#thepluses1: Alpentrip mit Audi R8 V10 plus und Audi TT RS plus (Teil 1)

Die Erkenntnis, dass wir für die Anfahrt nach München am Freitag Abend deutlich länger als geplant brauchen werden, kam zeitgleich mit der Erkenntnis, dass scheinbar mancherorts die Sommerferien an genau diesem Wochenende angefangen haben müssen. Dementsprechend konnten wir nach einer nur 4-stündigen Schlafphase am Treffpunkt mit Sebastian Bauer (+Freundin) – wir haben bereits Samstag – kaum einen Parkplatz finden. Überall Blechlawinen und Menschen, die großes Interesse an den beiden Helden unseres Trips zeigen. Klar, wenn der R8 V10 die LEDs im Motorraum aktiviert schreit er ja förmlich um Beachtung. Tanken konnten wir an den meisten Raststätten schonmal vergessen, selbst das Besorgen des Pickerls hat deutlich zuviel Zeit verschlungen. Nichts wie raus aus diesem Dschungel, runter von der Autobahn, rauf in die Berge.

Frühstück und die erste Lagebesprechung gab es an einer Tankstelle, kurz bevor es über Landstraßen in die Berge ging. Vorbei an Kitzbühl und den ganzen Touristenorten, immer weiter nach oben. Ich hörte mich immer wieder sagen „ich will dort hin, wo es keine Bäume mehr gibt“. Das sind einfache Ziele. Auf solche Ziele kann man sich als Mann gerade noch konzentrieren, wenn 550PS an allen vier Rädern und an einer superdirekten Lenkung kontrolliert werden wollen und man hinter jeden Spitzkehre mit einem Motorradfahrer rechnet, der sich zu weit in die Kurve legt.

Da wir uns ziemlich viel Zeit für die Contenterstellung – Sprich Fotos und Videos – zugesprochen haben und aber auch das Fahren genießen wollten, haben wir quasi in Echtzeit Routenupdates durchgesprochen. Die Reise sollte nicht in Stress ausarten. Lieber lassen wir etwas weg, als dass wir mit voller Geschwindigkeit überall durchrasen nur um Abends noch bei Tageslicht anzukommen. Spätestens bei der ersten Vorbeifahrt an Innsbruck würden wir uns entscheiden, was wir mit der zweiten Tageshälfte machen. Kurz gesagt: Der Trip war unglaublich entspannt, wir vier hatten dadurch extrem viel Spaß und ihr als meine Leser kommt auch nicht zu kurz.

Denn eines muss man sich vergegenwärtigen: Der R8 (ja ok, der TT RS plus ist auch nicht übel) zählt zu meinen absoluten Traumwagen. Dass ich den mal eben für eine Woche fahre und dann damit auch noch in die Alpen fahre grenzt an ein Happening. Denn davon können vermutlich sogar viele der R8 Besitzer nur träumen. Schließlich müssen sie 48h pro Tag arbeiten um sich so ein Auto leisten zu können – sry, liebe Neider: Bitte habt auch mal Respekt vor der Leistung von Menschen, die sich mit einem solchen Auto belohnen. Da mir der R8 mehr zu sagt als der TT und Sebastian mit dem sehr agilen turbogeladenen TT RS mehr als zufrieden ist, hatten wir am ersten Tag gar keinen Grund die Fahrzeuge zu wechseln. Übrigens sei eines schonmal gesagt: Der TT RS plus fährt auf den kurvigen Landstraßen auf Augenhöhe mit dem R8 V10 plus.

Die nun in den nächsten Stunden folgenden Kurven, Straßen, Kreuzungen, Tunnel gleichen einem einzigen Rausch. Anfangs hörten wir noch das neue Album von The Ocean an der eher schlechten Anlage des R8, spätestens bei der Abfahrt von der Autobahn war es vorbei mit der durch Gitarren, Bässe und Schlagzeug geprägten Musik. Jetzt ist es Zeit für die Symphonie aus 10 Zylindern mit einem Hubraum von 5,2 Litern.

