Audi RS7 Sportback Fahrbericht

Präsentation Audi RS7 Sportback – Happiness-Babies im Kopf.

Warum ausgerechnet Neckarsulm? Ich hätte es mir schon vorher denken können. Habe ich doch selbst geraume Zeit am Neckar gelebt und ihn für seine unphotogenen Sonderheiten zu schätzen gelernt. Ja, die Audi AG im Allgemeinen und die quattro GmbH im Speziellen ist dort beheimatet. Das verstehe ich. Klar ist das Grund genug den Audi RS7 dort zu präsentieren. Das Audi-Forum ist dann auch architektonisch ganz hübsch. Mit dieser Eigenschaft aber leider auch ganz allein auf breiter Flur. An mich hat keiner gedacht. Ich brauche Fotolocations und ich brauche ganz besonders, und das wisst ihr als meine Leser natürlich, dieses „Feeling“. Das Feeling, das erzeugt wird, wenn die Umgebung mit einem Auto perfekt zusammenpasst, verschmilzt und kleine Happiness-Babies in meinem Kopf gebärt.

So saß ich im 560PS starken, brandneuen Audi RS7 und fuhr diese langweiligen Landstraßen lang. Diese, die nichts zu bieten haben außer Braun, Hellbraun, Dunkelbraun, Braunschwarz und dann noch Grün in diversen Tönungen und Schattierungen, nicht jedoch in schönem Grün. Immer nach Links und Rechts blickend ob sich vielleicht eine schöne Straße findet. Nein, das war nichts. Ich könnte jetzt sagen, ja 560PS sind viel, 700Nm Drehmoment auch,  V8 Biturbo mit 4 Litern Hubraum ist auch viel, Top Speed von 305 km/h (Optional) ist auch gewaltig, ganz zu schweigen von Beschleunigung von 0 auf 100 in 3,9 Sekunden. Doch bringt mir das alles doch nichts, wenn ich mich nicht in das Auto reinfühlen kann. Die Zahlen finde ich selbstverständlich beeindruckend, aber das ist nur die halbe Miete. In der Umgebung von Neckarsulm fühlt sich der RS7 einfach nur wie ein ordentlich motorisiertes viertüriges Coupé an. Mit dem normalen Audi A7 Sportback jedenfalls wäre die Fahrt mindestens genauso gut gewesen.

Als ich dann nach Heilbronn fuhr, in der Hoffnung, dort in Extase zu geraten, wurde alles nur noch schlimmer. Die ganze Stadt ist eine Baustelle! Und (sry liebe Heilbronner) unsäglich hässlich! Wenn ich das als Kölner schon sage, will das was heißen. Typisches „Fish out of bowl“ Gefühl. Der Audi RS7 hat hier nichts zu suchen. Trotzdem habe ich seine Formensprache und den kräftigen Auftritt verinnerlicht so weit es ging. Genauso den Antrieb und die Geräuschkulisse. Das Innere und Äußere, das Sichtbare und das Unsichtbare. Weit genug verinnerlicht, um davon träumen zu können.

So kam es, dass ich erst wieder völlig erschöpft in den Zug nach Hause steigen musste, um den Audi RS7 wahrlich erleben zu können. In seinem Metier, unter den ihm würdigen Bedingungen: Ich musste träumen, um mit dem RS7 glücklich zu werden und meine Happiness-Babies zu bekommen.

Der Traum vom Audi RS7 Sportback.

Ich sah sie deutlich vor mir: Die zweispurige Straße, gesäumt von Palmen und kleinen Cafés. Auf den breiten Bürgersteigen die Männer in dünnen Hemden, an den Armen gebräunt bis zum Ärmelsaum, Flipflops an den Füßen und die Shorts in allen erdenklichen Beige-Varianten. Die Frauen – hach, die Frauen – sie machen diese Jahreszeit zur schönsten Jahreszeit überhaupt. Bikinitops und locker um die Hüften geschwungene dünne Baumwollschals, teils Flipflops, teils High-Heels. Dazwischen Tanktops und Röcke. Und: Sommerkleider so weit das Auge reicht! Leicht im Wind, das vom Meer her weht, Falten werfende Kleider in hellen Mustern.

