#thepluses1: Alpentrip mit Audi R8 V10 plus und Audi TT RS plus (Teil 2)

Sonnenuntergang.
Rot und golden glänzender, rissiger Asphalt.
Zehnzylinder im Nacken.
Knallroter TT RS plus im Blickfeld.

Gerade noch die Aussicht vom Timmelsjoch genossen, einsam in den Bergen, allein mit den Gedanken, meiner Frau und zwei Freunden. Und plötzlich knackst das Funkgerät. Sebastian meldet sich: „Oh, mir fällt gerade ein, dass die Mautstelle um Acht schließt. Wir müssen uns beeilen!“
Die Zeit bleibt für einen Moment stehen. (Diesen Moment solltet ihr nutzen, um Teil 1 zu lesen. Sebastian hat seinen ersten Teil auch veröffentlicht.)

Ich hab zu diesem Zeitpunkt weder eine Idee wie spät es ist, noch wie weit die Mautstelle weg ist. Und während ich meinen Blick zur Uhr im Navidisplay gleiten lasse, um zu sehen, dass es 19.56 Uhr ist , höre ich den TT RS zurückschalten und gröhlend beschleunigen. Noch habe ich nicht realisiert, dass wir für die Fahrt runter vom Pass exakt 4 Minuten (4 Minuten??) haben. Ich sehe nur, dass der TT immer kleiner wird und gebe Gas. Keine Fragen mehr. Melegim neben mir ist plötzlich auch ganz ruhig. Wir nehmen eine langgestreckte Rechtskurve und blicken über die Straße, die sich zwischen die Hänge schmiegt, der Blick reicht über die nächsten Kilometer und mehrere Kurven. Es geht steil bergab. Mein Ziel ist die Verbindung zum TT nicht abbrechen zu lassen, der regelrecht durch die Kurven fliegt.

Wir sind völlig allein, niemand sonst ist so kurz vor Schluss noch auf dem Pass. Das Timmelsjoch gehört ganz uns.

So fahren wir mit Vollgas und Geschwindigkeiten, mit denen ich sonst hier niemals unterwegs wäre der möglichen Rettung vor der langwierigen Rückfahrt über den Pass entgegen. Die genauen Zahlen sind mir bekannt, möchte sie aber hier nicht nennen. Sagen wir lieber wir sind eher geflogen als gefahren. Und noch dazu die Info, dass der R8 V10 für den Sprint von Null auf Zweihundert 9,8 Sekunden braucht… Und vielleicht noch, dass er dann genauso lässig durch die Kurven keilt wie sonst auch. Das Heck wird zwar in den Kurven minimalst nervös, niemals aber kritisch. Das Heck des R8 geht einfach nur seiner Aufgabe nach, dem Fahrer mit Nachdruck zu verdeutlichen und ins Gedächtnis zu hämmern, dass er 550PS im Nacken hat und in einem Mittelmotorsportwagen sitzt. Das griffige kleine Wildlederlenkrad klebt an den Händen, vermittelt genau die richtige Dosis Fahrbahnbelag und Kurvenradius an den Fahrer und bei dieser Abfahrt schalte ich dann doch lieber mit den Paddeln am Lenkrad als mit dem knackigen kleinen Schalthebel, den ich sonst bevorzuge. Trotzdem konnten wir auch die Umgebung wahrnehmen: Im Zeitraffer rissen wir die steilen Berge ab, tanzten vorbei an Tieren und kämpften mit den Elementen. Den Blick immer starr auf die nächste Kurve gerichtet um den richtigen Gang und die richtige Geschwindigkeit abzuschätzen. Wahnsinn. Abbrechen und zurückfahren? Undenkbar.

In einer langen Linkskurve mussten wir plötzlich abbremsen. Kurz vor einer Holzbrücke über einen Bergbach hatten es sich ein paar Kühe gemütlich gemacht und versperrten teilweise die Straße. Warten ist nicht drin, also fuhren wir langsam zwischen den Tieren durch. Ihre Blicke sprache Bände: „Ihr hier? Um die Zeit? Na, ihr solltet euch sputen“. Was aber ihre Blicke sagten, als wir kurz darauf die Motoren wieder aufheulen ließen und den Asphalt leichtfüßig mit Gummi unterschrieben, das konnte ich leider nicht sehen.

Zu schnell wurde aus wohlgeformten dicken Kühen eine Ansammlung aus verwischten braun-weissen Linien.

