Nightcall am Tourmalet | #thepluses3 (Tag 5)

I’m giving you a night call to tell you how I feel
I want to drive you through the night, down the hills
I’m gonna tell you something you don’t want to hear
I’m gonna show you where it’s dark, but have no fear

An diesen Songtext von Kavinsky musste ich bei dem denken, was wir in der Nacht des fünften Tages gemacht haben. Aber vorher musste ja noch ein ganzer Tag vergehen… Der Reihe nach:

Tourmalet-Pilger in Massen.

Nachdem wir an Tag 4 mit dem Tourmalet nicht sonderlich viel Glück hatten, haben wir es an Tag 5 nochmal probiert. Der Nebel war inzwischen gelichtet und wir positiver Dinge, dass wir den Tourmalet diesmal fahren und filmen können. Doch was sich uns morgens nach unserer ca. 15 km langen Anfahrt zeigte, war unglaublich: Der Col de Tourmalet scheint hier in der Region wahrlich eine Art Pilgerstädte zu sein. Bereits an der Auffahrt alle paar Meter ein Radfahrer. Oben vor der Passhöhe links und rechts am Straßenrand reihenweise geparkte Autos. Fotografen am Wegesrand, die die Radfahrer (und natürlich auch uns) fotografieren. Kaum Möglichkeiten zu wenden und irgendwie… eine Art Happening. Dafür ist die Aussicht diesmal famos, denn das Wetter war traumhaft. Filmen konnten wir nicht. Schnell fahren auch nicht. Somit war der zweite Tourmalet-Versuch wieder nicht sonderlich erfolgreich.

Lourdes und Notre-Dame-de-l’Immaculée-Conception.

Am Nachmittag verschlug es uns nach der Rückfahrt vom Tourmalet nach Norden. Mein Vater würde es mir nie verzeihen, wenn ich mir Lourdes nicht ansehen würde – wo wir doch schon in der Nähe waren. Die Basilika Notre-Dame-de-l’Immaculée-Conception ist ein wichtiger Pilgerort in Europa, da hier ein Mädchen Marienerscheinungen gehabt haben soll. Dem Wasser der Quelle unterhalb der Basilika werden heilende Kräfte zugeschrieben, weswegen besonders kranke Menschen in der Hoffnung auf Heilung nach Lourdes reisen.

Nach der Städtetour fuhren wir zurück an den Campingplatz und hatten eine Idee…

Nightcall am Tourmalet.

Wie könnten wir die Region verlassen, ohne eine anständige Chance am Tourmalet gehabt zu haben? Richtig. Wir könnten es nicht. Also stiegen wir um 22 Uhr in die Autos und fuhren nun bereits zum dritten Mal an den Tourmalet. Bis wir dort ankamen, war es bereits kalt und dunkel. Doch es war ein Erlebnis: Auf den X-Trail haben wir verzichtet und Jonas mit der Videokamera zu mir in den GT-R gesetzt. Alles was folgte, könnte so eins zu eins in einem der ersten Need For Speed Teile stattgefunden haben.

Hypno5e bis zum Anschlag auf der Bose-Anlage im GT-R aufgedreht. Fenster unten. Im Formationsflug mit Sebastian tief hinein ins Dunkel. Unser Fernlicht durchschnitt die herbeiquellende Nacht und warf Schatten in die Täler. Allein die Anfahrt mit ihren weiten, langen Kurven ist ein Riesenspaß um diese Uhrzeit. Angekommen am Tourmalet: Der Pass ganz für uns allein. Rund alle 10 Minuten – immerhin – kam zwar immernoch ein Auto, aber ansonsten war außer einer extrem sturen Schafherde niemand auf dem Pass unterwegs. Mit den Schafen konnten wir uns arrangieren. Mit dem wunderschönen Halbmond und der kalten, makellosen Stille ebenfalls. Irgendwann dann fingen wir mit den Dreharbeiten an. Eigentlich übermüdet fuhren wir den Pass rauf und runter und rauf… und runter und rauf. Ich habe nicht gezählt. Die Sache ist die: Wir waren einsam und allein. Und es hat sich gut angefühlt. Dazu die Tatsache, dass ich in einem GT-R sitze. Einem Traumwagen. Kann man das Alles noch toppen? Ich wüsste nicht wie.

Zurück fuhren wir gegen 1 Uhr morgens wieder im Formationsflug. Das alles erinnerte mich sehr an damals. Kurz nachdem ich den Führerschein gemacht hatte und mir abends einfach den Autoschlüssel von meinem Vater nahm. Dann in die Berge fuhr und einfach Musik hörte und allein war. Warum mache ich das heute kaum noch?

Um 1:30 Uhr, ausgerechnet am Canyon, an dem entlang eine knapp 1,5 spurige Straße mit nackter Felswand auf der rechten und knapp 40cm hoher Steinmauer auf der linken Seite führt hatten wir aus dem Nichts – wirklich aus dem Nichts – eine Kolonne von rund 30 Autos vor uns, die alle kaum schneller als 50km/h fuhren. Wie wir an denen vorbeigekommen sind weiß ich nicht mehr so genau. Was ich euch sagen kann, ist folgendes: Als ich klein war, fuhren meine Eltern solche Bergstraßen immer Nachts. Denn dann kann man an der Heckleuchten-Kette der vorausfahrenden Autos erkennen, wo die Straße langgeht. Und an den Scheinwerfern des Gegenverkehrs, wie viel Zeit zum überholen bleibt.

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Fahrzeug: Nissan GT-R Black Edition MY15

Lackierung: Sunset Red
Felgen: Geschmiedete RAYS Superleichtbau-20″ Aluminiumfelgen im 10 Speichen Design
Polster/Leder: Recaro-Lederpolsterung Schwarz/Rot

Motor: V6-Bi-Turbo-Motor
Hubraum: 3.799cm3
Leistung: 404 kW (550 PS)
Drehmoment: 632 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungs getriebe
Antrieb: Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h

Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km
CO2-Emission: 275 g/km

Preis Testfahrzeug: ab 98.000,- €

Live auf thepluses.de oder per Hashtag #thepluses3
Youtube: thepluses.

Die Vergangenheit:

thepluses2 im Überblick.
thepluses1 im Überblick.

Die Beteiligten:

Blog: Sebastian Bauer von passiondriving.de
Blog: Can Struck von driversgroove.com
Video: Cinephiles Köln
Musik: Theo P. Lewis

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove