit Runden im zweistelligen Bereich Rückstand über die Ziellinie als gar nicht. Da lohnt es sich auch in stundenlanger Arbeit die Boliden wieder verkehrsfähig zu machen.

Was ich eigentlich sagen will: Eine solche Veranstaltung lohnt sich für jeden. Man muss es erlebt haben, erzählen reicht nicht.

Am Rande: Nissan Connect Nismo Plus

In der Pressekonferenz bei Nissan kurz vor dem Rennen gab es ein interessantes kleines Detail zu erfahren: Der neue Nissan GT-R Nismo (meinen Fahrbericht zum GT-R gibt’s hier) wird mit dem neuen Nissan Connect NISMO Plus ausgestattet.

Damit ist es möglich die auf einer Rennstreckenrunde vom GT-R gewonnen Telemetriedaten nicht nur auf dem Smartphone zu loggen, sondern auch ein die eigene Sony PS3 zu senden. Im PS3-Spiel Gran Turismo kann man die Daten dann importieren und gegen sich selbst fahren.

Die Idee ist eigentlich wirklich faszinierend: Man kann sich selbst beobachten, verbessern und das letzte aus einer Kurve herausholen, ohne den eigenen GT-R zu riskieren. An der Funktion oder besser der Sinnhaftigkeit des Features hätte ich gezweifelt – ihr wisst schon, reale Welt ungleich virtuelle Welt – wenn sich nicht direkt danach Florian Strauss an das Force-Feedback Lenkrad im Raum gesetzt hätte und uns eine packende Runde durch die Grüne Hölle gegen einen seiner Teamkollegen geliefert hätte. Mann war das spannend! Einen kurzen Fahrfehler hat er sich geleistet, aber anschließend eine Aufholjagd begonnen dass uns ganz anders wurde. Respekt an das Können der Herren Rennfahrer. Virtuell wie auch real.

Außer mir noch dabei gewesen:
mein-auto-blog schreibt über Nick Heidfeld

Bildquelle: Driver’s Groove / Can Struck

 

DISCLOSURE: Ich wurde von Nissan Deutschland zum 24h Nürburgring eingeladen.

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