Nissan GT-R Black Edition Fahrbericht

Zum Pralinenkauf nach Brügge mit dem Nissan GT-R Black Edition.

Da steht ein schneeweißer Nissan GT-R Black Edition vor der Haustüre und es gibt nichts zu tun. Nervös kaue ich auf meinen Fingernägeln rum und ärgere mich über das abendliche Gezappe am Fernsehapparat. Gerade wenn man explizit mit dem Auto irgendwo hinfahren will, will einem partout nichts einfallen. „Einfach so“ ein paarmal um den Block fahren, das hat auch schon seit dem 20. Lebensalter seinen Reiz verloren. Was tun? Ich gehe nochmal ans Schlafzimmerfenster. Von dort kann man im Dunkeln die kantige Silhouette des GT-R auf der gegenüberliegenden Straßenseite erahnen. Deprimiert gehe ich wieder zurück ins Wohnzimmer und setze mich neben Melegim. Im Fernsehen läuft gerade Werbung für die „goldene Kugel“.

Melegim kommentiert das mit „Hmm. irgendwie habe ich Lust auf Pralinen.“

Sie muss bemerkt haben wie sich meine Stimmung schlagartig verbessert, denn sie sieht mich verwundert an. Ich hätte auch „Challenge accepted“ sagen können. Sie soll ihre Pralinen bekommen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern die Besten der Welt.

Direkt aus dem Ort, der für seine Schokolatier Kunst berühmt ist: Brügge.

Und wer Schokolade nicht mag, der kennt den Ort mindestens aus dem Film „Brügge sehen… und sterben?“ oder „In Bruges“, wie der viel mysteriösere Originaltitel lautet. Meine Ansage an die bessere Hälfte: „Ok, du kriegst deine Pralinen. Morgen fahre ich sie holen.“ Mit einem hämischen Grinsen im Gesicht verabschiede ich mich Richtung Bett. Lieber schnell schlafen damit es schnell losgeht.

Mit einem Nissan GT-R unterm Hintern ist für meine Liebste kein Weg zu weit.

Wenn überhaupt sind die knapp 300 Kilometer einfache Fahrstrecke von Köln aus eher noch zu wenig. Am nächsten Morgen geht’s los. Und weil Melegim viel besser weiß welche Pralinen sie selbst mag, nehm ich sie direkt auch mit. Und weil unser kleiner Sohn so ganz allein dann doch nicht zuhause bleiben kann, muss auch er mit. So ist es mit der Familie. Im Nachhinein hat sich besonders unser Sohn als ausgezeichnete Begleitung hervorgetan. Ohne seine originalgetreuen Hochleistungs-Motorgeräusche wären die auf 120 km/h beschränkten Autobahnen in Belgien schwer zu ertragen gewesen. Und wenn nicht er, dann gab sein 1:24 GT-R Spielzeug in seinem Arm krächzende Motorgeräusche zum Besten. Einfach goldig! Weder den sperrigen Cybex-Kindersitz auf den Notsitz zu bekommen noch den Buggy im den Kofferraum zu verstauen war ein Problem. Mehr möchte ich zur Alltagstauglichkeit eines GT-R auch nicht sagen. Zusammenfassend: Voll Alltagstauglich. Punkt.

Der Nissan GT-R Black Edition steht einfach nur so obszön kantig auf der Straße, dass es eine Augenweide der gehobenen Klasse ist. Er feiert die Männlichkeit seiner Formen. Die sehnige Schulterlinie und die wie mit dem Samuraischwert schlagartig abgeschnittenen schwungvollen Linien, die seine Silhouette zeichnen. Alles an den Proportionen des GT-R wirkt auf amüsante Art und Weise anders. Amüsant, weil einleuchtend. Warum nicht so? Genau. Wer kann der kann und wer darf, der darf. Für den GT-R gilt: Er darf alles. Ohne Rücksicht auf Verluste. Von denen gibt es dann am Ende trotzdem keine.

