Wussten Sie… Beim Auffahren auf die Autobahn keine Vorfahrt!

Verhalten auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn:

Wer auf der Beschleunigungsspur / dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn fährt muss beachten, dass der fließende Verkehr auf der Autobahn Vorrang hat. Das geht so weit, dass man – falls ein Auffahren auf die rechte Spur der Autobahn nicht möglich sein sollte – die Geschwindigkeit deutlich reduzieren muss. Allerdings ist das Anhalten auf der Beschleunigungsspur laut StVO ebenfalls nicht erlaubt.

Gut zu wissen:

Sollte es zu einem Unfall kommen, weil man auf die Autobahn aufgefahren ist obwohl kein Platz war, so trifft den Auffahrenden die alleinige Schuld. Einzige Ausnahme ist, wenn der Fahrer auf der rechten Spur der Autobahn den Unfall hätte verhindern können. Allerdings muss dies der Wartepflichtige beweisen.

Es gilt also:

Beim Auffahren auf die Autobahn innerhalb des Beschleunigungsstreifens die Geschwindigkeit wieder deutlich reduzieren falls das Einfädeln nicht möglich ist. Dabei auf den nachfolgenden Verkehr auf der eigenen Spur achten, da die FahrerInnen meist eher auf die Autobahn blicken als auf den Vordermann auf der Beschleunigungsspur.

Übrigens: Auf dem Beschleunigungsstreifen Fahrzeuge rechts überholen, die auf der Autobahn unterwegs sind, ist erlaubt!

Weitere Informationen:

5 Antworten auf „Wussten Sie… Beim Auffahren auf die Autobahn keine Vorfahrt!“

  1. Ich gebe zu, ich dachte immer, dass man auf dem Beschleunigungsstreifen nicht rechts überholen darf. Ich meine mich sogar noch daran zu erinnern, dass ein ehemaliger Schulfreund deswegen durch seine Prüfung gefallen ist… aber das ist auch schon ein paar Jährchen her, vorsichtig ausgedrückt.

  2. Viele Fahrzeugführer vergessen oder kennen diese Regelung nicht. Fallbeispiel bei einem Kollegen passiert. Nach Auffahren auf den Beschleunigungsstreifen war ein Einfädeln unmöglich. Der nachfolgende PKW fuhr auf. Fazit; Totalschaden zum Glück kein Personenschaden. Der Auffahrende verlor sein Recht vor Gericht.

    1. @Holger:
      Interessant, dass es hier überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung gekommen ist. Ich kann allerdings auch verstehen dass es hier relativ leicht zu einem Unfall kommen kann, da die Leute ja wirklich bei 80km/h und mehr ausschließlich in den linken Rückspiegel sehen um den richtigen Zeitpunkt zum Einfädeln zu finden.

      Übrigens gestern erst hat sich direkt hinter mir ein Renault Kangoo mit einem Sattelschlepper angelegt. Ich dachte erst der LKW sei mir aufgefahren bei dem Lärm (er fuhr keine 10 Zentimeter hinter mir nachdem ich eingefädelt war). Da war doch tatsächlich ein Kangoo in seinem toten Winkel rechts unten auf Höhe des Fahrerhauses. Der Kangoo-Fahrer schien jedenfalls zuversichtlich dass der LKW-Fahrer ihn sieht (bzw. ist davon ausgegangen dass der Fahrer ihn überhaupt da sehen kann) und reinlässt und hat einfach draufgehalten. Schade um den Kangoo, aber eindeutig erzwungene Vorfahrt durch ihn. Würde mich nicht wundern wenn es da auch zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

      vg
      bycan

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