Man kann gar nicht so oft zurückschalten, wie ich es tun möchte. Das automatische Lupfen des Gases klingt wie ein kleiner wilder Terrier, der seinem Unmut lautstark kundtut. Er bellt jeden vor sich an, der ihm den Weg versperrt. Das, gemischt mit dem typischen sonoren Klang des V10, ist der Grund, warum wir dort hin fahren, wo es Tunnel und Felswände gibt. Die Schallreflektionen meißeln jedem Autofan ein dickes Grinsen ins Gesicht.

Gerlospass

Unsere erste wichtige Station ist der Gerlospass (1531 m.ü.A.) – eine ganz gute Vorbereitung auf den Tag, nix besonderes, eher eine Lockerungsübung für die Arme und die Sinne. Mehr gibt es über den „Einsteiger-pass“ auch gar nicht zu sagen.

Zillertaler Höhenstraße

Umso überraschender war dann Pass Nummero zwei: die Zillertaler Höhenstraße. Denn von uns vieren unerwarteterweise ist diese Straße eine einspurige, enge Straße, die eher einer Zufahrt zu einem Bauernhof gleicht. Viele nicht einsehbare Kurven machen es unmöglich schnell zu fahren. Ausweichmöglichkeiten gibt es kaum und dass mal ein Fahrzeug entgegenkommt ist auch nicht wirklich unwahrscheinlich. Zum Glück hat der R8 eine Rückfahrkamera, sonst wäre das Rangieren, um einem Traktor samt Hänger Platz zu machen, eine ziemlich nervenaufreibende Sache. Oben angekommen haben wir spontan beschlossen bei großartigem Ausblick unser Mittagessen zu genießen, Touristen beim Gruppenfoto auszuhelfen und die Fotos für meine Fotostory zu schießen. Das Skript hat sich durch Mehrheitsbeschluss auch noch kurzfristig geändert. Das war eigentlich auch der erste Punkt unserer Reise, an dem man wirklich die Höhenluft schmecken konnte und die Ruhe der Berge spüren konnte. Im Gegensatz zum Urlaub am Meer, den man immer in Erinnerung hat und bei dem man weiß, wie man sich fühlen wird, ist es bei so einer Fahrt in die Berge deutlich anders. Im Vorfeld kann ich die Gefühlswelten, die sich einem bei dem Anblick öffnen, überhaupt nicht einschätzen. Und bin immer wieder überrascht was für ein überwältigender Anblick sich einem bietet. Selbst zwei Tage in den Bergen fühlen sich hinterher an wie 10 Tage. Man steht auf der Spitze, sieht hinab ins Tal und begreift ein klein wenig die Abmessungen der Erde. Hier sind wir schon auf 2133 m.ü.A.

Jaufenpass

Der Jaufenpass folgt direkt danach und ist nun der erste Pass, der an die klassischen Fotos aus den Alpen erinnert. Höchster Punkt: 2094 m.ü.A. Serpentinen, die sich an den Bergrücken schmiegen, Kurven in allen Formen und Farben, Wind, Kälte. Das alles umschlossen von Bergen soweit das Auge reicht. Vom höchsten Punkt kann man hinabsehen und sich ein Urteil über den bisherigen Streckenverlauf bilden. Von dort habe ich dann auch das Hinauf- und Hinabrasen des R8 und des TT gefilmt und die daraus resultierende Klangkulisse genossen. Einfach herrlich! Hin- und Hergerissen zwischen noch bleiben und das Panorama in sich aufsaugen und in die phantastischen Traumwagen steigen und den Berg wieder hinabrasen standen wir… ach was rede ich da! Auf in den R8!!