Neben dem knappen, knorrigen Schaltknauf prangt ein Aufkleber. Maximal 240 km/h steht da. M+S Reifen noch dazu. Gott segne Belgien denke ich nur. Mit passender Bereifung sind 315 km/h drin.

Und auch: Der Aufkleber ist blau und nicht rot. Ist das dann nicht doch eher nur ein Gebot als ein Verbot? Lieber nicht weiterdenken. Gott segne Belgien, dabei bleibt es. Weiter geht’s: Alles ist im GT-R so, wie man es erwartet. Also von einem männlichen Auto. Männer sind ja eher einfach gestrickt. Da ist ein Lenkrad samt beim Verstellen mitwanderndem Instrumentencluster. Unten zwei Pedale. Rechts der besagte Schaltknauf. Zwei Aussenspiegel auch noch, eine Klimaregelung… Und dieses Display mit den von den Gran Turismo Machern gestalteten Telemetriedaten. Pfff. Also mal durchgeklickt habe ich. Auswerten darf das mein Techniker (den ich nicht hab). Ich hab dann doch lieber einen der Screens so zusammengestellt, dass für die Beifahrerin wertvolle Infos angezeigt werden. Die da wären: Geschwindigkeit (Für die Gegenkontrolle in Belgien), der Verbrauch, die G-Kräfte (zum rechtzeitigen festhalten) und noch ein paar lustige Bildchen. Who cares.

Das Gefühl von „Das Tier tritt dir gleich gehörig in den Allerwertesten“.

Die Autobahn zwischen Köln und Aachen… ich könnte schwärmen von einer Art „Hochgeschwindigkeitsteststrecke“, aber lassen wir das lieber. Nennen wir es lieber Zeitraffer. Ich habe es in meinem bisher vermutlich noch recht kurzen Leben noch nie erlebt. Diese Beschleunigung. Diese Elastizität. Gang? Egal! Schwups, vorbei an allem mit Rang und Namen, egal ob deutsche oder ausländische Marke. Einfach nur Hammer. Ach, Moment… da war doch dieser Aufkleber. Ups, sry Nissan! Ich wollte übrigens den Artikel zum GT-R in eine meiner Stories packen. Aber in diesem Fall war das echte Leben und das Erlebte dann einfach um ein paar Nummern besser. Bis wir in Holland waren konnte ich mir ein hämisches Grinsen bei jedem Gasgeben nicht verkneifen. Mehr Leistung kann einfach nicht möglich sein. Dabei hat der GT-R für mich so einige Superlative geknackt. Man sitzt in dem Ding drin, dass man sofort denkt man braucht eine Obduktion um jemals wieder vom Auto getrennt zu werden. Da ist das ESP an und der GT-R sucht trotzdem bei ner Bodenwelle oder leichter Nässe nach Halt. Im dritten oder vierten Gang meine ich natürlich. Und wenn die Reifen den wiederfinden, stehe einem Gott bei. Man weiss nicht so recht ob der Asphalt die Reifen zerfleischt oder die Reifen den Asphalt. Gesund kann es für beide Materialien nicht sein. Der GT-R lehrt auf den ersten Kilometern Respekt. Zwingt den Fahrer in den erhöhten Aufmerksamkeitsmodus, der so viel mehr Energie raubt. Aber eben auch verflucht Spaß macht. Oder wo wäre der Witz dabei mit Platzpatronen russisch Roulette zu spielen? Eben.

V6 Bi-Turbo Symphonie live aus der Hölle.

Und was begleitet das andauernde Einhämmern der Lustgefühle? Der bitterböse, dumpf grollende Klang des Sechszylinders. Im Stand oder auf dem Boulevard gewinnt er nix. Keine Zwischengasorgien. Kein akustischer Dampf unten raus. Aber wenn er in seinem Metier ist und man bei voller Fahrt mit den Gängen spielt, sie schön weit ausdreht und mit den Schaltwippen den nächsten Gang des doppelt gekuppelten Transaxlegetriebes reinjagt und die Kraft anschließend mit einer zweiten Welle wieder an die Vorderräder übertragen wird. Wenn sich der Mitteltunnel aufgrund dieser zwei irrsinnig schnell drehenden Wellen bis in den Innenraum aufheizt. Wenn die Differenziale situationsabhängig die Kraft auf alle vier Räder verteilen. Wenn die Bremsen auf Temperatur sind. Dann eröffnet sich dem Fahrer eine Geräuschkulisse, die einen Hollywoodfilm vor Neid erblassen lassen dürfte. Besser als THX, besser als Surround oder Bass Boost. Rennwagen pur. Jedes metallische, gummierte oder kohlefaserne Teil gibt sein sägendes, klopfendes, manchmal rasselndes, oft auch brummendes Etwas zum Besten. In Summe ergibt das ein Gehörgang füllendes technisches Orchester, welches wohl aktuell seinesgleichen suchen dürfte. Und der Motor zeigt dann auch, dass man das Wort „Kraft“ durchaus mit einem Klang verbinden kann. Erleben darf das nur, wer mal in einem Nissan GT-R sitzen durfte.

Piano, piano: Willkommen in Holland – und tschüss nach Belgien.

Holland? War da was? Gerade erst realisiert, dass wir nicht mehr in Deutschland sind (oh! 120 fahren!), waren wir aus dem ersten Land unserer Reise schon wieder raus und in Belgien. Schnell kann das ja gehen! Und da tun sich dann die Vorzüge eines Monsters (Godzilla!) auf vier Rädern auf. Langsam fahren kann man, sehr entspannt. Vorbildlich sogar! Und viele andere Fahrer, die natürlich viel zu schnell fahren, haben großes Interesse am GT-R. Nicht wenige zücken ihr Smartphone und schießen Fotos, viele überdrehen sich einfach nur den Hals ein wenig. Bei unserem ersten Stopp an einer Raststätte spricht uns ein junges belgisches Pärchen (Soll heißen: Mitte der 40er) auf den GT-R an. Ich bin gerade damit beschäftigt unseren Sohn auf den Rücksitz zu bugsieren und unser Tablet an der Lehne des Beifahrersitzes zu befestigen, damit er nen Film kucken kann.
„Wieviel PS?“
„550 hat er“
„Ist ziemlich schnell oder?“
„Oh, ja“ mit einem weit ausgeholten „Oh“ und einem „ja“, das von einem alles sagenden Blick meinerseits begleitet wird.
Ich schiebe nach „aber schnell fahren ist hier ja nicht“, mit einem Augenzwinkern selbstverständlich.
Seine Reaktion „Ja, wir haben vorhin schon gesehen, ihr seid echt vorbildlich unterwegs.“
Na, wenn das nicht meinem Fahrerego schmeichelt. 550PS, 315km/h Spitze und vorbildlich unterwegs. Wobei… hauptsächlich daran schuld ist das Navi, das gar keine Pause mehr macht zwischen den Blitzerwarnungen. Die arme Dame wäre längst an Atemnot gestorben, wäre sie nicht künstlich.

Welcome to Bruges – Willkommen in Brügge.

Und plötzlich läuft die Autobahn aus und wir befinden uns auf einer zweispurigen Straße Richtung Brügge Zentrum. Ein paar mal fahren wir die gleiche Strecke hin und her weil nicht ersichtlich ist wo man denn nun abbiegen sollte. Doch dann wird die Straße zu einem gepflasterten Weg, die Gebäude niedrig und eng an die Straße gebaut und gesäumt von Menschen. Kaum sind wir ein paar Minuten durch die Altstadt von Brügge gefahren stolpern wir auch schon zufällig über unser Ziel für den kommenden Tag: Den Shop „The Chocolate Line“ von Dominique Persoone – scheinbar eine feste Größe im Pralinenmetier – in der Straße Simon Stevinplein gelegen. In direkter Nähe zum berühmten Grote Markt mit dem Belfried, dem 80 Meter hohen Wahrzeichen der Stadt. Kein Zweifel: Wirklich groß ist Brügge nicht. Und auf unserer Suche nach den besten Fotospots für den GT-R fahren wir mehrmals kreuz und quer durch die Stadt. Halten auf kleinen Brücken über die Kanäle der Stadt und bewundern diese Perle von Stadt, die seit 2000 UNESCO Weltkulturerbe ist.

Der Nissan GT-R verschwimmt mit seinem Umfeld, den Menschenmassen und der Altstadt.

Trotzdem ist die Stadt verblüffend zugänglich mit dem Auto. Ja, als Fotograf biege ich auch gerne mal dorthin ab, wo man es eigentlich nicht darf, bzw. zwinge Melegim dazu (Zitat: „Bist du verrückt? Da halte ich nicht. Nein!“). Aber gerade mit einem solch ungewöhnlichen und in unserern Gegenden seltenen Auto macht es nochmal mehr Spaß. Kaum ein Foto, auf dem nicht gerade Passanten zum GT-R blicken. Touristen, die ihre Kameras zücken. Teilweise fühlt man sich wie an einem Filmset. Niemand regt sich über das Auto auf, dass vermutlich lieber außerhalb einer derartigen kulturellen Stätte geparkt werden sollte. Der GT-R avanciert teilweise zu einer Stadtattraktion, die den historischen Gemäuern das Wasser reichen kann. Vielleicht aber auch nur zu einer gern gesehenen Abwechslung. Die Reaktionen sind dabei durch die Bank positiv. Er scheint geliebt zu werden. Ein tolles Spektakel! Da wird dann auch gern mal gewartet, bis man sein aufwändiges und völlig überflüssiges Wendemanöver abgeschlossen hat.

Jetzt bitte noch ans Meer, denn nichts anderes kann mit nur einem Wort ausdrücken, wie schön das Leben ist.

Viel Zeit haben wir an dem Tag nicht, bevor wir zu unserem Hotel in greifbarer Nähe zum Meer in Blankenberge aufbrechen müssen. Ist aber auch nicht wirklich schlimm, denn das Meer müssen wir gesehen haben. Keine Stadt der Welt kann mit dem Anblick des Meeres mithalten. Auf dem Weg nach Blankenberge müssen wir das erste Mal an einer der vollautomatischen Tankstellen tanken. In Deutschland haben wir auf 80 km Autobahn deutlich mehr Sprit verbraucht als auf den darauffolgenden 240 km im Ausland. An unserem Zielort angekommen schickt uns das Navi einen steilen Hügel hinauf, der an einem engen Boulevard, auf beiden Seiten von Stühlen und Tischen gesäumt, endet. Auf der Kuppe angekommen erblicken wir es: Das endlose Meer, wilde, rauhe Wellen und große Tanker am Horizont. Davor ein viele Meter breiter Sandstrand. Alles Grau in Grau, denn inzwischen hat es angefangen zu regnen, ist eiskalt geworden und stürmt auch schon ein wenig. Wir halten direkt am Hotel und während ich das Auto leer räume rennt unser Sohn mit Melegim ans Wasser. Von Weitem sehe ich unseren Sohn mit seiner roten Jacke als kleinen Punkt, der sich synchron mit den Wellen hin- und herbewegt. Sobald das Wasser sich zurückzieht, geht er wieder näher aufs Meer zu. So schnell kriegen wir ihn da nicht weg. Ich nutze die Gelegenheit zum Einchecken bei einer jungen Dame, die scheinbar mehrere Besen zum Frühstück hatte und in ihrer Art ein wenig meiner gemeinen Geschichtslehrerin von früher gleicht. Irgendwie muss ich auch an Frau Farbissina von Austin Powers denken. Jedenfalls teilt sie mir mit, dass ein Zimmer mit Meerblick 30€ Aufpreis koste und dass leider kein Stellplatz in der mickrigen Tiefgarage frei sei. Schade, ich hätte mich auf einen Top Gear Moment gefreut, wenn wir am nächsten Morgen nicht mehr hätten rausfahren können. Aber sie empfiehlt mir eine Parkmöglichkeit am Yachthafen. Da sei das Parken auch günstig (12€ pro Tag). Dass es mir wahrlich nicht um günstig geht versuche ich ihr nicht zu erklären, denn von der Hotelrezeption aus kann man den GT-R nicht sehen und wenn ich ansetzen würde ihr zu erklären, was ein GT-R ist… lassen wir das lieber. Im Kopf gehe ich schon durch wer uns alles hier abholen könnte, falls der GT-R weg sein sollte.