Danach versuchten sich noch Schafe daran, sich uns in den Weg zu stellen –  auch sie waren zum scheitern verurteilt. Vier Ringe – nein, acht Ringe – sie zu knechten.
Sofort wieder Vollgas. Gib ihm, gib ihm, gib ihm. Hinter einer engere Kurve zeichnet sich dann endlich die Mautstation ab. Als ich jemanden aus dem Fenster des Häuschens lehnen sehe, weiss ich, dass es geschafft ist. Es ist Punkt 20 Uhr. Letzte Chance genutzt.

Direkt hinter der Mautstelle halten wir an. Sebastian kommt zu mir an die Seitenscheibe gesprungen und sagt das, was wir auch schon dachten: „Das war ein einmaliges Erlebnis. Selbst wenn wir es planen würden, würden wir es nicht so hinbekommen.
Das Licht, der Pass, die Stimmung… und wir haben keine Aufnahme davon!“

Wir stiegen aus und genossen noch eine ganze Weile den Sonnenuntergang. Wäre ich Raucher, hätte ich zu diesem Zeitpunkt bestimmt eine ganze Schachtel geraucht. Wir hatten etwas magisches genossen. Ich versuchte die Eindrücke der letzten 4 Minuten zu verarbeiten und festzuhalten, abzuspeichern für immer.

Sebastian hat es auch „Top Gear Moment“ genannt. Ja, was wir hier erleben durften, war wahrlich ganz großes Kino.

Und wenn es sie bisher noch nicht gab, spätestens hier ist sie da: Die persönliche Bindung zum Auto. Der R8 und ich, gemeinsam haben wir es geschafft. Ich kenne jetzt sein Geheimnis, so wie er meines kennt. Aber das bleibt unter uns.

Von dort fahren wir weiter die Berge hinab Richtung Innsbruck. Wir wollen nicht zu spät am Campingplatz ankommen. Telefonisch haben wir bereits reserviert, bis 23 Uhr darf man mit den Autos einfahren. Also fahren wir relaxed zum Natterer See und sind um ca. 22 Uhr am Ziel. Auch was zu essen brauchen wir bevor die Tore geschlossen werden. Wir fahren auf einen Tipp des Personals vom Campingplatz in den nächsten Ort zu einer Pizzeria, die extra für uns nochmal nachlegt. Pizza zum mitnehmen. Denn würden wir sie dort essen, würde es zu spät werden und wir müssten die Audis vor den Toren des Campingplatzes stehenlassen. Das geht ja mal gar nicht. Wir sitzen eine halbe Stunde ganz allein in der gutbürgerlichen Pizzeria und unterhalten uns über den Tag.

Unsere Einfahrt zu den Stellplätzen bekommt niemand mit, die meisten schlafen schon und natürlich habe ich per Sport-Taste die Klappen geschlossen. Während unser Zelt in 5 Minuten aufgebaut ist, vergnügen sich Sebastian und seine Freundin bis tief in die Nacht hinein mit dem Aufbau ihres neuen Zeltes. Wir legen uns irgendwann todmüde hin, es geht einfach nicht mehr. In der Nacht schreckt Melegim mehrmals auf, weil sie im Traum die kurvigen Straßen fährt und zu spät bremst. Ich kämpfe mit spitzen Steinen unter meiner Isomatte.

Der nächste Morgen entschädigt dafür: Ich freue ich mich aus dem Zelt heraus das mächtige Hinterrad des R8 zu sehen. Und spüre schon wieder ein Kribbeln in den Fingerspitzen. Man bekommt einfach nicht genug davon, egal wieviel Zeit man hinter dem Steuer verbringt. Doch heute ist der Zeitpunkt des Fahrzeugtausches gekommen. Ich fahre mit dem TT RS plus weiter, Sebastian hingegen mit dem R8 V10 plus. So packen wir alle unsere Sachen aus dem R8 heraus.

Melegim merkt, dass ich ihr gegenüber zickig bin und meint irgendwann „bist du etwa traurig, den R8 abgeben zu müssen?“ Und grinst dabei hämisch. Ein mitleidiges „Oooh“ folgt noch.

Erst da wird es auch mir bewusst: Ja, ich bin traurig. Ich will ihn nicht abgeben – noch nicht.

Uns steht die ganze Welt offen! Ich verkneife mir die Tränen und sage mir, dass ein TT RS plus ja nun auch nicht wirklich der schlimmste Nachfolger ist. Das ist wie einen One Night Stand mit Angelina Jolie zu haben und anschließend traurig ob der vergangenen Zeit zu sein – obwohl ein One Night Stand mit Penelope Cruz kurz bevorsteht. Es gibt sicherlich schlimmeres im Leben.