In den Händen hochwertige Papiertaschen der bekannten Modelabels und der angesagten Läden. Während ich so die Menschen aus dem RS7 heraus beobachte brabbelt der V8 entspannt vor sich hin. Besonders mit der optionalen Sport-Abgasanlage Er ist ein Dickschiff, dieser RS7. Eigentlich schon das, was man unter einem klassischen Cruiser oder Gran Tourismo versteht. Nicht gemacht zum Parken oder zum Manövrieren. Gemacht zum beeindruckenden Geradeaus fahren. Gemacht zum Parken in der zweiten Reihe auf dem Boulevard. Wer warten muss um vorbei zu kommen, der hat ob der Schönheit des Audi RS7 eine schöne Wartezeit. In diesem Auto muss man gesehen werden. Das, was er an Geräuschkulisse erzeugt reicht, um anzudeuten wozu er fähig ist. Man muss es nicht oberposerhaft allen Leuten vorführen. Dafür ist der RS7 nix. Mit ihm parkt man entspannt neben dem Café in der Sonne, macht es sich an einem Tisch im luftigen Schatten gemütlich und beobachtet seine erhabene Erscheinung bei der Lektüre der aktuellen Tageszeitung. Erhaben ist sie wahrlich. Ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein. So, wie ich bei Audi das immer ähnlichere Auftreten nicht mag, so mag ich über alle Maße das sehr ungewöhnliche Heck des A7, respektive RS7. Er wäre es auch gewesen, den ich getestet hätte, wenn nicht im letzten Moment die #thepluses Alpentour dazwischengekommen wäre.

Die prall scheinende Sonne spiegelt sich im ausladenden Blechkleid wider, genau wie die die Straße säumenden Palmen und die Passanten, die sich doch ab und an kurz nach dem RS7 umdrehen. Er hebt sich von seiner Umgebung ab. Selbst im Stand versprüht er Rennatmosphäre, eine dezente Aggresivität. Nicht wie ein Bodybuilder in einem zu engen Anzug. Eher wie Daniel Craig in einem Maßanzug.

 

Das Design des Audi RS7.

In die Öffnungen der Frontschürze passt trotzdem mein Kopf. Ausprobiert habe ich es nicht, zu groß war meine Angst, der RS7 könnte ihn abbeißen. Der dezente Diffusor und die bündig abschließenden ovalen Auspuffenden fügen sich schön in das Gesamtbild ein. Niedrig kauernd schmiegt sich die sanfte Karosserie auf die 21-Zoll-Gußräder. Was Audi mit diesem Auto genau getroffen hat, lässt sich mit einem und nur einem Wort umschreiben: Understatement. Was vielleicht nicht ganz zu diesem Wort passt, ist der fette „quattro“ Schriftzug unter dem Kennzeichen. Nun, Ausrutscher dürfen auch mal sein.

Einen Americano später und um das Wissen der tagesaktuellen Politik reicher setze ich mich wieder ans Steuer.

Die Technik des Audi RS7.

Zwischen den beiden schielenden runden Armaturen befindet sich ein großes Display, auf dem nützliche Fahrerinformationen eingeblendet werden können. Hier wird auch angezeigt, wenn die Zylinderabschaltung aktiv ist. Ob das jemand, der sich gerade ein Auto mit V8-Biturbo gekauft hat, wissen will, halte ich für fraglich. Stillschweigend hinnehmen würde ich es. Aber auf einem Display zu lesen: „Herzlichen Glückwunsch, sie fahren gerade einen 4-Zylinder. Yeyy!“ finde ich unpassend. Dadurch wird der Verbrauch natürlich gesenkt (hey, bei einem Kaufpreis ab 113.000 Euro spielt das bestimmt eine Rolle) und auch die Emissionen (ok, wichtiger). Bei meiner Boulevard-Fahrt war der Schnitt trotzdem bei 14,6 Litern Super Plus (Im Mittel laut Audi 9,8 Liter). Achja: Die schielenden Armaturen finde ich sehr gewöhnungsbedürftig. Immerhin ist es mal ein anderer Ansatz. Ansonsten ist der Innenraum Audi-typisch. Perfekte Verarbeitung und Haptik. Und das gewohnte Design. Da wird niemand was zu meckern haben.

Direkt nach dem Einsteigen erstmal die Fenster runter. Klimaanlage ist für Anfänger. Nach dem Anlassen brabbelt der V8 richtig schön und sorgt für einen orchestralen Prolog. Das Geräusch der tosenden Wellen, der Möwen und die Freundenschreie und Zurufe der Beachvolleyball-Spieler werden in den Hintergrund gerückt, der RS7 will Beachtung. Ich beobachte den rückwärtigen Verkehr, sehe am Himmel über der Straße im Seitenspiegel die Kondensstreifen einiger Flugzeuge und eine Boeing 747, die gerade zur Landung am Flughafen ansetzt. Der ganze Himmel ist dunkelrot gefärbt. Der Berufsverkehr fängt langsam an. Ich sortiere mich in den Verkehr ein. Mit einem kaum wahrnehmbaren Druck auf das Gaspedal kann ich mich in jede Lücke einsortieren. Der Verkehr gehört mir. Vorbei an den ganzen 08/15 Autos, vorbei an glänzenden Sportwagen, von denen viele auf der Straße nicht mit dem RS7 mithalten könnten. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass im RS7 drei andere Leute am Spaß teilhaben können statt wie sonst üblich in Sportwagen nur einer (oder besser noch: Eine). Egal was an Marke oder Modell an einem vorbeizieht, man hat stets dieses Gefühl, dass sie keine Gefahr für einen darstellen. Angenommen es würde hart auf hart kommen, natürlich. Angenommen ein anderer Fahrer würde einen reizen und die reizende Beifahrerin würde sein Schicksal mit einem kurzen, knappen „Zeig’s ihm“ besiegeln. Aber ein Gentleman tut so etwas nicht.

In diesem Fall wäre nicht ich der Gentleman, sondern der Audi RS7.

Ich glaube es war einmal bei Top Gear. Es wurde gesagt, dass eigentlich die deutschen Mittelklasselimousinen allen Sportwagen überlegen sind. Sie haben bei höherer Motorisierung beeindruckende Fahrleistungen, bieten dabei viel Platz und einen hohen Reisekomfort, verbrauchen wenig und sind sehr zuverlässig. Wann ist man schonmal schneller als mit 250 km/h unterwegs? Irgendwie ist diese Behauptung wahr. Doch wo sortiert sich dann ein RS7 ein? Er hat alles, was einen Rennwagen ausmacht (in Sachen Fahrleistungen) und alles, was eine Limousine ausmacht. Gewappnet für jede Situation. was man auch nicht vergessen darf: Es gibt Autokäufer, die haben Geld UND Kinder. Ein Zweisitzer-Sportwagen für 100.000 Euro als Zweitauto kommt nicht in Frage (Zu teuer, zu überflüssig). Aber ein Sportwagen mit Platz für Familie und Gepäck, das ist was. Der kann auch als alleiniges Familienauto herhalten. Und der darf dann auch 100.000 Euro kosten. Ob Audi RS7, Mercedes-Benz CLS 63 AMG, BMW M6 Gran Coupé oder Porsche Panamera ist dann Geschmacksfrage.

Lektüre bei anderen Bloggern, die mit mir in Neckarsulm waren:

Jens von rad-ab und sein Fahrbericht +++ Jan von auto-geil und das Kofferraum-Volumen +++ Kai von motoso und das Auto-Quartett
Moritz von automobil-blog und sein grenzdebiles Auflachen +++ Ausfahrt.tv mit einem Video-Fahrbericht

Fahrzeug: Audi RS7 Sportback

Lackierung: Grau
Felgen: Leichtmetallräder, 21-Zoll Gußräder
Polster/Leder: –

Motor: 4l V8 Biturbo Ottomotor
Hubraum: 3.993 cm3
Leistung: 412 kW (560 PS)
Drehmoment: 700 Nm
Getriebe: 8-Gang Tiptronic
Antrieb: quattro Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 3,9s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 305 km/h (Aufpreis)

Türen/Sitze: 5/4
Verbrauch kombiniert: 9,8 l/100 km
CO2-Emission: – g/km
Preis: ab 113.050,- €

Bildquelle: Driver’s Groove, Can Struck

18 Antworten auf „Audi RS7 Sportback Fahrbericht“

  1. Wirklich eine gelungene Präsentation. Sowas möchte ich öfter lesen!

    Daumen hoch, mach weiter so 🙂

    1. @Spieler: Vielen Dank für das Lob! Ich würde dir ja dann empfehlen ein wenig auf meinem Blog zu stöbern, du wirst viele ähnliche Artikel finden. 🙂
      Viele Grüße
      bycan

  2. …und auch wenn du dezent drüber hinweg gegangen bist: Die enttäuschendste Option bei dem Wagen: die B&O-Soundanlage!
    Wird dir als Musiker natürlich noch mehr aufgefallen sein als mir: Klangreinheit hört sich wirklich anders an – gerade für den Aufpreis habe ich Einiges mehr erwartet.
    Wobei ich das nicht Audi ankreiden möchte – auch die B&O von Aston-Martin ist diesbezüglich eine Enttäuschung (und Aston ruft für diese Option noch „eine Schippe“ mehr auf als Audi).
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass sich Leute immernoch von großen Wattleistungszahlen und hübschen Gimmiks blenden lassen, statt die reine Qualität des Raumklangs (die nichts mit Wattleistung zu tun hat) zu beurteilen….
    …aber ich gehe jetzt gerade doch etwas zu sehr „off-topic“
    Sorry dafür

    CU
    Kowalski

    1. @Kowalski:
      Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht die Gelegenheit die Soundanlage ordentlich zu testen, deswegen habe ich auch nichts dazu geschrieben. Aus Erfahrung kann ich aber grundsätzlich sagen: Die meisten Soundanlagen, die mit Aufpreis verbunden sind, taugen nichts! Bzw. nicht soviel mehr, als dass der saftige Aufpreis gerechtfertigt wäre. Einzige Ausnahmen: Burmester und Mark Levinson

  3. Hallo bycan,

    schöner Bericht. Habe schon deine 2 Teile vom R8 und TTRS gelesen und freue mich schon auf den 3 Teil! Einfach Top die Berichterstattung. Bin den V10 plus vor einigen Woche selbst Gefahren und kann deine Eindrücke nur bestätigen.

    Gruß
    Stephan

    1. @Stephan:
      Freut mich, dass dir meine Berichte gefallen! Dann kann ich ja fast schon davon ausgehen, dass ich einen neuen Stammleser dazugewonnen habe? 🙂
      Im Moment ist nur die Überlegung, ob ich erst Teil 3 oder aber die Fotostory veröffentlichen sollte. Und das Video ist auch noch nicht fertig… Es kommt also noch einiges auf dich zu.

      viele Grüße
      bycan

  4. „Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass sich Leute immernoch von großen Wattleistungszahlen und hübschen Gimmiks blenden lassen, statt die reine Qualität des Raumklangs (die nichts mit Wattleistung zu tun hat) zu beurteilen….“

    Jaja, alle B&O-Käufer sind doof. 😉
    Sorry, aber das ist doch Unsinn. Ich muß mich nicht von Wattzahlen und Gimmicks blenden lassen (auch wenn letztere wirklich sehr hübsch aussehen). Was zählt ist, daß B&O einfach die beste Soundanlage ist, die ich in einem Audi (oder einem BMW) kaufen kann.
    Es mag sein, daß eine Burmester in der neuen S-Klasse oder einem Porsche Panamera besser klingt, das ist aber herzlich irrelevant, denn diese Autos wollte ich nicht kaufen.
    Ich kaufe einen A7, also kreuze ich das System an, welches mir den besten Sound liefert – wenn ich den Aufpreis vertragen kann/will, aber diese Frage muß man sich eh bei mindestens 50% aller Extras stellen.

