Mitternachtsgedanken: Kai Bösel mit „Typisch deutsch auf den Straßen der Großstadt“

VON Kai Bösel

Unter dem Motto „Mitternachtsgedanken“ habe ich verschiedene Blogger, Schreiber und Influencer gebeten sich um Mitternacht bei einem Glas Rotwein an ihre Notebooks zu begeben und sich über das auszulassen, was sie im Straßenverkehr am meisten aufregt. Heute schreibt Kai Bösel von daddylicious.

Kai (42) ist Patchwork-Dad von drei Kindern, wohnt in Hamburg, ist seit über 15 Jahren im Online-Business und betreibt unter anderem das Väter-Magazin www.daddylicious.de

Grundsätzlich ist die Mobilität ein wirklich edles Gut, in dessen Genuss wir dank modernster Technik ziemlich easy gelangen können. Vor noch hundert Jahren haben Leute kaum den eigenen Hof verlassen. Heute steigen wir in die Bahn oder den Flieger und erobern die Welt.

Oder wir nutzen Car-Sharing, Mietfahrräder, öffentliche Verkehrsmittel oder das eigene Auto, um quer durch den Großstadtdschungel zu düsen. Was daran nur ziemlich nervt ist, dass es insbesondere in Deutschland den meisten an Gelassenheit fehlt. Die Straße scheint voll von Hobby-Sheriffs zu sein.

Das schlägt mir insbesondere entgegen, seit ich mir eine alte Vespa PX 200 zugelegt habe. Damit erlebe ich Hamburg in einer ganz neuen Dimension. Keine Staus, kein Parkplatzstress und zügiges Vorankommen. Und genau das scheint andere zu nerven. Wenn ich mich mittig zwischen im Stau stehenden Fahrzeugen durchschlängel, dann wird gehupt, geschimpft oder die Spur zugemacht. Und ein Ritt auf der Busspur erweckt offensichtlich den Eindruck, eine Todsünde zu begehen, die umgehend von den übrigen Verkehrsteilnehmern verhindert werden muss.

Dabei muss ich auf zwei Rädern eh schon mehr aufpassen als die Leute um Auto, weil die nie genau hingucken, für den Schulterblick zu faul sind und Ihren tote Winkel auch nicht unter Kontrolle haben.

Leute, entspannt Euch. Ich bin einfach nur schneller als Ihr. Kauft Euch doch auch einen Roller. Oder noch besser: fahrt mal nach Italien oder Spanien in die Großstadt. Wenn an der Ampel von allen Seiten die Zweiräder um Euer Auto schwirren, dann werdet Ihr sehen, wie es entspannt zugehen kann. Ganz ohne Stress und Hupen.

Bildquelle: Kai Bösel

2 Antworten auf „Mitternachtsgedanken: Kai Bösel mit „Typisch deutsch auf den Straßen der Großstadt““

  1. Also, wenn wir in Hamburg zustände wie in Italien bekommen was die Roller angeht, dann kaufe ich mir nen großen, alten Dodge RAM, damit ich mich sicherer fühle.
    Was besonders dort nervt, warum müssen Roller soooo laut sein ?

    1. Hallo Jan,

      ja…. das mit der Lautstärke, v.a. durch die ganglosen Getriebe verursacht, finde ich auch schrecklich. Außerdem finde ich auch dass das Limit für Roller auf 55km/h festgelegt werden sollte.

      Grüße
      Can

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