Nach dem Packen der jeweils anderen Autos fahren wir in Innsbruck noch etwas frühstücken, in einem Hotel mit mehr Fliegen als Wurst auf dem Wurstteller. Während Melegim sich mit Bikern anfreundet und davon erzählt, wie gerne sie Motorrad fahren würde (pfui!! Bäähhh!) mache ich mir Sorgen um meine Akkuladung für die DSLR. Immerhin stehen Fotoaufnahmen am Kühtai auf dem Plan…

Doch dazu gibt’s alle Details in Teil 3, genauso zu meinen ersten Eindrücken zum TT RS plus. Stay tuned!


Alle Artikel zu #thepluses2:

Fahrzeuge: Audi R8 V10 Spyder & Audi RS5 Cabrio
Strecke: Route des Grandes Alpes, Südfrankreich
Driver’s Groove – Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
Passion:Driving – Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

Alle Artikel zu #thepluses1:

Fahrzeuge: Audi R8 V10 Plus & Audi TT RS Plus
Strecke: Österreichische / Italienische Alpen
Driver’s Groove – Prolog | Teil 1 | Teil 2 Teil 3 | Fahrbericht
Passion:Driving – Teil 1 | Teil 2

Fahrzeug: Audi R8 V10 plus

Motor: 5.204cm³ 10-Zylinder Benzinmotor
Antrieb: Allradantrieb
Leistung/Drehmoment: 550PS (404kW) / 540Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 3,5s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 317 km/h
Getriebe: 7-Gang, Doppelkupplungsgetriebe
Türen/Sitze: 2/2
Verbrauch kombiniert: 12,9l/100km
Preis Testfahrzeug: 187.580,00 €
Sonderausstattungen (Auszug): Sepangblau Matteffekt, Aluminium-Schmiederäder Titanoptik, Vollleder Feinnappa, Abdeckung Mittelkonsole in Carbon Sigma Audi exclusive, AMI, Bedienelemente in Wildleder, Blueuooth, Einparkhilfe plus mit Kamera, R8 Multifunktionslenkrad (unten abgeflacht, mit Schaltwippen)

Fahrzeug: Audi TT RS plus Coupé

Motor: 2.480cm³ 5-Zylinder Benzinmotor mit Turboaufladung
Antrieb: Allradantrieb
Leistung/Drehmoment: 360PS (265kW) / 465Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,1s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 280 km/h
Getriebe: 7-Gang, Doppelkupplungsgetriebe
Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 8,5l/100km
Preis Testfahrzeug: 72.840,02 €
Sonderausstattungen (Auszug): TT RS Schalensitze vorn, Navigationssystem plus mit MMI, Einparkhilfe hinten, Berganfahrassistent, BOSE Surround Sound, AMI, Bluetooth, Optikpaket Aluminium matt, Lichtpaket, Erweitertes Lederpaket, Innenspiegel automatisch abblendend

6 Antworten auf „#thepluses1: Alpentrip mit Audi R8 V10 plus und Audi TT RS plus (Teil 2)“

  1. Da ich in ca. 3 Wochen mein neues Baby in Ingolstadt (TT RS+) abholen und es
    Kaum abwarten kann 🙂 bin ich auf euern Bericht gestoßen. Sehr schön geschrieben,
    Vor allem dir 4 Minuten die ihr noch an Zeit hattet 😉 geil. Ich habe schon ein paar
    Motorradtouren in den Alpen hinter mir…das Timmelsjoch ist mir noch sehr gut in Erinnerung.
    Wo kann man deinen Teil 3 lesen?! Muss doch wissen wie es mit dem TT RS+ weiterging 🙂

    Beste Grüße
    Marcus

    1. @Marcus:

      Hallo Marcus,

      na erstmal herzlichsten Glückwunsch zu deinem TTRS plus! Und viel Spaß bei der persönlichen Übergabe. War schon dort, man kann sich dort echt schön den Tag vertreiben. 🙂
      Teil 3 findest du hier:
      http://driversgroove.com/thepluses-teil-3-des-alpentrips-mit-audi-r8-v10-plus-und-audi-tt-rs-plus/

      Nicht ganz so spannend wie der zweite Teil, aber trotzdem auch nicht unbedingt schlecht.
      Welche Farbe und welche Ausstattung hast du gewählt? Würde mich freuen wenn du – wenn du deinen TTRSplus dann mal ne Weile gefahren bist – hier vielleicht deine Meinung zum Auto schreibst. Bin immer gespannt auf die Erfahrungen anderer.

      Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
      Can

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