    Fakt ist auch, daß der Unterschied zwischen Bose im A7 und B&O groß genug ist, daß selbst ein Musiker ersteres vermutlich eher ungern kaufen würde.
    Und Fakt ist auch, daß das System bisher für die Ohren aller Nichtmusiker-(Mit)Fahrer bisher einfach nur fantastisch geklungen hat. Was für mich den Aufpreis wett macht.

    Jetzt mag es zwar noch die Möglichkeit einer Nachrüstung mit einem besseren System geben – aber ganz ehrlich, ich glaube kaum daß ich dabei günstiger wegkomme als mit B&O ab Werk. Außerdem freue ich mich zu sehr, daß der Wagen jetzt und knisterfrei in der Garage steht, als daß ich ihn nochmal woanders komplett zerlegen lasse.

    Also, für alle die nach bycans hervorragendem Bericht jetzt einen RS7 bestellen wollen und Musik mögen – kreuzt das B&O an. Oder lasst was ordentliches nachrüsten, Risiken und Nebenwirkungen inkl.

    MfG,

    Robert

  5. @Robert,
    Der Unterschied zwischen unserer Denke ist, dass für Dich (so wie ich deinen Kommentar auffasse) die Entscheidungsoptionen „A7-Standardsystem“ versus „B&O“ ist – meine Entscheidungsoptionen sind „B&O“ versus „Dritthersteller“!
    Und wenn du dir mal anhörst, was z.B. „Audiotec Fischer“ (mein Favorite) oder „German Maestro“ bezüglich Klangreinheit zu bieten haben, dann wirst du vielleicht verstehen, auf was ich rauswollte … und die von dir genannten Nichtmusiker werden sicherlich auch den Unterschied merken.

    Deine Aussage, das alle jetzt B&O-Käufer doof sind, finde ich aber viel zu pauschalisiert 😉
    Klar – B&O kauft die meiste Technik immernoch ein, aber das ist doch heute -gerade bei CarHifi- gar nicht mehr so furchtbar ausschlaggebend wie früher, denn mit einem richtig gut programmierten DSP kann man heute mehr ausrichten/überdecken, als wenn man letzte hinsichtlich Speakermaterial in die Wagschale wirft….da ist man halt schnell bei Philosophiefragen!…
    …und Philosophiefragen sollte man bei einem Wein (Kaffee für Autofahrer) besprechen und nicht bei Blogkommentaren 😉

    CU
    Kowalski

  6. @Kowalski,

    wie gesagt, der Unterschied zwischen uns ist, daß ich nicht den Aufwand eingehen will, jemanden zu finden, dem ich soweit traue, daß er mein neues Auto im Innenraum bis auf die Knochen zerlegt, ein perfektes Soundsystem einbaut, und danach alles wieder zusammenschraubt – und zwar so, daß es genauso knisterfrei und haptisch einwandfrei ist wie ab Werk.
    Inkl. dem System werde ich bei diesen Ansprüchen nämlich kaum unter 6.000 Euro bleiben, weshalb ich eben Kommentare wie „gerade für den Aufpreis“ zum B&O nicht ganz nachvollziehen kann.

    Klar kriegt man immer besseres als das, was der Hersteller von sich aus anbietet – in Hamburg läßt gerade einer seinen nagelneuen RS6 für runde 50.000 Euro perfektionieren in Sachen Leder, Alcantara, Ziernähte, Keramikbremsen und schickes Carbon. Und genauso wie ich ein solches Vorhaben absolut genial finde, freue ich mich natürlich für jeden der sein Soundsystem in den High-End Bereich hochrüstet.

