Projekt Skorpione: Kauf und Anmeldung des Abarth 500

Abarth 500 Scorpione Schwarz Köln 2014 BYCAN

Im letzten Artikel habe ich beschrieben, wie wir unseren Abarth 500 gefunden haben und warum es genau dieses Auto sein soll. Nachdem wir uns also entschieden hatten war der nächste Schritt der Kauf des Fahrzeugs. Vorher wollte ich unbedingt noch einen Gebrauchtwagencheck machen.

Allerdings kann man auch selbst beim Erstkontakt mit dem ausgewählten Fahrzeug ein paar Dinge checken.

Ich schieße mal wild um mich was mir da so einfällt.

Vor der Probefahrt:

  • Sind alle Spaltmaße gleichmäßig?
  • Blech- oder Lackschäden vorhanden?
  • Schließen alle Türen leichtgängig und gleichmäßig?
  • Wie sehen die Reifen aus? Starke Schäden an den Felgen?
  • Innenraum schön gepflegt? Passen die Abnutzungsspuren an Lenkrad, Schaltung, Sitzen und Teppich auf der Fahrerseite zur Laufleistung?
  • Funktioniert alles richtig?
  • Wie sauber ist der Motorraum? Ist der Öldeckel von Innen sauber? Sammelt sich unter dem Motor eventuell Öl?
  • Gibt es Rostansätze? Oftmals bevorzugt bspw. an Scharnieren von Motorhaube oder Kofferraum – am besten hier die Foren nach Tipps durchsuchen
  • Unters Auto lugen: Wie sieht die Abgasanlage aus? Wie sehen die Bremsen aus? Ist irgendwo Öl zu erkennen? Stoßdämpfer sauber?
  • Ist Feuchtigkeit im Auto? Beispielsweise unter dem Teppich des Kofferraums?

Während der Probefahrt:

  • Hat die Lenkung Spiel? Fährt das Auto geradeaus ohne dass man das  Lenkrad halten muss? Wie verhält sich das Auto wenn man stark einlenkt?
  • Ziehen die Bremsen gleichmäßig (Lenkrad beim Bremsen mal vorsichtig loslassen) und stark?
  • Wie ist der Durchzug des Motors?
  • Wie klingt der Motor?
  • Klappert es irgendwo?
  • Lässt sich gut schalten?

Daneben kann man im Gespräch natürlich so Sachen klären wie was alles am Auto gemacht wurde und ein Gefühl dafür kriegen wie der Vorbesitzer mit dem Auto umgegangen ist. Ein wichtiger Punkt bei dem einem bei Händlerangeboten meist die Info nicht gegeben werden kann. Außerdem kann man die Punkte ansprechen, die man durch das Forenwissen als kritisch einstuft. Bei unserem Abarth wurden zum Beispiel die vorderen Domlager getauscht. Die Record Monza Abgasanlage und die Sabelt Sportsitze wurden nachträglich eingebaut, Dokumente dazu sind vorhanden. Daneben wurde er ein wenig auf Esseesse getrimmt. Die Leistungssteigerung, das Fahrwerk und die Bremsen hat er zwar nicht. Doch dafür den Sportluftfilter und den Schriftzug. Nunja, muss jeder selbst wissen ob er damit leben kann. Ich kann es, gehöre aber auch zu denen die es nicht selbst machen würden. Genausowenig wie ich das  ///M an einen normalen BMW pappen würde.

Ich konnte zu keinem der oben genannten Punkte ein Problem feststellen. Um aber die Unfallfreiheit eindeutig festzustellen wollte ich mit dem Auto noch zur DEKRA (man kann auch zum TÜV oder zum ADAC) um einen Gebrauchtwagencheck zu machen.

Ein paar Tage später haben wir uns auf dem Hof der DEKRA getroffen.

Der Gebrauchtwagencheck

Im Internet kann man nachlesen, was alles beim Check (meist um die 80,- Euro) überprüft wird. Viele der Punkte kann man auch selbst überprüfen. Die DEKRA testet beispielsweise die Funktion der Klimaanlage und ähnliches. Der Mitarbeiter vor Ort meinte, dass der Check eigentlich eher dafür gedacht ist wenn das Auto weit weg vom Wohnort ist und man eine Bestätigung über die Qualitäten das Fahrzeugs haben will BEVOR man sich auf die lange Reise macht. Also haben wir uns kurzerhand darauf geeinigt das Auto einfach gemeinsam nach Punkten zu überprüfen die mir wichtig sind. Der inoffizielle Weg sozusagen.

Zuerst haben wir rundum die Lackdicke gemessen. Dadurch lassen sich Unfälle oder zumindest Beschädigungen des Blechkleides nachweisen. Zur Not kann man auch nen Magneten mitnehmen und nachsehen wo er kleben bleibt (Metall) und wo nicht (Spachtelmasse). Allerdings ist das beim heute üblichen Materialmix aus Kunststoff und Alu nicht mehr so einfach und im Zweifel disqualifiziert man sich als jemand der das Auto nicht kennt. Nämlich dann wenn der Magnet an einem Kunststoffkotflügel nicht kleben bleibt und man behauptet da wäre gespachtelt worden. 🙂

Die Werte waren überall bis auf den Bereich zwischen hinterem Kotflügel, C-Säule, B-Säule und Beifahrertür in Ordnung. Auf einer Fläche zwischen diesen Punkten haben wir grob die doppelte Lackdicke gemessen. Auch die Stelle an der der hintere Kotflügel an der B-Säule abgeklebt wurde haben wir gefunden. Allerdings sind die Werte zu gering für Spachtel und weder am Spaltmaß der Beifahrertür noch an der B-Säule war eine Beschädigung zu erkennen. Scheint sich also um einen kleineren Kratzer oder ähnliches gehandelt zu haben. Nichts wildes jedenfalls.