Abends essen wir auf Empfehlung von Foursquare bei peitschendem Regen im „Fifth Avenue“ direkt an eben diesem Yachthafen und lassen den Abend mit dem schneeweißen GT-R im Blick ausklingen. Die 200 Meter zurück zum Hotel geraten bei Windböen und ekligem Regenfall zu einem Abenteuer sondergleichen. Die ganze Nacht hindurch und bis in die Morgenstunden lässt der Regen nicht im geringsten nach.

Brügge zum zweiten Mal sehen und wieder nicht sterben. Dafür Pralinen kaufen!

Direkt nach einem fürchterlichen Frühstück am nächsten Morgen, auf das ich wegen einem gewissen Vorfreude-Kribbeln in meinen Fingerspitzen gerne verzichtet hätte, packen wir unsere wenigen Sachen in den GT-R und fahren los. Ab dem Moment ist die Welt für mich auch wieder in Ordnung. Ein wenig fühle ich mich ja schon wie ein Krebs (bin ich sogar!). Endlich Zuhause Gefühl, obwohl er eigentlich jemand Anderem gehört. Der GT-R wirkt auf mich wie ein Mix aus Antidepressiva und Endorphinüberdosis. Als Zeichen Gottes weicht der bis zu diesem Zeitpunkt anhaltende Regen plötzlich purem Sonnenschein. Mit all ihrer Kraft bricht meine liebste Sonne die Wolkendecke auf und schiebt die dunklen Wolken zur Seite, bis sie nur noch vage abgezeichneten Relikten ihrer selbst gleichen.

Wir sind sogar so früh wieder in Brügge, dass wir die Straßen ganz für uns haben. Das, nachdem mich mitten in der Nacht das schlechte Gewissen geplagt hat: Ich wollte eigentlich meinen Wecker auf 4 Uhr morgens stellen um bei freien Straßen zu fotografieren. Well, manchmal läuft eben alles wunderbar. So können wir den GT-R nochmals exponierter abstellen, bei Chocolate Line (die leider geschlossen hatten) parken und ich habe die Fotos recht schnell im Kasten. In irgendeiner Straße finden wir eine freie Parklücke. Ein netter älterer Herr scheint gefallen am Nissan zu finden und belohnt uns zum Dank mit der Info, dass wir besser eine Parkscheibe ins Auto legen sollten. Er grüßt uns mit seinem Gehstock zum Abschied. Freundlich scheinen sie ja zu sein, die Belgier. Von dort drehen wir eine kurze Runde durch die Altstadt, kaufen bei einem anderen traditionsreichen Laden, beim Dumon Chocolatier am Eiermarkt, unsere Pralinen und gönnen uns noch süße belgische Waffeln in einem Café. Mit so leckeren und fruchtigen Erdbeeren, als hätte man sie gerade erst gepflückt. Ganz ehrlich, wie ist das möglich?

Zurück beim GT-R ist ein junger Mann gerade eifrig damit beschäftigt mit seiner Spiegelreflex den GT-R aus allen Blickwinkeln abzulichten. Dass wir ankommen und ich mal wieder unseren Sohn nach Hinten buchsiere (dazu konnte ich mich übrigens hinten auf den Mitteltunnel setzen) stört ihn in seinem Workflow nicht im geringsten. Fünf Minuten später fahren wir los, um eine Kurve und ich halte nochmal um das Navi zu programmieren. Da taucht er wieder auf und fotografiert weiter. Scheint ein wahrer Fan zu sein.

Rückfahrt ins Land mit den unbeschränkten Autobahnen.

Unsere Rückfahrt ist geprägt von der Vorfreude auf die deutschen Autobahnen. Wieder machen wir uns einen Spaß daraus die Blicke zu zählen und wieder gehen Leute beim Überholen vom Gas um Godzilla näher zu betrachten. Und ich mache mir einen Spaß daraus zwischendurch doch für Sekundenbruchteile aufs Gas zu steigen und alle Anderen eine zeitliche Dimension hinter uns zu lassen. Die Nähe zu unseren Autobahnen birgt aber auch eine Gefahr: Der Abschied rückt näher.

Zum Schluss will ich nochmal die schier unendliche Power des Sechszylinders spüren, peitsche ihn nochmal von Hindernis zu Hindernis.

Zirkle um die Ecken und lasse ihm freie Fahrt. Und denke darüber nach wofür ich mein hart verdientes Geld ausgeben würde, wenn ich denn das dafür nötige Kleingeld hätte. Ich würde keine Sekunde zögern. Haptisch und optisch billigerer Innenraum als bei einem Porsche? Who cares. Ich konnte keinen einzigen Nachteil am GT-R ausmachen. Und Pralinen wurden noch nie so schnell von Brügge nach Köln transportiert.

Übrigens: Wenn der GT-R „nur“ ein Auto ist, dann sind Pralinen auch „nur“ Schokolade.

Update: Inzwischen war ich bei unserem #thepluses3 Roadtrip zwei Wochen mit dem Nissan GT-R unterwegs!

 

Nissan GT-R Black Edition

Motor: 3799cm³ 6-Zylinder Motor mit zwei Turboladern
Antrieb: Allradantrieb ATTESA ET-S
Leistung/Drehmoment: 550PS (404kW) / 632Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,7s
Höchstgeschwindigkeit Vmax: 315 km/h
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Türen/Sitze: 2/4
Verbrauch kombiniert: 11,8l/100km

Serienausstattungen (Auszug): Bilstein DampTronic-System (Dämpferwirkung regelbar), el. Stabilitätssystem VDC-R, Brembo-Bremsanlage, Bose Soundsystem mit 11 Lautsprechern, Hill Start Assist, Titanium Abgasanlage, Recaro Sportsitze, Geschmiedete RAYS 20 Zoll Aulfelgen

Driver’s Groove Bewertung: 10/10

Preis Testfahrzeug: 96.000,00 €

Bildquelle: Driver’s Groove

3 Antworten auf „Nissan GT-R Black Edition Fahrbericht“

  1. Toller Bericht!

    Ich bekam mal eine Fahrt mit dem GTR auf den Geburtstag geschenkt. Vor allem wenn ab 4000 Touren der Turbo kommt, geht das Ding ab als gäbe es kein halten mehr. Auch das Zucken beim Herunterschalten wenn man an eine Kreuzung heran rollt ist unvergesslich.

    Ich würde mich auch sofort für einen GTR entscheiden, wenn das Geld hier wäre.

    1. Hi Simon,

      vielen Dank!
      Eine Fahrt mit dem GT-R ist schon echt unvergesslich, freut mich dass du schonmal in den Genuss gekommen bist und weisst was dieses Monster auf vier Rädern mit dir anstellen kann. 😉

      Tja, wenn ich das Geld hätte… oder sagen wir lieber Geld in dieser Menge für ein Auto zur Verfügung hätte… ich glaube ich bräuchte auch nicht lange um mich zu entscheiden.

      Grüße
      Can

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