thepluses4 Dolomiten Roadtrip – Mein persönliches Fazit

Die komplette Video-Playlist zu unserem Dolomiten Roadtrip:

Videos gesehen? Gut. Hier kommt mein Fazit. 🙂

Mit ein wenig Distanz lässt sich vieles besser einschätzen. Etwa ob ein Bild an der Wand gerade hängt oder nicht. Genau so verhält es sich auch bei Aktionen, die ich alleine oder mit anderen mache. Da inzwischen seit unserem #thepluses4 Roadtrip zwei Wochen vergangen sind, ist es an der richtigen Zeit ein Fazit zu verfassen. Wie war der Trip von meiner Warte aus? Was hat gefehlt oder war besser als sonst?

Es gibt da ein Gefühl, irgendwo ganz tief drin.

Eigentlich wollen wir mit unseren Roadtrips ein Gefühl vermitteln. Eines, das wir selbst gut kennen, aber das sich nicht so recht beim Schopfe packen lässt. Eines, auf das man kaum Einfluß hat und das je mehr man es nach Außen kehren möchte umso mehr verschwindet. Das Gefühl fängt bei mir an, wenn ich einen saphirblauen Porsche 911 Turbo an der Straße vor der Haustüre stehen habe – dort wo sonst eines unserer Privatautos steht – und immer wieder die Gardinen zur Seite ziehe, um das Auto draußen zu sehen. Das Schlimme ist, dass ich schon zu diesem Zeitpunkt weiss, dass das Gefühl schnell verfliegen wird. Denn wenn man mit zwei knallbunten Sportwagen durch die Berge fährt, verliert ein solches Auto seinen Paradiesvogel-Charakter. Keine „normalen“ Autos weit und breit, nur Bergkulissen und die zwei Sportwagen. Immer wieder muss ich deswegen zwischendurch zurückdenken an den ersten Tag, als mir viel eher bewusst war, wie unglaublich breit der Turbo ist. Und wie sehr er in einem normalen Straßenzug auffällt.

Das Gefühl startet aber erst so richtig durch, wenn es endlich mit dem vollbepackten Auto los geht. Ab dann bin ich im Roadtrip-Modus und freunde mich mit dem Gedanken an, in nächster Zeit nicht mehr so schnell die Füsse von den Pedalen zu nehmen. Dabei gibt es nur ein kleines Problem: Wir haben durchgeplante Drehtage, feste Konzepte und nicht ganz so feste Ideen. Sind dabei abhängig von Wetter, Tageszeit, Straßenbedingungen und Verkehrsvolumen. Eine Masse an Abhängigkeiten, die sich seit dem ersten Tag irgendwo im Gehirn festsaugen und immer wieder „jetzt nicht!“ schreien, wenn gerade Raum für die Freiheiten wäre, die einen Roadtrip auszeichnen. Wir zeichnen also eigentlich eher eine Fantasie dessen, was wir einst erlebten – ein wenig wie bei Westernfilmen. Das ist schade und auch ein wenig bedauerlich. Eine Roadtrip-Professionalisierung zieht das wohl so nach sich.

Dinge, die schiefgehen auf einem Roadtrip.

Am wichtigsten sind ja immer die Erkenntnisse, die einem helfen besser zu werden. Und die Liste ist diesmal fast länger als in den vergangenen Jahren. Wir waren nicht auf die niedrigen Temperaturen vorbereitet, waren nicht darauf vorbereitet, dass die meisten Hotels geschlossen haben, da die Saison noch nicht losgegangen ist. Haben es zu sehr auf die leichte Schulter genommen, dass in der Woche einige Feiertage sind, an denen im hochkatholischen Italien gar nichts geht. Das sind die Dinge, die sich mit besserer Planung vermeiden hätten lassen.

Anders ist es mit dem Zeitmanagement. Ja, wir hatten uns bewusst dazu entschieden, dass wir auf unseren Blogs parallel keine Artikel veröffentlichen. Den Youtube-Videos galt unsere volle Aufmerksamkeit. Das war auch gut so, da wir Jonas wie geplant zuarbeiten konnten. Schlecht war aber, dass die täglichen, abendlichen Arbeitssessions schnell Überhand nahmen. Die Laune war zwar trotzdem gut, aber der Schlaf blieb hoffnungslos auf der Strecke. Ich hab mal nachgerechnet. Wollt ihr das wirklich wissen? Ja, wollt ihr: Pro Nacht hatte ich im Schnitt drei Stunden Schlaf, bevor wir im Schnitt 7 Stunden mit dem Auto unterwegs waren. Schneiden und Off-Texte einsprechen bis 2:30 Uhr und um 6:20 Uhr mit Sonat wieder aufstehen? Hart! Da wird es tagsüber auch schwer, vor der Kamera eine Art von Euphorie zu transportieren, ohne die Lust am Dreh zu verlieren. Und wir wollen ja – bei aller Liebe zu unseren Fans – auch den Spaß an der Sache beibehalten.

Der wahre Roadtrip-Moment kommt unverhofft.

Wisst ihr, wann ich dann am Ende doch noch diesen Roadtrip-Moment hatte, den wir immer einfangen wollen? Am vorletzten Tag auf der Autobahn Richtung Garda (ja genau, da ist auch das Facebook-Video mit Gojira entstanden). Den Dreh hatten wir fast hinter uns, konnten nicht anders als dem Verkehrsfluss zu folgen und Zeit hatten wir auch genug. Wir flogen im Formationsflug gemeinsam mit dem Audi R8 V10 plus Coupé über die Fahrbahn, hörten Musik und beobachteten wie die letzten Alpenausläufer zu beiden Seiten immer niedriger werden.

Learnings für thepluses5.

Zu ausführliche Planung führt zu wenig Freiraum. Also werden wir beim nächsten Trip den Großteil der Planung über Bord werfen. Keine festen Routen, nur Etappenziele. Eine solche Herangehensweise erfordert natürlich, dass man sich deutlich besser über die Region informiert, um Straßenschilder rechtzeitig richtig zu deuten und Chancen nicht liegen zu lassen. Sie erfordert auch, dass man nicht wie dieses Jahr sternförmig durch eine Region kreuzt, sondern einer Strecke von A nach B folgt.

Wir werden vermutlich jeden dritten Tag eine Pause einlegen und uns an diesem dritten Tag nur um das Material für euch kümmern. Idealerweise fallen dadurch die Nachtarbeiten weg.

Wir werden viele Konzepte wieder sein lassen und hoffentlich etwas mehr einfach drauf los fahren. Natürlich mit dem Risiko, dass es für euch nichts Spannendes zu zeigen gibt.

Die Livestreams mit euch haben richtig Spaß gemacht. Das Feedback hat sich auch direkt auf unsere Videos ausgewirkt, was vermutlich für mich als Beteiligten noch spannender zu beobachten war als für euch. Wir hatten auf unserer Seite durch die Streams wirklich das Gefühl, dass Leute da draußen interessiert sind an dem, was wir machen! Das war eine tolle Erfahrung. Danke für eure Teilnahme.

Genauso toll waren die Youtube-Kommentare, die uns das Gefühl gaben, dass wir ansatzweise wirklich schon eine Art Community aufbauen.

Wir werden bestimmt noch kontroversere Sachen machen. Da das Netz einfach so tickt. Quatsch: Der Mensch! Und je mehr man aneckt, die Gemüter erhitzt, desto eher erhält man Aufmerksamkeit.

Und zu guter Letzt müssen wir immer noch entscheiden, ob es thepluses5 geben wird und wenn ja, wo es hingehen wird. 🙂

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Foto: Can Struck / Driver’s Groove