Sebastian war durchwegs eine Ecke flotter unterwegs als wir im R8. Bei seiner Erfahrung kein Wunder. Teilweise sind wir im Konvoi gefahren und haben uns gegenseitig mit den Soundkulissen unserer Autos ins Gesicht geschlagen. Die Unterhaltungen per Funkgerät haben auch etwas vom Charakter von „Ein ausgekochtes Schlitzohr“… Ala Bandit und Schneeman haben wir zwischendurch aufeinander gewartet und uns abgesprochen. Besonders für Überholmanöver äußerst praktisch! 🙂 Mit dem knallroten TT als Zielpunkt im Blick hatten wir nicht nur selbst in den Kurven viel zu tun, sondern quasi auch eine Rennsportübertragung aus dem Fernsehen live in der Windschutzscheibe. Einfach herrlich. Multimediale Autogeekheit deluxe.

Im nächsten Teil…

Doch alles was wir bis zu diesem Punkt erlebt haben, sollte auf dem Timmelsjoch getoppt werden. Und damit untertreibe ich deutlich. Ich würde eher schon sagen, dass für Sebastian, mich und unsere Passagiere ein neuer Lebensabschnitt angefangen hat. Das Timmelsjoch markiert einen Punkt in unseren Leben, an den wir für immer zurückdenken werden, unser Blick sich dabei in der Ferne verlieren wird und das Grinsen immer größer werden wird. Was am Timmelsjoch passiert ist? Das gibt es in Teil 2.

Daneben noch unser Campingerlebnis (schlafen neben einem R8! Wow, nur R8 unter dem Kopfkissen ist schöner) und die Pässe am zweiten Tag.


Alle Artikel zu #thepluses2:

Fahrzeuge: Audi R8 V10 Spyder & Audi RS5 Cabrio
Strecke: Route des Grandes Alpes, Südfrankreich
Driver’s Groove – Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
Passion:Driving – Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

Alle Artikel zu #thepluses1:

Fahrzeuge: Audi R8 V10 Plus & Audi TT RS Plus
Strecke: Österreichische / Italienische Alpen
Driver’s Groove – Prolog | Teil 1 | Teil 2 Teil 3 | Fahrbericht
Passion:Driving – Teil 1 | Teil 2

Fahrzeug: Audi R8 V10 plus

Motor: 5.204cm³ 10-Zylinder Benzinmotor
Antrieb: Allradantrieb
Leistung/Drehmoment: 550PS (404kW) / 540Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 3,5s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 317 km/h
Getriebe: 7-Gang, Doppelkupplungsgetriebe
Türen/Sitze: 2/2
Verbrauch kombiniert: 12,9l/100km
Preis Testfahrzeug: 187.580,00 €
Sonderausstattungen (Auszug): Sepangblau Matteffekt, Aluminium-Schmiederäder Titanoptik, Vollleder Feinnappa, Abdeckung Mittelkonsole in Carbon Sigma Audi exclusive, AMI, Bedienelemente in Wildleder, Blueuooth, Einparkhilfe plus mit Kamera, R8 Multifunktionslenkrad (unten abgeflacht, mit Schaltwippen)

Fahrzeug: Audi TT RS plus Coupé

Motor: 2.480cm³ 5-Zylinder Benzinmotor mit Turboaufladung
Antrieb: Allradantrieb
Leistung/Drehmoment: 360PS (265kW) / 465Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,1s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 280 km/h
Getriebe: 7-Gang, Doppelkupplungsgetriebe
Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 8,5l/100km
Preis Testfahrzeug: 72.840,02 €
Sonderausstattungen (Auszug): TT RS Schalensitze vorn, Navigationssystem plus mit MMI, Einparkhilfe hinten, Berganfahrassistent, BOSE Surround Sound, AMI, Bluetooth, Optikpaket Aluminium matt, Lichtpaket, Erweitertes Lederpaket, Innenspiegel automatisch abblendend

10 Antworten auf „#thepluses1: Alpentrip mit Audi R8 V10 plus und Audi TT RS plus (Teil 1)“

  1. Das geht so nicht. Teil 2… WIE TEIL 2? Ich will alles lesen – sofort!

    Nein Spaß. Toller Artikel – das Warten darauf hat sich wirklich gelohnt.
    Wie oft musstet ihr an die Tanke? Muss ja auch sicherlich irgendwie – geplant werden – oder? Bei 12,9 Litern Verbrauch?