    Dabei soll aber doch bitte nicht der Eindruck entstehen, Audi würde einem hier für minderwertige Technik übermäßiges Geld aus der Tasche ziehen und es wäre ein Leichtes, sich mit wenig Aufwand und Geld irgendwo viel Besseres zu beschaffen. Ist es eben nicht, und daher wird es für 99,9% aller Autokäufer bei „Hersteller Standardsystem vs. Herstellers bestes System“ bleiben.
    Und die sind dann trotzdem nicht bloß „geblendet“ von irgendwelchen Zahlen und Gimmicks (eine übrigens recht beleidigende Einschätzung), sondern wählen ganz rational zwischen dem, was ihnen realistischerweise zur Verfügung steht.

  7. …na da ich gerade auf den Haustechniker warten muss, kann ich auch noch ein paar Zeilen schreiben…

    @Robert,

    Ja, du liegst mit deiner Beschreibung der Unterschiede richtig. Ich kenne „Car-Hifi-Läden meines Vertrauens“, die das realisieren können, Und auch wenn das natürlich lang nicht so kompliziert ist, wie du es beschreibst (denn da die Musik digital (durch IPod, MP3 oder CD) eingespielt wird, kann man i.d.R. die vorhandenen Glasfaserbussysteme weiter nutzen und sich um die Punkte wie Lautsprecher, Endstufen, DSP.Programmierung etc. kümmern (dadurch bleibt der Preis natürlich auch um einiges unter den von dir genannten 6000Euro)) lasse ich natürlich auch nicht irgendeine Hifi-Bude an meinen Wagen.

    Das Audi natürlich nicht eine 6000-Euro-Hifi-Anlage einbaut, wenn es für die Option 6000 Euro Listenpreis aufruft, ist ja keine erschütternde neue Erkenntnis, sondern völlig normal in der Autoindustrie. Die Hersteller sind doch schon vor Jahren durch den Marktdruck „gezwungen“ den Basispreis extrem knapp zu kalkulieren und in den Optionen die Marche hochzureisen, damit sie auf ihre (F&E)-Kosten zu kommen, um überleben zu können bzw. ihre Marktanteile ausbauen. Deshalb verstehe ich nicht ganz, warum du das so monierst.

    Nein – ich denke, der Unterschied ist der, den du oben geschrieben hast: Ich weiß, was z.B. Audiotec-Fischer-Komponenten bringen, kenne Car-Hifi-Unternehmen, die das zuverlässig einbauen und programmieren können und kann so das Ganze genau so einbauen lassen, wie mein persönlicher Musikgeschmack/Qualitätsanspruch ist (ich mag z.B. nicht diese spitzen, harten Subwoofer auf die so viele abfahren – ich bevorzuge da eine „etwas rundere Bassnote“)
    Du hättest noch (so wie ich deine Kommentare lese) zusätzlich den ganzen Aufwand einen vertrauenswürdigen Einbaupartner zu finden, gute Komponenten auszuwählen und vielleicht auch noch im Hinterkopf, dass du deinen Wagen in ein paar Jahren wieder verkaufen willst, deshalb hast du (um dich zu zitieren) „ganz rational zwischen dem, was realistischerweise zur Verfügung steht,“ gewählt – Das ist -finde ich- eine völlig legitime Vorgehensweise, aber eben einfach nicht meine, da ich (aus den o.a. Gründen) die Qualität höher schrauben kann.

