Fahrbericht Skoda Octavia Combi RS

Für knapp unter 40.000 Euro bietet der Skoda Octavia RS ein beeindruckendes Paket aus Alltagstauglichkeit, verfügbarem Raum, kräftigem Motor und sportlichem Äußeren.

Die Umgebung zieht zu allen Seiten an den Scheiben vorbei. Zur linken und rechten verschmelzen Häuser, Höfer, Wälder, Felder zu einer undifferenzierbaren Melange. Ocker- und Grüntöne wechseln sich mit blau glimmenden Seen ab. Das Hier und Jetzt ist nicht erkennbar. Nur die Zukunft zeigt sich an einem schwebenden Fluchtpunkt direkt über dem Lenkrad des Skoda Octavia RS. In Kurven wandert er weg von der Mitte und zieht den Blick doch auf sich. Irgendwo dort, in weiter Ferne, befindet sich der Zielort einer Reise. Jeder Reise.

Mit dem Skoda Octavia Combi RS in die Arme der Beständigkeit.

Was sich der Octavia RS zur Aufgabe gemacht hat, wird nach der ersten Autobahnfahrt glasklar. Er will nicht unbedingt über kurvige Landstraßen gescheucht werden. Dazu ist seine Lenkung zu leicht und gibt nicht genug Feedback. Dazu führt die Kombination des 2.0 Liter Turbovierzylinders mit dem Vorderradantrieb zu sehr zu einer überforderten Vorderachse. Seine Stärke und seine Aufgabe liegt wo anders: Das Maximum der Zeitverkürzung aus einer Fahrt von Punkt X nach zu Hause herauszuholen. Punkt X ist dabei frei wählbar. Der Wunsch des Fahrers sollte aber sein: „Schluss jetzt, ich will endlich nach Hause.“

Dann steigt man in den komfortablen Octavia RS, macht es sich bequem hinter dem sportlichen Volant, justiert den aktiven Tempomaten nach Lust und dirigiert das Sechsgang-DSG per Gaspedal durch die verschiedenen Gänge. Gerne kann er auch noch bei 170 km/h beim Kickdown vom sechsten in den fünften Gang wechseln. Ganz wie der Heimwärts Flüchtende wünscht. Allerdings wird es bei forscherer Fahrweise mit den 6,4 Litern Durchschnittsverbrauch freilich nix. Mein Mittel lag über 1073km Fahrstrecke bei 10,3 Litern / 100km.

Die Konsequenz aus dieser hohen Autobahntauglichkeit ist, dass er zum besten Freund derjenigen wird, die irgendwann einfach nur nach Hause wollen. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten ist er überaus komfortabel, beherrschbar und angenehm unaufgeregt. Die 220PS reichen halt, um sich im Verkehr durchzusetzen. Für knapp unter 40.000 Euro ein beeindruckendes Paket.

Danach geht die Reise weiter.

Und wenn man endlich zuhause ankommt, endlich aus dem Fahrzeug aussteigt um das Kind auf den Arm zu nehmen und sich die euphorischen Bekundungen über das Ausmaß der Papa-Sehnsucht anzuhören, packt man spontan die Sachen. Denn bekanntlich muss die Reise weitergehen. Der Octavia Combi RS sieht halt auch in Corrida-Rot mit dem schwarzen Kühlergrill und der schwarzen Dachreling besonders sexy aus. Dann noch garniert mit dem verdammt scharfen 18″ Leichtmetallfelgen Gemini in Anthrazit. Der Anblick reicht jedenfalls nicht nur einmal am Tag. Die Ehefrau freut sich über die sportlichen Ledersitze mit roten Ziernähten, die gerne noch eine Ecke mehr Seitenhalt bieten könnten, das Kind freut sich über eine ausladende Rückbank mit immenser Beinfreiheit und 230V Steckdose. Dahinter beginnt dann erst das Glück des Reisegepäcks. Mit elektrisch öffnender Heckklappe, variablem Gepäckraumboden, Hängeschlaufe für zusätzliches Gepäck in Fahrzeugbreite und leicht erreichbaren Hebel zum Umklappen der Rücksitzbank bietet der Octavia Combi RS alle erdenklichen Feinheiten um die ultimative Gepäckverstauungsorgie zu starten. Und trägt damit dafür Sorge, dass das Gepäck auch dann fein sortiert ist, wenn es am Ende doch mal auf die Landstraße geht.

 

Fahrzeug: Skoda Octavia Combi RS

Lackierung: Corrida Rot
Felgen: Leichtmetallfelgen Gemini-Anthrazit 7,5J x 18″
Polster/Leder: schwarzes Leder mit roten Ziernähten

Motor: 2.0l TFSI
Hubraum: 1.984 cm3
Leistung: 162 kW (220 PS)
Drehmoment: 350 Nm
Getriebe: 6-Gang-DSG
Antrieb: Frontantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,1 s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 242 km/h

Türen/Sitze: 5/5
Verbrauch kombiniert: 6,4 l/100 km
CO2-Emission: 149 g/km

Driver’s Groove Bewertung: 7/10

Preis Testfahrzeug: 39.615,- €

Bildquelle: Can Struck / Driver’s Groove