    1. @Maik: Na, das Beste kommt zum Schluss, oder? 🙂 Teil 2 kommt spätestens Q2 2014 haha!
      Tatsächlich haben die Autos weniger verbraucht, als wir gedacht hätten! Wir sind eigentlich davon ausgegangen, mindestens bei jeder Taldurchfahrt tanken zu müssen. War aber gar nicht nötig. der Verbrauch hat sich bei beiden bei ca. 15 Litern eingependelt. Insgesamt (ohne die Anfahrt) haben wir am Wochenende „nur“ 3 oder 4 mal getankt!

    1. @Don: Danke, danke. Der Neid ist durchaus berechtigt, du hättest auf der Fahrt auch deine Freude gehabt 🙂

  2. Aussergewöhnlich Farbe!. Gefällt mir gut. Beschleunigungswerte fast wie ein Motorrad! In der Endgeschwindigtkeit sogar schneller als meine Kawa.
    Porno!

    1. @Jam: Jupp, die Farbe ist wirklich extrem hübsch. Überhaupt: So wie der dasteht sieht er superb aus!
      Beschleunigungswerte und Top-Speed? Hammer. Fühlt sich auch so an. Siehe Video von meinem Mini-Blogger 😉
      Davonfahren konnten uns in den Bergen die Motorradfahrer nicht. Eventuell mal auf der Geraden aus der Kurve raus davonfahren, aber ich glaube viele waren überrascht, dass plötzlich Autos auftauchen, die sie überholen wollen. So richtig klar kamen sie damit auch nicht ^^

  3. Toller Bericht!
    Bei mir werden Erinnerungen an meinen R8 Trip zu meinem 40er wach – #R8trip auf Instagram, wenn du einige Bilder sehen möchtest (Timmelsjoch, Jaufenpass, Gardasee, Stelvio, Splügen, San Bernardino, Sella Ronda, …)

    Timmelsjoch gehört für mich wie für dich zu den tollsten Alpenpässen überhaupt + Passo Pordoi.
    Fürs nächste Mal ein Tipp: Staller Sattel -> einspurig aber mit Ampelregelung = kein Gegenverkehr

    Hattest du beim Einschlafen, wenn alles ruhig war noch immer das V10 Grollen im Ohr? Bei mir war es so 🙂

    Wenn du möchtest, kann ich einige Bilder auf meinem Instagram stream posten – natürlich mit Quellenangabe 😉

    Freue mich schon auf Teil 2

    LG aus Österreich
    @audidriven / Sebastian

    1. @Sebastian
      Hi Sebastian,

      deine Route kommt mir irgendwie bekannt vor…. damals 🙂 Ist aber auch wirklich der Klassiker, die Pässe in der Reihenfolge abzufahren. Am liebsten würde ich ja sofort wieder los…
      Staller Sattel war mir allerdings bisher nicht bekannt. Ampelregelung? Einspurig? Wie geil 🙂 Hab einigen Leuten schon von deinem Tipp erzählt und die Augen werden groß bei der Vorstellung. Kommt auf jeden Fall auf die To-Do Liste für’s nächste Mal. Dankeschön!

      Ich hatte beim Einschlafen das Grollen im Ohr und das Ticken des Motors live for dem Zelt.
      Support würde mich freuen, du kannst grundsätzlich meine Fotos benutzen wie du möchtest. Meld dich einfach, wenn du etwas anderes noch brauchst.

      Liebe Grüße
      Can

  4. @Sebastian: das sind ja fantastische Tipps! 😀 Ich muss dieses Jahr unbedingt nochmal in tief in die Alpen einsteigen. Der Trip hat bei mir Lust auf mehr gemacht – dieses Mal dann aber mit der Elise 😉

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