    CU
    Kowalski

    P.S. „Gimmicks“ ist für dich eine recht beleidigende Einschätzung? Bist du sicher, dass du das Ganze nicht zu persönlich nimmst? 😉

  8. @Kowalski,

    ich denke da hast Du durchaus recht, wenn ich möglichst persönlich einen guten Anbieter kennen würde der mir so etwas (hochwertig) einbaut und der A7 auch nicht unbedingt das erste Auto wäre, das ich ihm in die Hände gebe, würde ich vielleicht eher so denken wie Du.
    Wobei, wenn Du schreibst, daß man vorhandene Glasfaserbussysteme nutzen kann, stellt sich mir die Frage ob das wirklich so ist wenn ich nicht ab Werk B&O oder wenigstens Bose habe. Allein bei der Lautsprecherzahl unterscheiden sich Audi Sound System, Bose und B&O ja schon, inwieweit also ein Nachrüster auf Vorhandenes aufbauen kann hängt sicherlich auch davon ab was ab Werk drin ist. Die Überlegung ist aber bei mir wie gesagt eher müßig.

    Die beleidigende Einschätzung sehe ich übrigens mehr im „geblendet sein“, daß Du mit B&O-Käufern assoziiert hast. Es steht auch etwas im Widerspruch dazu, daß wir uns anscheinend doch einigen können, daß für jede Variante legitime Gründe existieren – ob nun das Werkssystem von ASS bis B&O oder ein Nachrüstsystem.
    Ansonsten gebe ich natürlich gerne zu, daß herausfahrende Linsen und Alublenden der Lautsprecher Gimmicks sind – und daß ich solche Gimmicks sogar schätze (bzw. in einem 80.000€+ Auto auch irgendwie erwarte). Die habe ich also gerne drin, das B&O war mir aber trotzdem den Aufpreis wert weil es eben den (für mich) realistisch bestmöglichen Sound liefert.

    MfG,

    Robert

    P.S.: Aber keine Sorge, persönlich nehme ich das nicht. 😉

    1. @Kowalski
      @Robert

      Ich habe das Wochenende über gebannt eurer Unterhaltung gelauscht und mich doch sehr gefreut wie ihr euch gerauft habt. Denn ich bin stolz, dass auf meinem Blog nicht auf diesem grässlichen „Foren-Niveau“ argumentiert wird, sondern ihr beide eine sehr sachliche und durch und durch erwachsene Argumentationskette gebildet habt. Hut ab, ihr seid die Besten! Bitte mehr davon! (Off-Topic gibt’s bei mir übrigens nicht Kowalski!)

      Ich habe mich bewusst im Hintergrund gehalten, weil ich – wie bereits erwähnt – mir nicht die Zeit genommen habe, die B&O-Anlage zu Gemüte zu führen. Und ohne das getan zu haben, werde ich natürlich nicht Stellung beziehen.
      Am Ende stehen wir wieder mit der Erkenntnis da, dass Geschmäcker unterschiedlich sind und zum Glück jeder einen anderen Geschmack hat.
      Die m.E. beste Parallele zu den Anlagen lässt sich bei den Felgen ziehen: Es gibt tolle Felgen vom Hersteller selbst, die ordentlich Aufpreis kosten. Vielen reicht das. Die, die mehr wollen, kaufen die billigsten Felgen vom Hersteller und holen sich tolle Felgen woanders. Das einzige Argument, das mir dann noch als wichtig erscheint ist: Das Auto wird im Verkaufsfall mit den Original-Superalu-Felgen mehr wert sein als mit den evtl. viermal so teuren After-Market-Felgen. Es sei denn man findet jemanden, der die Felgen zu schätzen weiss. Im Normalfall jedoch leidet sowohl der Wiederverkaufswert als auch der Wert im weit entfernten Oldtimer-Dasein unter „Fremderweiterungen“.
      So, das ist aber eigentlich eh nur noch nachgeschoben, ihr habt euch ja eh schon geeinigt.

      Wünsche euch eine schöne Woche
      bycan

  9. Auch wenn mir die Marke aus München immer noch am besten gefällt, so durfte ich doch ein paar Zeilen lang das Fahrgefühl des RS7 genießen! Danke.

    Gruß, Mike

Kommentare sind geschlossen.