Ansonsten zeigte sich der Abarth auch auf der Hebebühne von seiner besten Seite. Vollkommen trockener und sauberer Unterboden, alles fest und ohne Spiel. Aber was soll man bei einer Laufleistung von knapp 27.000km auch anderes erwarten?

Ich kann grundsätzlich als Tipp mitgeben den Prüfer immer auf Dinge anzusprechen die einem persönlich wichtig sind oder bei denen man ein zweites paar Augen möchte. Dann kann er einen gezielt aufklären und man weiss hinterher mehr als wenn er einfach seine Liste durchgeht.

Kaufen und Zulassen!

Auch diese Hürde hat der Abarth genommen, als nächstes kommt der Kaufvertrag. Beim ADAC gibt es eine gute Vorlage, grundsätzlich sollte man nicht unterschätzen wieviele Informationen auf dem Vertrag stehen sollten. Keinesfalls sollte man einen handgeschriebenen Vertrag auf einem DIN A4 Blatt akzeptieren.

Da der Abarth nicht wirklich weit weg von uns hauste hat sich ein Überführungskennzeichen nicht gelohnt. Stattdessen haben wir den Kaufvertrag unterschrieben, die Fahrzeugpapiere und die Schlüssel entgegengenommen und haben ihn dort stehenlassen. Am nächsten Tag bin ich dann zur Zulassungsstelle und habe zwei Stunden mit warten verbracht.

Bei Gutschild hatte ich im Vorfeld bereits ein paar der neuen 3D-Kennzeichen aus Kunststoff gekauft. Da die Zulassungsstelle nix mit den Kennzeichen anfangen konnte und der nette junge Mann an der Infotheke davon überzeugt war, dass ich den Abarth mit den Kennzeichen nicht zulassen kann, ging es erstmal zur Abschnittsleiterin. Toll fand er die Kennzeichen trotzdem.

Die Abschnittsleiterin war auch von den Kennzeichen begeistert, allerdings davon überzeugt, dass man sie nur vorne oder hinten montieren darf und nicht beides. Eine kurze Suche in ihrem Mailarchiv und sie fand die E-Mail die ihr bestätigt, dass diese Kennzeichen uneingeschränkt verwendet werden dürfen.

30 Minuten später war ich mit dem auf mich zugelassenen Abarth wieder raus, von dort ging es auf direktem Weg zum kleinen 500 und mit den angebrachten Kennzeichen auf die erste Fahrt zurück zu uns nach Hause. Am Nachmittag kamen noch die hässlichen Standard-Kennzeichenhalter ab und dezente Halter dran. Aber zu den Kennzeichen und der Befestigung gibt es demnächst einen gesonderten Artikel.

Ansonsten steht als nächstes an: Lockern der festgerosteten Klappe an der Monza-Abgasanlage. Ein übliches Problem leider. LED-Innenraumbeleuchtung statt Glühbirnchen und eventuell eine Aufbereitung. Das ist aber auch schon alles was wir am Abarth 500 machen.

4 Antworten auf „Projekt Skorpione: Kauf und Anmeldung des Abarth 500“

  1. Hallo

    toller Bericht über den kauf und die Überprüfung. Viele gut Hinweise, die man wenn man vor dem Fahrzeug steht, dann doch vergisst. Daher werde ich mir den Artikel ausdrucken.

    Danke und Gruß Justin

  2. Von den Kennzeichen hab ich noch nie was gehört.

    Und zum Thema aufbereiten. Ich habe da auch ein wenig recherchiert und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich am besten selbst für meinen Wagen sorgen sollte, sie Link.
    Viel Spaß damit!

    1. @Jan:

      Ja.. wir sind uns da auch noch ein wenig unschlüssig. Bei nem Gebrauchtwagen geht’s mir eher darum dass er mal grundlegend vom Schmutz und anderem der Vorbesitzer gereinigt wird. Gar nicht so sehr um sichtbare Verschmutzungen 🙂
      Einen Versuch ist es wert um auch mal darüber zu schreiben. Also sagen zu können ob es sich denn lohnt oder nicht. Ich kenne ein paar Leute die drauf schwören das einmal im Jahr zu machen und wieder andere finden es albern. Kommt vielleicht auch auf den Anbieter an und natürlich auch den Zustand des Autos.
      Interessanter Link übrigens, werde ich mal ausführlicher lesen die Tage, hab es jetzt nur überflogen.

      Grüße
      bycan

      1. Aufbereitungen sind recht teuer, wenn die gute gemacht werden. Der Link führt zu meinem eigenen Thread. Mit den Produkten habe ich unsere Wagen sehr strahlend hinbekommen.

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